Handball, 2. Bundesliga: ASV Hamm – HSG Konstanz 31:25 (12:12). – Ohne Paul Kaletsch, Tom Wolf, Felix Krüger und Felix Jaeger verkaufte sich die HSG Konstanz beim Tabellenzweiten ASV Hamm bravourös. Nach etwas mehr als elf Minuten rieben sich die Zuschauer die Augen. Tim Keupp netzte bereits zum zweiten Mal an diesem Tag ein und brachte seine Farben mit 5:4 in Front. Der Kaletsch-Ersatz machte ein ganz starkes Spiel. Sechs Würfe gab er ab – sechsmal mussten die Keeper des Aufstiegsfavoriten hinter sich greifen. Aber auch Tim Jud leitete das Spiel sehr gut und fand immer wieder erfolgreich seine Mitspieler, die konzentriert und effektiv abschlossen. „Wir haben wieder sehr diszipliniert gespielt – vor allem in der ersten Halbzeit“, lobte Daniel Eblen. „Die Jungs haben einen harten Kampf geboten. Damit können wir auch wirklich zufrieden sein.“

Remis zur Pause

Seine Mannschaft legte nochmal zum 6:5 vor, ehe Hamm seine großen individuellen Fähigkeiten demonstrierte. Ein paar kleine Fehler und Fabian Huesmann – der am Ende auf zehn Treffer kam – stellte über ein paar Gegenstöße die 11:7- nach 8:7-Führung her. Doch der von Eblen angesprochene Kampf und Willen der Gelb-Blauen brachte schnell wieder den 11:11-Zwischen- und 12:12-Pausenstand.

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Fehlende Wechseloptionen

Danach stieg jedoch von Minute zu Minute der Aufwand aufgrund fehlender Wechseloptionen und der hohen Belastung an. Hamm hatte sich im Laufe der Partie zudem besser auf das neue Konstanzer Aufgebot eingestellt, hatte aber nach wie vor große Probleme mit den bemerkenswert abgezockt auftretenden Gästen. Bestes Beispiel: Youngster Joel Mauch aus der zweiten Mannschaft, der als weitere Alternative mitgereist war. Ganz schön frech legte er den Ball vom Siebenmeterpunkt, nachdem Joschua Braun zuvor gescheitert war, sanft am Kopf von ASV-Schlussmann Oliver Krechel vorbei: 17:16 (36.) für Konstanz. Mauch war es auch, der erneut sicher zum 18:18 verwandeln konnte und später für Tim Keupp ins Spiel kam.

Unheil braut sich zusammen

Doch dann braute sich langsam großes Unheil für die Gäste zusammen. Zunächst bestrafte Hamm wieder leichte Fehler der Konstanzer per Tempogegenstoß – besonders ärgerlich, weil die HSG im Positionsangriff leidenschaftlich und bestens verteidigte – dann konnte die junge Mannschaft vom Bodensee eine doppelte Überzahlsituation und die Rote Karte für Markus Fuchs, der Joschua Braun aus der Luft holte, nicht ausnutzen. Ganz im Gegenteil. Oliver Krechel parierte den Strafwurf und der Tabellenzweite setzte sich nach dem 21:22-Anschluss von Fynn Beckmann (47.) auf 25:21 ab. Bis auf drei Tore konnte die HSG immer wieder verkürzen, so auch zum 25:28 zwei Minuten vor Schluss. Mit offensiverer Abwehr und hohem Risiko machte Stefan Lex mit der Schlusssirene daraus am Ende allerings eine zu hoch ausgefallene 25:31-Niederlage für die Konstanzer.

„Kopf muss nachziehen“

Eblen: „Wichtig ist, wie ich die letzten Wochen immer wieder gesagt habe, dass das Erarbeitete wiederkommt. Das muss dann ja irgendwann einmal belohnt werden.“ Vor dem wichtigen Heimspiel am Samstag, 20 Uhr, gegen Eisenach lobte er: „Da war ganz viel Herz dabei. Jetzt müssen wir sehen, dass der Kopf nachzieht.

HSG Konstanz: M. Wolf, Tölke, Haßferter (Tor); Stotz, Schlaich (2), Czako, Hild, Wiederstein (1), Maier-Hasselmann (3), Beckmann (3), Braun (4/1), Jud (4), Keupp (6), Wendel, Mauch (2/2). – Z: 1878.

Michael Haßferter.
Michael Haßferter. | Bild: Peter Pisa

Michael Haßferter: „Gegen Eisenach müssen wir nun die Punkte holen“

Nach der 25:31-Niederlage äußerte sich HSG-Torwart Michael Haßferter (24) zur Personalsituation, die Leistung in Hamm und das Heimspiel am Samstag gegen Eisenach.

Herr Haßferter, können Sie aus diesem Spiel ganz viel für die Moral mitnehmen oder überwiegt der Frust?

Dafür, dass wir nicht vollzählig waren, haben wir das zusammen gut gemacht. Wenn vielleicht der eine oder andere am Samstag wieder zurückkehrt und wir genauso spielen wie in Hamm, muss man uns zu Hause erst einmal schlagen.

Hat es Sie überrascht, wie gut die HSG über weite Strecken den Ausfall von vier wichtigen Spielern weggesteckt hat?

Von dezimiert würde ich gar nicht sprechen. Tim Keupp hat ein super Spiel gemacht, das muss man hervorheben. Ich habe ihm noch gesagt: Nimm deine Würfe, dann kann gar nichts passieren. Das hat super funktioniert. Großes Lob an Tim. Wenn er das mitnehmen kann, haben wir mit Paul Kaletsch zusammen noch eine Option mehr. Wenn wir mit den anderen in der Breite wieder voll aufgestellt sind, holen wir auch wieder unsere Punkte. Jetzt ist da natürlich erstmal Frust.

Was ist nun das Ziel für das Heimspiel gegen Eisenach?

Wir benötigen 55, 60 super Minuten. Sonst wird es nicht reichen. In Hamm haben wir 50 gute Minuten gezeigt. Eisenach ist ein wichtiges Match. Das Hinspiel haben wir leider nach Sechs-Tore-Führung vergeigt. Die Enttäuschung nach der Niederlage in Hamm ist groß, weil niemand mit uns gerechnet hat – und wir hatten die Chance. Aber haben sie nicht genutzt. Gegen Eisenach müssen wir nun die Punkte holen.