Seit der Saison 2019/20 ist der TTC Singen das Aushängeschild des Tischtennis-Bezirks Bodensee. Nach der Oberliga-Meisterschaft 2018 schlagen die Singener nun in der Regionalliga, der vierthöchsten deutschen Spielklasse, auf. An Nummer eins gesetzt ist Adam Robertson, der zu den absoluten Top-Spielern der Liga gehört.

Adam Robertson in Aktion.
Adam Robertson in Aktion. | Bild: Waibel, Markus

Doch wie stark ist die Nummer eins des TTC Singen wirklich? Wir haben dem Waliser auf den Zahn gefühlt und unseren besten Mann an die Platte geschickt: Dirk Salzmann, Sportredakteur und früher selbst aktiver Tischtennisspieler.

Dirk Salzmann an der Platte.
Dirk Salzmann an der Platte. | Bild: Waibel, Markus

Zugegeben, Salzmanns Zeiten als Sportler sind längst vorbei. Und ein kleines bisschen sieht man dem Kollegen im Hüftbereich auch an, dass er inzwischen mehr über Sport schreibt und ihn auf der Couch in bequemer Liegeposition konsumiert, statt selbst aktiv zu sein. Doch da Timo Boll keine Zeit hatte und auf die Schnelle auch keine chinesischen Profis aufzutreiben waren, muss der 42-jährige Wahl-Radolfzeller ran. „Ich hab‘ keine Sportschuhe“ – die erste Hürde vor dem epochalen Duell Robertson vs. Salzmann wird mit dem Gang ins Sportgeschäft genommen. „Kein Schläger mehr“ – auch kein Problem: Der TTC Singen hilft freundlicherweise aus.

Bild: Salzmann, Dirk

Salzmanns selbst gestecktes Ziel: Von zehn in der Liga gefürchteten Robertson-Aufschlägen will er fünf zurück auf die Platte bringen. Ein ehrgeiziges Unterfangen, wie schon der erste lockere Ballwechsel der beiden Kontrahenten zeigt. Noch stottert der Salzmann-Motor etwas, doch dann kommt der ehemalige Kreisligaspieler des TTC Lauchringen in Fahrt und lässt sein Können aufblitzen.

Video: Markus Waibel

Genug geplänkelt, Zeit für das epochale Duell. Doch bevor wir die beiden Kontrahenten an die Platte schicken, werden sie natürlich vorgestellt mit ihren größten Erfolgen. Auf der einen Seite Adam Robertson, Silbermedaillengewinner bei der U-18-Europameisterschaft in Bratislava im Jahr 2000, auf der anderen Dirk Salzmann, der immerhin schon mal Bronze geholt hat – bei den Bezirksmeisterschaften Hochrhein, Jungen B. Dank Freilos in Runde eins, einer überschaubaren Zahl von Teilnehmern und vielen Netzrollern...

Video: Waibel, Markus

Ein letzter grimmiger Blick aus Tigeraugen, dann geht‘s los. So lasset die Spiele beginnen:

Video: Waibel, Markus

Schlechter Start des Herausforderers: Den ersten Ball setzt Salzmann gleich mal ins Netz. Doch der zweite Versuch macht Mut – einen Punkt hat er schon. Und auch den dritten Versuch bringt der krasse Außenseiter auf die Platte. Das riecht nach einer Sensation, nach dem größten Comeback seit Lazarus. Doch dann der Absturz, nur noch ein Punkt ist Salzmann vergönnt, und das auch nur, weil bei Versuch Nummer 9 der Aufschlag von Robertson nicht korrekt ist.

Shakehands nach dem Duell.
Shakehands nach dem Duell. | Bild: privat

Schluss, aus, vorbei: Nur dreimal kann Salzmann dem walisischen Tischtennis-Crack die Bälle um die Ohren hauen. Die Enttäuschung ist schnell verflogen, als Robertson mit walisischem Akzent und britischem Fairplay gratuliert: „Respekt! Dafür, dass Du zehn Jahre lang nicht mehr gespielt hast, war das richtig gut.“

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Vielleicht kann Adam Robertson das durch den Sieg gegen den SÜDKURIER-Herausforderer gewonnene Selbstvertrauen ja im Abstiegskampf brauchen.