Oberliga: Die Anfangseuphorie beim 1. FC Rielasingen-Arlen sorgte für einen recht erfolgreichen Start des Neulings. Platz vier nach den Auftaktspielen – das war schon mal ein Zeichen: Ein Aufsteiger, der mitreden will! Einem 2:0 über den SSV Reutlingen folgte ein 1:1 beim Derby in Villingen.

Doch was sich gegen den SSV Reutlingen angedeutet hatte, sich wegen eines Glanztages von FC-Keeper Christian Mendes aber nicht auswirkte, sollte dann wenig später beim Heimspiel gegen den SV Linx den Ausschlag geben: teilweise gravierende Fehler in der Hintermannschaft.

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Und das 2:3 gegen Linx stand auch in anderer Hinsicht fast schon stellvertretend: Gegen direkte Konkurrenten gab es oft nichts zu holen für den 1. FC Rielasingen-Arlen.

Was nutzt es, wenn er gegen den FC 08 Villingen, der ganz andere Ambitionen hat, zwei zweifelsfrei achtbare Remis herausholt, dann aber gegen Dorfmerkingen, Linx oder zuletzt Ilshofen verliert? Letztlich führte das dazu, dass das gut gestartete Team auf einem Abstiegsplatz überwintern muss.

Woran liegt es?

Wo kann das Trainerteam um Michael Schilling in der Vorbereitung auf den Wiederbeginn die Hebel ansetzen? Zur erwähnten Abwehrschwäche wäre zu sagen, dass die jungen Spieler in der Defensive zweifelsfrei hoch veranlagt und technisch beschlagen sind. So sehr sogar, dass sie alle Situationen eher spielerisch lösen wollen, was sich mehrfach rächte und Niederlagen einleitete.

Die Rückkehr von Tobias Bertsch brachte zwar etwas mehr Stabilität, doch wenn der Ball im Spielaufbau in Strafraumnähe vertändelt wird, dann ist der Gegenzug eben schwer zu verteidigen.

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In der Verbandsliga konnte der 1. FC sich auf die „Tormaschine“, auf das Duo Silvio Battaglia und Nedzad Plavci, verlassen. Die hatten mit zusammen 60 Treffern einen großen Anteil am Rielasinger Aufstieg. Es reicht bekanntlich, wenn man ein Tor mehr als der Gegner schießt. Das klappt eben nicht mehr. Auf sieben Treffer kommt Plavci nach 19 Spielen, auf nur drei Battaglia.

Spielerisch sieht das bisweilen gut aus, was die Hegauer zeigen, im Mittelfeld angekurbelt von Tobias Bertsch, dem unermüdlichen Christian Mauersberger und dem vom SSV Reutlingen gekommenen Ivo Colic. Doch in der Nähe des gegnerischen Tores stehen nun eben keine Verbands-, sondern Oberliga-spieler, die deutlich kompromissloser zur Sache gehen.

Wäre Marcel Simsek eine Verstärkung für das Oberligateam?

Nun wäre es einfach, für die heiklen Mannschaftsteile Verstärkungen während der Winterpause zu fordern. Das ginge an der Realität ein wenig vorbei, auch wenn in der Region viel über das Budget des Aufsteigers spekuliert wird. Wo soll sich der 1. FC bedienen? In der Region gibt es keinen routinierten Defensivspieler, der nahtlos die Abwehr verstärken könnte, von einem Stürmer ganz zu schweigen. Da wäre Bezirksliga-Torjäger Marcel Simsek, der nach Belieben trifft – in der Bezirksliga. Aber ob er das in der Oberliga bringen könnte, wo sich die Verbandsliga-Torjäger Battaglia und Plavci schwer tun?

„Viele Spieler sind mental noch nicht in der Oberliga angekommen“, zog FC-Coach Michael Schilling vor Wochen ein Zwischenfazit. Da kann der Trainer ansetzen, den jüngeren Spielern vermitteln, dass sie sich beim erfahrenen Benjamin Winterhalder etwas abschauen könnten. Wenn dann noch der Fokus auf die „big points“ gelingt, müsste der Klassenerhalt machbar sein.