Fußball-Oberliga: 1. FC Rielasingen-Arlen – SSV Reutlingen 1905 Fußball (heute, 15.30 Uhr, Talwiese Rielasingen). – Ein Traditionsverein gastiert auf der Talwiese. Der etwas sperrige Namen entstand am 11. Februar 2011, als in einer Mitgliederversammlung des SSV die Abspaltung der Fußballabteilung beschlossen wurde. Die Fußballhistorie gibt vieles her, wenn man in den Annalen des SSV blättert. In den 60ern klopften die Schwaben sogar an das Tor zum Fußball-Oberhaus. Sie hatten sich hinter dem FC Bayern München als Tabellenzweiter der damaligen Regionalliga Süd für die die Aufstiegsrunde zur Bundesliga qualifiziert. Auch in diesem Jahrhundert war der SSV ganz oben dabei. 2000 stieg er mit Trainer Armin Veh in die 2. Bundesliga auf, nach drei Jahren wieder ab. Seitdem ist die Oberliga die Heimat, unterbrochen durch vier Regionalligajahre.

Stimmungslage in Reutlingen wieder besser

Die Hoffnungen auf mehr sind in Reutlingen immer gegeben. Seit einer Woche ist die Stimmungslage im SSV- Lager wieder viel besser. War der SSV nach zwei Unentschieden zum Auftakt zunächst eher unzufrieden, weil noch sieglos, stieg das Stimmungsbarometer nach dem 3:0 über den FC 08 Villingen deutlich, denn Reutlingen ist noch unbesiegt. „Der Erfolg tut natürlich sehr, sehr gut. Wir haben schon eine Drucksituation gespürt und wussten nach zuletzt zwei Unentschieden nicht so recht, wo wir stehen. Wir wollten mit viel Leidenschaft und Laufbereitschaft Fußball spielen. Wir hätten die eine oder andere Torchance zielstrebiger ausspielen und höher gewinnen müssen. Aber wir müssen Demut zeigen und weiter hart arbeiten, denn bisher haben wir noch nichts erreicht“, sagte Cheftrainer Maik Schütt nach dem ersten Saisonsieg. Aber in der Offensive ist die Personallage seit Anfang der Woche angespannt. Armin Zukic (Torschütze beim 3:0 über Villingen) zog sich im Training einen Außenbandanriss im Sprunggelenk zu und fällt mindestens drei Wochen aus. Onesi Kuengienda (Oberschenkelprobleme) fehlt ebenso wie auch der urlaubende Marcel Schmitt.

Rielasingen-Arlen belohnt sich nicht für starke Leistung

Der 1. FC Rielasingen-Arlen ist zwar ohne Punkte, aber mit vielen Komplimenten bedacht, vom ersten Auswärtsspiel in Göppingen zurückgekehrt. Die Mannschaft zeigte eine starke Leistung, die Chancenverwertung aber war so, dass sie ein Spiel verlor, das sie definitiv nicht hätte verlieren dürfen, so die Analyse von Trainer Michael Schilling. Der, wenn man Torhüter Christian Mendes außen vor lässt, eine Mannschaft aufs Feld schickte, die mit 23,7 Jahren für Oberligaverhältnisse sehr jung war.

Nicola Guglielmelli aus Mantova im Kader

Im Laufe der Woche ist die Spielberechtigung für Nicola Guglielmelli eingetroffen. Der 22-jährige Lörracher kehrt aus Italien zurück, wo er zuletzt bei Mantova FC spielte. Fragezeichen bestehen weiter bei Tobias Bertsch und Sebastian Stark, die in Göppingen verletzt passen mussten. Nach den ersten beiden starken Oberligaauftritten erwartet der 1. FC eine ähnliche große Kulisse wie gegen Ilshofen, zumal sich aus Reutlingen mehr als 100 Anhänger angekündigt haben. (te)