Handball, Oberliga: TSV Neuhausen/Filder – HSG Konstanz II (Sonntag, 17 Uhr, Egelsee-Sporthalle). – Erfolgsverwöhnt sind sie, aber gleichermaßen heiß auf weitere Siege. Nach der kurzen Spielpause über die Feiertage startet die HSG Konstanz II am Sonntag direkt mit einem Kracher in die Rückrunde: Im Duell Zweiter gegen Dritter geht es in Neuhausen/Filder um den zweiten Aufstiegsplatz zur 3. Liga.

HSG würde Aufstiegsrecht wahrnehmen

Die sportliche Führung hat sich dabei schon früh klar positioniert: Sollte die erste Mannschaft in der 2. Bundesliga verbleiben, könnte die Reserve beim Erreichen einer der ersten beiden Plätze in der Oberliga in die 3. Liga aufsteigen. Dieses Recht würde man dann auch in Anspruch nehmen. Sportchef Andre Melchert würde seinen Talenten dann nicht die Möglichkeit nehmen, sich in der dritthöchsten Spielklasse zu beweisen und weiterzuentwickeln, denn: „Ich bin ein Freund davon, die Jungs bestmöglich zu fördern. Das gelingt nicht, indem sie jedes Spiel gewinnen, sondern sich Woche für Woche mit den bestmöglichen Gegnern messen – auch und gerade wenn man dabei öfter verliert.“ Ob die Zweitliga-Reserve dazu jedoch überhaupt das Zeug hat und die sportliche Qualifikation gelingt, muss sich erst noch zeigen. Bis dahin ist es ein weiter Weg.

Im Hinspiel verlor die HSG

Aktuell hält Drittliga-Absteiger Neuhausen/Filder mit drei Zählern Vorsprung vor dem Team vom Bodensee alle Trümpfe in der Hand und könnte mit einem Heimsieg einen großen Schritt in Richtung direkter Wiederaufstieg machen. Bereits im Hinspiel musste sich Konstanz mit 26:30 geschlagen geben. Dabei bekam die junge Truppe von Trainer Matthias Stocker ihre Grenzen aufgezeigt. Dass sie nun jedoch weiter ist als damals, möchte sie nur zu gerne zeigen.

Lazarett hat sich noch nicht gelichtet

Gut erholt sei man, aber weiter mit vollem Elan dabei, verrät der HSG-Coach. Allerdings hat sich das Lazarett nicht gelichtet, ganz im Gegenteil. Zahlreiche angeschlagene Spieler gestellten sich in den letzten Tagen hinzu. Zuletzt sieben an der Zahl, sodass sich die Vorbereitung durchaus schwierig gestaltete. „Wir hatten aber Zug drin, haben gut trainiert – ich bin im Gesamten zufrieden“, bilanziert Stocker. „Ich habe das Gefühl, die Jungs sind heiß und haben Lust anzugreifen.“

Stocker rechnet mit einem „guten Handballspiel“

Doch das Gastspiel in Neuhausen stuft der HSG-Trainer als mit das schwerste Match in dieser Spielzeit ein. Zwar muss Neuhausen mit Hannes Grundler und Timo Durst ebenfalls auf zwei Leistungsträger verzichten, auf die viel zugeschnitten war, doch der 31-Jährige rechnet dennoch mit „einem guten Handballspiel. Dazu haben beide nach wie vor genügend Waffen.“ Neuhausen stellt mit im Schnitt bemerkenswerten 34,8 erzielten Toren pro Partie die mit Abstand gefährlichste Offensive der Liga, hat aber auch in der Defensive mit dem Erstliga erfahrenen Torwart Magnus Becker herausragendes Personal sowie einen großen Erfahrungsschatz. „Sie stehen zurecht da oben und haben gute Außen und Kreisläufer. Eine starke Truppe“, so Stocker.

Gegner unberechenbar durch zwei Ausfälle

Nicht unbedingt einfacher wird die Aufgabe durch die zwei Ausfälle bei Neuhausen. „Wir wissen nicht, was nun kommt“, sagt Matthias Stocker angesichts der auf Grundler und Durst zugeschnittenen Spielweise auf. „Wir versuchen das Spiel lange offen zu halten und freuen uns dann auf eine coole Partie.“ Die HSG Konstanz II kann nun zeigen, was wirklich in ihr steckt.