2. Bundesliga: TuS N-Lübbecke – HSG Konstanz 23:23 (13:13). – Der Bann ist gebrochen: Im sechsten Auswärtsspiel der Saison konnte sich die HSG Konstanz endlich für eine starke Leistung mit Zählbarem belohnen.

Viel hat nicht gefehlt, und es wären gar zwei Punkte gewesen, die aus Lübbecke mit an den Bodensee gegangen wären. Doch immerhin konnte die HSG die Drei-Tages-Dienstfahrt mit zwei Auswärtsspielen innerhalb von nur 47 Stunden mit einem hochverdienten, wertvollen 23:23 beenden.

Der große Wurf ist zum Greifen nah

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90 Sekunden vor Schluss schien dabei gar der ganz große Wurf zu gelingen. Ein Sieg beim ehemaligen Europapokalsieger und Ex-Erstligisten, der zurück in die Eliteklasse möchte. 23:21 lag die HSG Konstanz da in Front. Verdient. Und folgerichtig nach einer bärenstarken zweiten Halbzeit mit einer imponierenden Deckungsarbeit, die den mit zahlreichen Nationalspielern gespickten Kader der Ostwestfalen immer wieder an den Rand der Verzweiflung brachte.

Stattdessen bekam Fabian Wiederstein in der 59. Minute eine Zweiminutenstrafe aufgebrummt und die Hausherren einen Siebenmeter zugesprochen. Konstanz musste die Partie so in Unterzahl beenden. Der Erstliga erfahrene Peter Strosack traf vom Punkt und TuS-Keeper Johannes Jepsen mit einem Wurf in das leere HSG-Tor nach einem missglückten Kreisanspiel. So stellte Lübbecke in numerischer Überlegenheit noch das Unentschieden her.

Bild: Peter Pisa
„Dieser Punkt kann noch ganz, ganz wichtig werden.“
Fabian Schlaich

Eines, das nach einem hochintensiven Match irre viele Emotionen freisetzte. Auf der einen Seite Freude über den erlösenden ersten Punkt auf einer beschwerlichen Auswärtsreise. Auf der anderen Seite wurde den Gästen erneut ein schon in Sichtweite befindlicher Sieg aus den Händen gerissen.

Die Gretchenfrage, ob das 23:23 nun ein gewonnener oder verlorener Punkt sei, beantworte Fabian Schlaich klar und unmissverständlich. „Dieser Punkt kann noch ganz, ganz wichtig werden“, rief er seinen Mitspielern zu.

Samuel Wendel feiert im Mannschaftsbus Geburtstag

Seine Teamkameraden freuten sich mit. Wirkten gelöst und erleichtert, dass es auf der langen Rückreise endlich ordentlich etwas zu feiern gab. Erst den wertvollen Zähler im Gepäck, um Punkt 0 Uhr dann auch noch den mit lautstarkem Gesang angestimmten 23. Geburtstag von Samuel Wendel.

„In unserer Situation wäre es für die Köpfe bei einer erneuten Niederlage ganz schwer geworden“, sagte Trainer Daniel Eblen. „Ich bin wirklich glücklich mit dem Punkt.“ Vor allem der leidenschaftlichen, sehr beweglichen und unglaublich intensiv agierenden Abwehr war es zu verdanken, dass Konstanz gut und gerne auch hätte zwei Zähler mitnehmen können.

Konstanzer Energieleistung

Wenn man in Betracht zieht, dass es zu Beginn der ersten Hälfte gar nicht gut für seine Mannschaft aussah, wird die Energieleistung noch deutlicher. Bis zum 9:4 waren die Gastgeber kaum gefordert – aber das sollte sich bald ändern.

Sechs Minuten später hatten die wacker kämpfenden Konstanzer den Anschluss durch Kaletsch markiert (9:10) und stellten Nettelstedt vor große Probleme. Felix Krüger gelang noch vor der Pause der Ausgleich.

Lob vom gegnerischen Trainer

Danach baute Konstanz weiter Druck auf, hatte in Fabian Maier-Hasselmann bei fünf Versuchen einen sicheren Siebenmeterschützen und ging durch Fynn Beckmann mit 17:15 in Führung.

Als dann Michael Haßferter und der eingewechselte Maximilian Wolf je einen Strafwurf parierten, Michel Stotz in Unterzahl auf 21:18 erhöhte, reifte wohl die Erkenntnis bei TuS-Trainer Emir Kurtagic, dass „es verdient gewesen wäre, das Spiel zu verlieren. Konstanz hat ein sehr gutes Spiel gemacht und uns 30, 35 Minuten dominiert.“

Mit Rückenwind ins nächste Heimspiel

Mit jeder Menge Rückenwind erwartet die HSG am Samstag den Ex-Erstligisten TSV Bayer Dormagen zum nächsten wichtigen Heimspiel am Schänzle.

HSG Konstanz: Tölke, Haßferter, M. Wolf (Tor); Kaletsch (6), Maier-Hasselmann (5/5), Krüger (3), Schlaich (2), Beckmann (2), Jud (2), T. Wolf (2), Stotz (1), Wiederstein, Keupp, Czako, Wendel, Hild. – Z: 1188.