2. Handball-Bundesliga: Doch, der Blick auf die ersten beiden Saisonspiele schmerzt den 25-Jährigen.
Zweimal gut gespielt, zweimal die Siegchance gegen ambitionierte Ex-Erstligisten kreiert, zweimal hauchdünn nur zweiter Sieger. „Das ist äußerst ärgerlich“, sagt Felix Krüger, wohl wissend, dass sich der Außenseiter toll präsentiert hat, aber eben auch die Möglichkeit auf unerwartete Punkte aus den Händen gleiten ließ. „Wenn wir konstant das hohe Niveau spielen“, konstatiert er, „sind drei oder vier Punkte drin. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen.“ So aber war die HSG vielleicht doch noch zu grün und musste sich deshalb mit positiven Eindrücken gegen die Favoriten begnügen.

Gegen direkte Konkurrenz punkten

Krüger, der sein Studium der Sportwissenschaften abgeschlossen und an der Uni Konstanz ein zweites in Wirtschaftswissenschaften begonnen hat, weiß zu differenzieren. „0:4 Punkte sind Mist“, sagt er. Aber auch: „Gegen diese Gegner müssen wir nicht unsere Punkte holen. Es werden die Spiele gegen direkte Konkurrenten kommen, in denen wir müssen.“ Das nächste Heimspiel zählt definitiv nicht dazu.

Rollen gegen Hamm klar verteilt

Wenn Tabellenführer ASV Hamm – einziger Zweitligist im Achtelfinale des DHB-Pokals nach deutlichem Erfolg gegen Erstligist Minden – am Samstag, 20 Uhr, in die „Schänzle-Hölle“ kommt, sind die Rollen wieder klar verteilt. Mit 4:0 Punkten und plus 18 Toren hat Hamm seine Ambitionen als der für viele heißeste Titelkandidat mit Nachdruck untermauert. Krüger: „Da müssen wir uns keinen Druck machen. Die Ergebnisse von Hamm sind eine Ansage. Aber wenn sich eine Chance auftut, wollen wir da sein.“

Krüger fühlt sich wohl in Konstanz

So wie er selbst bis mindestens 2021 in Konstanz. Weil er sich wohlfühle, seine Freundin, die gerade eine neue Arbeitsstelle gefunden hat, ebenso. „Und“, erzählt er, „ich habe hier von Anfang an das Vertrauen des Trainers gespürt.“ Zusammen mit den Fans gibt es für den in Alpirsbach groß gewordenen Linkshänder nur ein Ziel: Klassenerhalt. Dazu möchte Krüger, der seit 2013 bei der HSG spielt, seinen Teil beitragen und hofft, dass es die junge Mannschaft schafft, künftig immer die nötige Härte in der Abwehr ins Spiel zu bringen. 24 und 25 Gegentore gegen zwei Topteams der Liga sind nicht die schlechteste Empfehlung. „Dass wir eine schwere Saison vor uns haben, war klar“, hält er fest. „Aber manchmal ist es gut, nicht nachzudenken und einfach zu machen.“

Jugendlich unbekümmert ein Vorteil?

So könnte die jugendliche Unbekümmertheit zum Vorteil werden, weil eine homogene Truppe zusammen sei, so das Rückraum-Ass. „Wir haben eine gute Teamchemie, geben nie auf und glauben immer an uns.“ Nicht die schlechtesten Charaktereigenschaften. Und: „Wir sind wild, geben Gas“, so Krüger mit einem verschmitzten Grinsen. Es müssen die Gedanken an die „Schänzle-Hölle“ gewesen sein, die in diesem Moment hochgekommen sind. Denn „wild“ wird es, wenn die Gelb-Blauen aufs Parkett kommen auch auf den Rängen. „Ich habe selten so eine Wand erlebt“, sagt der Torjäger, „die so nach vorne treibt. Das muss ein riesiger Vorteil für uns sein.“ Am Samstag hat der Hexenkessel wieder geöffnet.