A-Jugend-Bundesliga: VfL Günzburg – HSG Konstanz 30:30 (13:12). – So recht einordnen vermochte das 30:30 (12:13) in Günzburg bei der A-Jugend der HSG Konstanz keiner. Trainer Christian Korb war hin- und hergerissen. Aufgrund des Spielverlaufs war es für ihn ein „gewonnener Punkt“, doch in der Gesamtbetrachtung liege die HSG nach drei Partien „einen Punkt hinter dem Soll“.

Auf jeden Fall war es hochdramatisch und spannend bis zur letzten Sekunde. Und zu Beginn so, wie man es sich auf Konstanzer Seite nach dem tollen Sieg gegen Balingen erhofft hatte. Mit drei Treffen in Front, war bis zur 6:3-Führung zwar nicht alles Gold, was glänzte. Doch zumindest das Ergebnis stimmte.

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Insgesamt hatten die Konstanzer jedoch 13 Fehlwürfe in der ersten Halbzeit zu verzeichnen, sodass es wenig verwunderlich war, dass Günzburg wieder zurückkam. Nur wenige Minuten nach dem Stand von 3:6 hieß es 7:6 für Günzburg, und nur Torwart Tim Bammel hatte die HSG es zu verdanken, dass es in dieser Phase nicht noch schlimmer kam. So hielt sich der Rückstand nach der ersten Halbzeit mit 12:13 noch in Grenzen.

„Wir haben“, erklärte Korb, „es viel zu spät verstanden, das Tempo zu forcieren. Da muss vom Team viel früher mehr kommen.“ Ein weiterer Kritikpunkt: Auch in der Abwehr war Konstanz oft in der passiven Rolle und hatte gegen einen vorbildlich kämpfenden Gegner so oft das Nachsehen.

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So gering das Tempo für Konstanzer Verhältnisse jedoch war, so groß war die Moral. Als Günzburg zum 22:16 traf, sprach in der bis hierhin gezeigten Verfassung wenig bis nichts für die Gäste. Und doch kamen sie noch einmal zurück.

Spät, denn Günzburg führte bis in die Schlussphase hinein mit 29:25. Aber dann mit aller Macht, denn innerhalb weniger Minuten war der Rückstand egalisiert (29:29). Der VfL antwortete mit dem 30:29, beging dann aber einen folgenschweren technischen Fehler und wurde dafür bestraft.

Aufholjagd trotz Hektik in der Schlussphase

Adam Czako gab den Ball nicht sofort frei, sondern warf ihn weg. Der mit sieben Toren beste Günzburger Torschütze bekam, weil sich die Szene in den letzten 30 Sekunden zutrug, die Rote Karte und es gab Siebenmeter für Konstanz. Florian Wangler behielt die Nerven und ließ mit seinem zehnten Tor die Konstanzer einen nicht mehr für möglich gehaltenen Punktgewinn bejubeln.

„Den Rückstand trotz Hektik in der Schlussphase aufzuholen, zeichnet die Jungs aus“, sagte Christian Korb. Doch verbunden ist damit die Hoffnung, dass sich das Potenzial bald auch in flüssigerem Zusammenspiel zeigt. Ein Prozess, der noch etwas Geduld und Erfahrungen aus engen Begegnungen erfordern wird. (joa)

HSG Konstanz: Bammel, Kovács (Tor); Berger (1), Koch (3), Wangler (10/3), J .Löffler, Stotten (2), Koster, Lioi (4), Sahin, Hafner (5), Eich (5), Schroff.