Handball, 2. Bundesliga: HSG Konstanz – TuSEM Essen (Samstag, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle). – Die große Enttäuschung nach der Niederlage in Lübeck ist abgeschüttelt, der volle Fokus der HSG Konstanz richtet sich auf das Heimspiel am Samstag gegen den TuSEM Essen. Der Gegner bringt mit drei Deutschen Meisterschaften, drei Europapokal- und drei DHB-Pokalsiegen nicht nur einen großen Namen mit. Auch aktuell ist Essen als Tabellenzweiter mit der besten Offensive der Liga ein echtes Schwergewicht und auf bestem Wege zurück in die Erstklassigkeit.

Essen auf dem Weg zum Aufstieg

30 Jahre lang spielte Essen in der Beletage des deutschen Handballs und belegt noch immer Rang acht in der ewigen Erstliga-Tabelle. Aktuell befindet sich die Mannschaft von Jaron Siewert, der ab Sommer als Cheftrainer der Füchse Berlin auf jeden Fall in der 1. Bundesliga wirken wird, auf dem besten Weg zum Erstliga-Aufstieg. 645 Tore in 22 Partien, 29,3 pro Spiel, 14 Punkte in fremden Hallen gesammelt: Der TuSEM ist „ein echtes Topteam“, so HSG-Trainer Daniel Eblen. Seine Mannschaft damit zugleich nur großer Außenseiter. Wenngleich Siewert anmerkt, die HSG habe „fast immer knappe Ergebnisse geliefert und ist nicht weit weg vom oberen Mittelfeld. Besonders in eigener Halle ist die HSG gefährlich und hat schon die eine oder andere Überraschung geschafft. Ich gehe von einer hitzigen Stimmung aus und von zwei Teams, welche sich nichts schenken werden.“

Erfahrung spielt große Rolle

Im letzten Spiel der HSG wurde wieder einmal deutlich, welche Rolle die Erfahrung ausmachen kann. Lübeck, mit vielen gestandenen Zweitliga-Spielern, die bereits viele Jahre auf diesem Niveau spielen, zeigte sich in den entscheidenden Momenten abgeklärter, kühler. Auf der anderen Seite wurde erneut deutlich, dass jungen Spielern in diesen Situationen Fehler unterlaufen können – vielleicht aber auch zugestanden werden müssen in ihrer Entwicklung hin zu solch erfahrenen Recken wie auf der Gegenseite.

Erschwerte Trainingsbedingungen

Zumal vier Spieler verletzt fehlten und einige auf der Platte zwar versuchten auf die Zähne zu beißen, jedoch sehr angeschlagen waren. Dies führte auch in dieser Woche zu erschwerten Trainingsbedingungen und weiteren bangen Blicken in Richtung medizinischer Abteilung, die bis Samstag alles versuchen wird. Doch mit der Rückkehr aller verletzter Spieler ist nicht zu rechnen, weitere Ausfälle drohen.

TuSEM schwer auszurechnen

„Es ging nun unter anderem darum, Felix Jager und Markus Dangers innerhalb kürzester Zeit zu integrieren“, erklärt Eblen zu den beiden Winter-Neuzugängen, die aus Krefeld und Winterhur dazu gestoßen sind. „Nun hängt es davon ab, wer spielfähig sein wird, wie wir im Angriff spielen können, dürfen und müssen.“ Als schwer auszurechnen im Angriff beschreibt Eblen den TuSEM. Dem möchte man bei der HSG eine erneut kompakte Deckung entgegensetzen.

Mehr Mut und Konsequenz

Im Angriff wird hingegen mehr Mut und Konsequenz im Abschluss als zuletzt nötig sein. „Weniger überlegen“, hat Eblen seinen Schützlingen mit auf den Weg gegeben. Mit einem Lächeln erinnert sich der ehemalige Zweitliga-Spieler an seine eigene aktive Zeit und fügt an: „Der Abschluss ist doch das Schönste im Handballspiel. Wir machen daraus gerade eine riesige Doktorarbeit. Wir müssen das genießen.“