2. Handball-Bundesliga: HSG Konstanz – ASV Hamm (Samstag, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle). – Dass der Start angesichts des Auftaktprogramms schwer werden würde, war jedem bei der HSG Konstanz klar. Nach zwei guten Auftritten gegen die beiden Ex-Erstligisten und Topteams Hüttenberg und Bietigheim steht nun der Höhepunkt an Herausforderung bevor. Am Samstag kommt Spitzenreiter ASV Hamm, ebenfalls ein Ex-Erstligist, der sich die Rückkehr in die Bundesliga auf die Fahnen geschrieben hat, mit 4:0 Punkten, 18 Toren plus und als einziger Zweitligist im Achtelfinale des DHB-Pokal. Die 27:18- und 36:27-Siege gegen Bietigheim und Dresden dürften Gästetrainer Kay Rothenspieler aber deutlich wichtiger sein für den ganz großen Wurf Aufstieg, auf den seit Jahren mit professionellen Strukturen hingearbeitet wird.

Hamm hat hochkarätige Neuzugänge

Die hochkarätigen Neuzugänge Merten Krings, Marten Franke (beide TV Emsdetten) sowie der junge Niederländer Ivar Stafvast (Limburg) bringen viel Qualität und können in einer eingespielten, erfahrenen und routinierten Mannschaft das letzte noch fehlende Puzzleteil sein. „Die Mannschaft ist reifer geworden und unsere Mentalität hat sich sehr positiv verändert“, freut sich Rothenspieler.

Trotzdem freut sich die HSG auf das Duell

Aufseiten der HSG Konstanz steigt angesichts der klaren Rollenverteilung dennoch die Vorfreude auf das nächste Highlight. „Viel schwieriger und heftiger“ wird es diese Saison für die HSG nicht werden, ist sich Daniel Eben sicher. Der Konstanzer Cheftrainer musste mit seiner Mannschaft zuletzt zwei knappe, unglückliche Niederlagen hinnehmen, die, wären sie vor der Saison so vorhergesagt worden, für viele schon eine überaus positive Überraschung gewesen wären. Trotz der völlig ausgeglichenen Begegnungen gegen zwei Favoriten ist Eblen nicht ganz zufrieden. „Damit“, führt er aus, „war zwar gegen einen Erstligaabsteiger nicht zu rechnen. Aber wir hatten sogar Möglichkeiten auf Zählbares.“ Punkte auf der Habenseite wären nicht nur für die Tabelle und das Saisonziel Klassenerhalt wichtig, auch „für das Gemüt hätten sie gut getan“, sagt der 44-Jährige.

David gegen Goliath

Im Duell David gegen Goliath geht es ihm daher vor allem um den nächsten Schritt in der Entwicklung und Anpassung an das hohe Niveau in der 2. Bundesliga, gegen eine „echte Männermannschaft“ mit „dem besten Angriffsspieler der Liga“ (Neuzugang Merten Krings). Noch mehr Geschwindigkeit im eigenen Spiel nach vorne, noch mehr Abschlüsse aus dem Rückraum gegen kompakt und defensiv stehende Gegner und noch flüssigeres Zusammenspiel sind seine Wünsche an die Spieler. Gegen die wohl am besten in Fahrt befindliche Mannschaft der Liga eine Herkulesaufgabe, das weiß er. Eblen: „Die Entwicklung der vergangenen Jahre in Hamm ist aller Ehren wert. Kai wird seine Mannschaft früher oder später in die 1. Liga führen.“

Emotionales Match in der Schänzle-Halle

Rothenspieler selbst erwartet ein sehr emotionales Match im Konstanzer Hexenkessel und nimmt die Favoritenrolle an. Gleichzeitig fordert er, ein „engagiertes, konzentriertes und gutes Spiel“, das für den dritten Erfolg in der dritten Partie nötig sei. Denn über die HSG Konstanz weiß er, „dass sie die Spiele mit sehr viel Leidenschaft angeht. Bei den knappen Niederlagen fehlte vielleicht ein wenig die Cleverness in den entscheidenden Phasen.“ Rothenspieler: „Auf Konstanz freuen wir uns, das ist wieder eine schöne Fahrt.“ Und er ergänzt: „Mit den Aufsteigern kommen wieder gute Mannschaften dazu. Das macht die Liga noch stärker.“

Ziel der Konstanzer: sich bestmöglich wehren und lernen

Ziel der Gelb-Blauen im zweiten Heimspiel ist, weiter an sich zu arbeiten und aus den Erfahrungen zu lernen. Gestählt durch die Vergleiche mit den Topteams der Liga soll dann bald die Belohnung in Form von Punkten kommen. Gegen Hamm heißt es erst einmal, sich bestmöglich zu wehren, einen heißen Kampf zu liefern und möglichst wieder zu überraschen. Was auch immer dies gegen das derzeit heißeste Team des Bundesliga-Unterhauses heißt. Zumindest die bisherigen Aufeinandertreffen in der Schänzle-Hölle waren (26:28, 21:24) richtig eng und bis in die letzten Sekunden hart umkämpft.

Das Spiel wird im kostenlosen Livestream auf www.hsgkonstanz.de/livestream übertragen.