3. Liga Frauen: SV Allensbach – SG Schozach-Bottwartal 27:27 (16:12). – Auf den ersten Blick wirkte das Fazit der Allensbacher Trainerin Sandra Reichmann recht widersprüchlich. „Am Schluss müssen wir noch froh sein, dass wir einen Punkt behalten“, sagte sie nach dem 27:27 gegen die SG Schozach-Bottwartal und fügte hinzu: „Zufrieden sind wir aber nicht. Wir schlagen uns immer ein bisschen selbst.“

Wenn man allerdings die beiden Hälften betrachtet, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, dann ist diese Analyse durchaus nachvollziehbar.

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Die SG Schozach-Bottwartal war nicht nur mit viel Qualität und Euphorie als Aufsteiger aus der Oberliga an den Bodensee gekommen, sondern auch mit einer Menge Unterstützung auf der Tribüne. So sah das Publikum eine sehr ausgeglichene Anfangsphase.

Nicht nur die Gästefans leisteten mit Fahnen und Trommeln große Gegenwehr, sondern auch die Spielerinnen der SG auf dem Parkett, die bis zum 2:3 (6.) in Führung lagen. Anschließend nahmen die Gastgeberinnen das Heft in die Hand. Aus einer starken Defensive heraus erspielten sich die Allensbacherinnen binnen zehn Minuten ein 10:7.

Harte Landung nach einem guten Start: Laura Epple wird von der SG-Defensive gestoppt.
Harte Landung nach einem guten Start: Laura Epple wird von der SG-Defensive gestoppt. | Bild: Fotodesignts

Schozach-Bottwartal, wie der SVA mit einem Sieg und einer Niederlage in die Saison gestartet, hielt dagegen – und der beruhigende Vorsprung war beim 10:10 (18.) dahin. Bis hierher zeigten die Allensbacherinnen die reifere Spielanlage, doch plötzlich kam Hektik auf in Reihen der Gastgeberinnen. Allensbach profitierte jedoch davon, dass auch die SG sich eine Schwächephase gönnte.

Angeführt von der zwölffachen Torschützin Tabea Maier, die im ersten Durchgang sieben Treffer erzielte, kam das Team von Oliver Lebherz und Sandra Reichmann zurück. Die SG-Offensive fand nicht ins Spiel – und Allensbach zog bis zu Pause auf 16:12 davon.

Mit den Beinen auf dem Feld, mit dem Kopf in der Kabine

Während sich manche Mannschaften über etwas Erholung nach 30 Minuten Sport freuen, kam die Unterbrechung für den SV Allensbach zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Mit den Beinen auf dem Feld, mit dem Kopf in der Kabine – so traten die Gastgeberinnen zu Beginn der zweiten Hälfte auf.

Nach fünf Minuten stand es 16:15. Der sonst so ruhige SVA-Teamchef Lebherz wurde in einer Auszeit richtig laut. Allein, seine Spielerinnen weckte er nicht auf mit dem Appell. „Wir schaffen es einfach nicht, aus der Kabine zu kommen und auf dem Feld präsent zu sein“, sagte auch Reichmann.

Die Allensbacherin Nadja Greinert im Duell mit zwei Spielerinnen der SG Schozach-Bottwartal.
Die Allensbacherin Nadja Greinert im Duell mit zwei Spielerinnen der SG Schozach-Bottwartal. | Bild: Fotodesignts

Die Allensbacherinnen kamen mit der nun offensiveren Gäste-Deckung nicht zurecht, und mit jedem Gegentor flatterten die Nerven mehr. Erst glich Schozach-Bottwartal zum 17:17 (41.) aus, dann führte der Aufsteiger beim Stand von 21:22 (48.) erstmals wieder.

Das Spiel blieb spannend, der SVA ließ sich nicht abschütteln. Aus dem 23:25 (53.) wurde ein 26:25 (56.). Bis zum Abpfiff stand die Partie auf Messers Schneide, doch Allensbach brachte die Führung nicht über die Zeit. „Schade. Das ärgert mich“, sagte Sandra Reichmann. „Wir wollten nicht einen Punkt, sondern zwei.“

SV Allensbach: Kuntz, S. Leenen (Tor); Grathwohl, Person, Rothmund (2), Willauer, Greinert (4), Maier (12/6), Bok, Gisa, Epple, Rinkeviciute, Allgaier (1), Scholl, Strosack, Ilciukaite (8/3). – Z: 400.