2. Bundesliga: TSV Mimmenhausen – TGM Mainz-Gonsenheim 3:0. – Wer sich am Samstagabend nach dem Schlusspfiff, so gegen 21.30 Uhr, im Internet die Tabelle angeschaut hat, der bekam ganz Außergewöhnliches, etwas Einmaliges zu sehen: der TSV Mimmenhausen war Tabellenführer! Karlsruhe spielte um die Zeit noch – und die Mannschaft von Christian Pampel hatte nach dem glatten 3:0 (25:20, 25:22, 25:20) frech den Platz an der Sonne eingenommen.

Sehr zur Freude des Spielertrainers aber blieb es nicht dabei. Karlsruhe besiegte Hammelburg, dann stehen noch Schwaig und das punktgleiche Gotha vor Mimmenhausen. Auf diese unglaubliche Reihenfolge reagierte der 40-Jährige ehemalige Weltklasse-Diagonalangreifer mit einem Wort: „Krass!“

Video: Hermann Hummler

Mimmenhausen ist Tabellenvierter, und noch viel überraschender: Die Volleyballer vom Bodensee haben bisher die wenigsten Sätze in der Liga abgegeben. Elf in elf Partien. Krass! Christian Pampel „ist das gar nicht so wirklich recht“. Zweischneidig sei das. Zum einen macht das den Spielertrainer stolz. Zum anderen aber würden die zukünftigen Aufgaben nun immer schwerer für den einstigen Underdog.

Trotz der sensationellen Zwischenbilanz hat sich für den früheren Nationalspieler erst einmal überhaupt nichts am Saisonziel geändert: Keiner solle vergessen, dass „wir 38 Punkte mindestens brauchen für den Klassenerhalt“.

Wirklich bange ist Christian Pampel aber nicht nach den vier 3:0-Erfolgen hintereinander

Und dem starken Signal am Samstag mit dem 3:0 gegen Mainz-Gonsenheim, das derzeit nicht gerade vom Glück geküsst wird. Beide Diagonalangreifer sind verletzt. Peter Kloft, „er ist so etwas wie ein Hybrid“, beurteilt Spielertrainer Manuel Lohmann den etatmäßigen Mittelblocker, „kann Diagonal und Zuspiel.“

Nicht wirklich eine gute Voraussetzung gegen ein „schnelles, mit guten Angreifern neben Pampel nicht mehr ausrechenbares“ Mimmenhausen, räumt Lohmann ein. „Einen Punkt hätten wir trotzdem gerne mitgenommen“, verrät der enttäuschte Mainzer Mittelblocker. Gegen Hammelburg habe das doch auch geklappt.

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Aber Mimmenhausen hat sich enorm verbessert. „Wir haben viele Sachen gut gemacht, waren phasenweise richtig gut“, lobt Pampel seine Spieler, „aber jetzt kommt das große Aber!“

Vor allem im ersten Durchgang versemmelten die Blau-Gelben ganz schön viele einfache Bälle (4:8). Dass sie den Satz dennoch gewannen, lag einzig und alleine an Mainz-Gonsenheim, das „noch viel mehr Fehler gemacht“ (Pampel) habe (16:15, 24:20). Bezeichnend der Weg zum Satzball: Zweimal wurde Libero Hendrik Diwersy, Cousin der Mimmenhauser Diwersy-Brüder, beim Aufschlag von Tobias Streibl auf dem falschen Fuß erwischt, und Sebastian Dinges sorgte mit einem zu langen Service für das 25:20.

„Dankeball“ beendet zweiten Satz

Mainz reduzierte seine Fehlerquote gewaltig nach dem Wechsel. Vor allem gegen seine Angriffe über die Mitte und aus dem Hinterfeld fanden die Hausherren kaum Mittel. Weil der TSV aber sein Side out hielt, nicht nur in Pampel (der MVP machte 22 Punkte), sondern auch in Jonas Hoffmann und dem genesenen Lukas Ott veritable Angreifer hatte, ging der spannende Durchgang (8:7, 16:15, 24:22) ebenfalls an die Gastgeber. Als „symptomatisch“ für das Mainzer Spiel bezeichnete Pampel den 25. Punkt. Den pritschte er als Dankeball übers Netz – und alle schauten zu, wie der in der Spielfeldmitte aufklatschte.

Hängende Mainzer Köpfe im dritten Satz (5:10) hoben sich sichtlich, als Mimmenhausen ob des großen Vorsprungs unkonzentriert wurde (10:10, 16:15, 22:17). Dank Pampel (vier der letzten sechs Punkte) riss der TSV aber das Ruder herum, gönnte den Gästen keinen Satz und gewann mit 25:20 auch den dritten Durchgang.

Egal, wie auch immer Christian Pampel letztlich den Höhenflug seiner Mannschaft sehen und beurteilen mag, die Konkurrenz ist sich im Klaren, dass es in Mimmenhausen richtig schwer wird, etwas zu holen.

TSV: Ott, Streibl, Pampel, Hoffmann, Birkenberg, Cipollone, L. Diwersy.