„Diese Niederlage bitter“, sagt HSG-Kapitän Tim Jud nach dem 23:25 gegen die SG BBM Bietigheim. Und er ergänzt: „Noch bitterer ist es, wenn man sich den Spielverlauf anschaut.“ Damit bringt es die Nummer 24 der HSG auf den Punkt. Denn Konstanz legte gegen Bietigheim, das ohne Weltmeister Mimi Kraus auflief, ganz stark los. Die HSG führte vor allem durch vier Tore von Linksaußen Samuel Wendel zu Beginn mit 5:0. Doch auch die zwischenzeitliche 19:15-Führung für die Gelb-Blauen reichte am Ende nicht einmal für einen Punkt.

„Das tut heute deutlich mehr weh als in Hüttenberg“, sagt der enttäuschte Vierfach-Torschütze Wendel. „Die erste Halbzeit war ganz stark, wir kamen super ins Spiel, haben mit viel Tempo schnell nach vorne gespielt.“ Doch dann kam der Bruch im Spiel, vor allem in der Schlussviertelstunde wurde Bietigheim von Minute zu Minute stärker. „Verschenken wäre gegen einen Erstliga-Absteiger zu hart gesagt“, fügt Wendel hinzu. „Aber am Ende spielen wir nicht mehr das, was wir können. Das war brutal statisch, wir haben plötzlich ihre Abwehr nicht mehr bewegt bekommen.“ Der Österreicher zeigt sich selbstkritisch und spricht von „zu wenig Abgeklärtheit“. Ähnlich sieht es Jud: Für den Schweizer lag die knappe Niederlage letztendlich „an fehlender Cleverness und an dem Quäntchen Glück“.

Die HSG hat sowohl in Hüttenberg als auch gegen Bietigheim gezeigt, dass sie in der Liga mithalten kann. Diese Erkenntnis ist allen voran für Trainer Daniel Eblen von großer Bedeutung. „Für uns gilt es, in der 2. Liga Fuß zu fassen. Wir müssen spüren, was man braucht, um bestehen zu können“, so der Coach der Konstanzer. „Wir haben keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Es hätte perfekt laufen müssen, wenn wir hier etwas hätten mitnehmen wollen. Am Ende hat uns ein bisschen die Energie gefehlt, daher hat die SG auch verdient gewonnen.“ Eblen bleibt optimistisch: „Ich möchte mich bei meiner Mannschaft bedanken, sie hat alles reingelegt. Wir werden uns nächste Woche wieder mit Händen und Füßen wehren.“

Zu Punkten hat es für Konstanz noch nicht gereicht. „Wir wollen aufbauen, auf dem was wir bisher gezeigt haben“, analysiert Jud und zeigt sich kämpferisch. „Wir haben heute gezeigt, was in uns steckt, was wir abliefern können. Darauf wollen wir aufbauen.“ Und in der nächsten Woche kann die HSG ja wieder auf den Pluspunkt Schänzlehalle bauen. „Das ist einfach wahnsinnig geil, diese Halle ist immer von der ersten Minute an da“, äußert sich Wendel zu der tollen Stimmung der 1250 Zuschauer gegen Bietigheim.

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