Fußball, Bezirksliga: 17 Vereine kämpfen in der Saison 2017/18 in der Bezirksliga Bodensee um Titel und Aufstieg oder gegen den Abstieg in die Kreisliga A. Zwei ambitionierte Absteiger kommen aus der Landesliga in die Staffel: der VfR Stockach und der Hegauer FV. Mit dabei sind auch vier freche Neulinge: der FC Anadolu und der BSV Nordstern aus Radolfzell, der FC Uhldingen und die SG Illmensee/Heiligenberg. Die neue Runde verspricht 32 spannende Spieltage. Schon die erste Partie, die am Freitagabend, 18.45 Uhr, angepfiffen wird, könnte ein attraktives Duell ergeben, wenn der Ex-Landesligist Hegauer FV auf den Neu-Bezirksligisten FC Anadolu trifft, der einen gesicherten Mittelfeldplatz anpeilt.

VfR Stockach

Nach einer enttäuschend verlaufenen Saison findet sich der VfR Stockach in der Bezirksliga wieder. Eine Entwicklung, mit der man im Verein nicht unbedingt gerechnet hatte. „Wir wussten, dass wir eine sehr junge Mannschaft ins Rennen geschickt hatten und die Leistung deshalb auch Schwankungen unterliegen würden“, verrät der Spielausschussvorsitzende Hubert Schuler, schränkt jedoch ein: „Nichtsdestotrotz war das Saisonziel eigentlich ein einstelliger Tabellenplatz – über den Ausgang waren Verein, Funktionäre und Mannschaft natürlich sehr enttäuscht.“ Nun soll das kommende Jahr optimal genutzt werden. „Der Plan ist, dass sich unsere Mannschaft weiterentwickelt und noch mehr zusammenwächst – trotzdem ist es auch unser Ziel, direkt um den Wiederaufstieg mitzuspielen“, sagt Schuler.

Hegauer FV

Auch der Hegauer FV musste am Ende einer bitteren Spielzeit den Abstieg aus der Landesliga hinnehmen. Dabei scheiterte die Mannschaft schlussendlich vor allem an der mangelnden Defensivleistung. Die 76 kassierten Tore erwiesen sich im Kampf um das rettende Ufer als zu belastende Hypothek, denn die Mannschaft aus dem Hegau steckte damit in der Staffel die meisten Gegentreffer ein. Somit kam der Abstieg auch nicht allzu überraschend. Während die Mannschaft aus Stockach, die der Hegauer FV nun in der Bezirksliga wieder treffen wird, punktgleich mit drei anderen Teams nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses abstieg, fehlten bei den Hegauern stolze sechs Zähler zum Klassenerhalt.

SV Denkingen

Trotz guter Leistungen blieb dem SV Denkingen in der Bezirksliga in der vergangenen Saison nur der undankbare dritte Platz. „Insgesamt betrachtet sind wir Trainer mit der vergangenen Saison sehr zufrieden. Zielsetzung nach dem Abstieg war ein Platz unter den ersten Fünf“, beteuert Co-Trainer Markus Reichle. Er betont die Weiterentwicklung des Teams in Sachen Offensivfußball: „Es war auch unser vorrangiges Ziel, den treuen Fans in Denkingen mehr Spektakel zu bieten.“ Nun soll etwas ganz anderes ins Auge gefasst werden. „Zielsetzung ist in dieser Saison, einen Platz besser zu sein als letzte Saison. Wohlwissend, dass die Konkurrenz nicht kleiner sein wird“, so Reichle. „Wir hoffen da jetzt einfach auf eine gewisse Entwicklung der Mannschaft mit weniger Anlaufschwierigkeiten und Schwankungen.“

SV Allensbach

„Unser Fazit ist durchweg positiv. Wir konnten mit unseren zur Verfügung stehenden Mitteln das Maximum erreichen“, blickt SVA-Trainer Sascha Deiringer zufrieden auf das vergangene Jahr zurück. Die Formel für den Erfolg ist für ihn schnell gefunden. „Was uns stark gemacht hat, war der Teamgeist, und an diesem müssen wir weiterhin festhalten“, fordert er. Angesichts eines durcheinandergewürfelten Teams keine leichte Aufgabe. „Es gab bereits in der vergangenen Halbserie viele Abgänge und nun sind Neuzugänge hinzugekommen, die integriert werden müssen“, sagt Deiringer und wagt einen Ausblick: „Die Hinrunde wird deshalb im Zeichen der Integration der neuen und sehr jungen Mannschaft stehen – wir werden ein sehr schweres Jahr vor uns haben.“

SC Gottmadingen-Bietingen

„Mit dem Ausgang der Saison waren alle mehr als zufrieden“, bekräftigt Rudolf Endres, Pressewart beim SC Gottmadingen-Bietingen. „Trotz des Fehlstarts mit nur zwei Punkten aus den ersten fünf Spielen und dem letzten Tabellenplatz hatte man Vertrauen in Trainer und Mannschaft, denn die Moral stimmte“, sieht er die Unterstützung für Coach Oscar Catediano in schwierigen Zeiten als gerechtfertigt an. Nun bricht eine neue spannende Saison an. „Wie in den letzten Jahren geht eine noch weiter verjüngte Mannschaft an den Start“, verrät Endres. „Natürlich wünscht man sich eine Position im oberen Drittel, am Ende darf es aber gerne mehr sein als zuletzt Platz fünf – Voraussetzung dafür ist aber die Integration der Neuzugänge, denn Schlüsselspieler müssen ersetzt werden.“

FC Öhningen-Gaienhofen

„In der vergangenen Saison waren wir froh, den Klassenerhalt frühzeitig gesichert zu haben“, zieht Axel Schäuble, Spielausschussvorsitzender beim FC Öhningen-Gaienhofen, ein Fazit. „Obwohl wir zwischenzeitlich sogar Tabellenführer waren, erwies sich der Spielerkader einfach als zu dünn.“ Neben neuen Spielern kann man auf der Höri auch einen neuen Trainer begrüßen. Mit Alessandro Paolantonio, letzte Saison als Übungsleiter beim TSV Aach-Linz tätig, übernimmt ein in der Bezirksliga bekanntes Gesicht. „Die Ziele sind klar gesteckt, wir wollen besser abschneiden als letzte Saison, was bedeutet, dass wir unter die ersten Fünf kommen und so lange wie möglich die Aufstiegsplätze in Reichweite haben wollen“, gibt Schäuble die Marschroute vor.

SV Mühlhausen

„Trotz vieler Verletzungen von wichtigen Spielern haben wir das Maximale aus der Saison herausgeholt“, findet SVM-Coach Eddy Wiedenmaier. „Die Mannschaft ist noch enger zusammengewachsen und hat viel Erfahrung gesammelt, aber auch Lehrgeld bezahlt.“ Diese Erfahrungen sollen dem Team jetzt helfen, den nächsten Schritt zu machen. „Die Konstanz ist es, die in dieser Liga den Unterschied ausmacht. Sich vor jedem Spiel zu fokussieren und das Maximale abzurufen. Hieran gilt es zu arbeiten“, sagt Wiedenmaier. „Im Sommer ist eine komplette Viererkette weggebrochen. Diese gilt es neu zu formieren und aufzubauen. Wichtige erfahrene Spieler sind nicht mehr da. Neue junge und unerfahrene Spieler müssen diese Lücke schließen.“

SV Orsingen-Nenzingen

„Obwohl wir bis zum drittletzten Spieltag warten mussten, um in Sachen Klassenerhalt ganz sicher zu sein, war es letzten Endes eine gute und souveräne Saison, auf die wir als Achtplatzierter auch stolz sein können“, hebt Ralph Schweizer, Trainer des SV Orsingen-Nenzingen, hervor. „Mit etwas mehr Glück und Konstanz in unseren Leistungen wäre sogar der eine oder andere Tabellenplatz weiter vorne drin gewesen“, glaubt er. „Die Spiele, die wir gegen die unteren Mannschaften unnötig vergeigt haben, haben wir in den Spielen gegen Mannschaften von oben oft eindrucksvoll gerade gebogen.“ Nun ist seine Elf erneut gefordert. „Unsere Abgänge müssen wir im Kollektiv als Mannschaft auffangen und noch enger zusammenrücken“, fordert Schweizer.

Hattinger SV

„Nach einer guten Anfangsphase haben wir im Mittelteil der Saison aufgrund von Verletzungen und zu kleinem Kader sehr schlecht gespielt. Wie die Mannschaft dann aber im letzten Saisondrittel aufgedreht und den Klassenerhalt gesichert hat, war überragend“, freut sich HSV-Präsident Thomas Gaßner über die geglückte Trendwende nach dem Trainerwechsel unter der Saison. In der kommenden Spielzeit wünscht er sich jedoch etwas mehr Ruhe. „Wir wollen uns von den Abstiegsregionen fernhalten und hoffen deshalb auf einen einstelligen Tabellenplatz“, gibt Gaßner seiner Elf ein klares Ziel vor. „In der Vorbereitung haben wir vor allem im physischen Bereich und an der Offensive gearbeitet“, gibt Gaßner Einblick in die Trainingsarbeit.

TSV Aach-Linz

„Da ich neu zum Verein gekommen bin, möchte ich nicht beurteilen, wie die letzte Saison verlaufen ist, beziehungsweise was verbessert werden sollte“, hält sich Trainer Patrick Hagg, beim TSV Aach-Linz Nachfolger von Alessandro Paolantonio, etwas bedeckt. Er will vor allem Taten sprechen lassen. „Ich bin der Meinung, dass Erfolg nicht planbar ist, Leistung hingegen schon“, verrät er seine Philosophie. „Um diese zu verbessern, brauchen wir eine hohe Trainingsbeteiligung und wenige Verletzte.“ Konkreter will er vorerst nicht werden. „Das Spiel ist zu komplex, um sich nur auf einzelne Punkte zu konzentrieren“, betont er. „Ich habe den Anspruch, dass wir uns in allen Phasen des Spiels deutlich verbessern werden.“

SG Reichenau/R.-Waldsiedlung

„Für uns als letztjährigen Aufsteiger war das Ziel ganz klar der Klassenerhalt. Dieses Ziel haben wir knapp am letzten Spieltag erreicht“, ist Rolf Blum, Sportlicher Leiter der SG, mit dem Abschneiden mehr als zufrieden. „Generell geht es für unseren Verein, mit den vorhandenen Möglichkeiten, nur um den Klassenerhalt“, meint er bescheiden. Für ihn bleibt nichtsdestotrotz eine wichtige Erkenntnis zurück. „Die letzte Spielzeit hat gezeigt, dass es, wenn alle an einem Strang ziehen, auch möglich ist, in dieser Liga mitzuhalten“, bekräftigt Blum. „Wie immer, kommt es nun darauf an, wie sich eine Mannschaft findet und entwickelt. Wir haben studienbedingt einige personelle Engpässe zu verkraften, hoffen aber, diese durch unseren eigenen Nachwuchs kompensieren zu können.“

TSV Konstanz

„Wir sind letztes Jahr eigentlich gut in die Saison gestartet und wollten wie in der Saison zuvor um den Aufstieg mitspielen. Leider entwickelte sich mit zunehmender Dauer die Mannschaft nicht weiter und so mussten wir am Ende noch froh sein, dass wir nicht in die Kreisliga abgestiegen sind“, ärgert sich der TSV-Vorsitzende Abdullah Karaboga über die verkorkste vergangene Saison. Unter dem neuen Trainer Peter Armbruster soll nun alles besser werden. „Wichtig war, dass man innerhalb des Vereins die Missstände erkannt hat und einige Veränderungen auf den Weg gebracht hat“, ist sich Karaboga sicher. „Die Zielsetzung für die neue Saison heißt Klassenerhalt“, stellt er klar. „Wir wollen mit dem neuen Trainer eine harmonische, junge Mannschaft aufbauen und weiterentwickeln.“

SV Deggenhausertal

„Nach einer sehr schlechten Vorrunde haben wir in der Winterpause noch mal alle Kräfte gebündelt und sind dann hoch motiviert in die Rückrunde gegangen, wo wir ordentlichen Fußball gespielt hat und dann auch die nötigen Punkte eingefahren haben“, blickt SVD-Trainer Markus Mecking auf die vergangene Saison zurück. Nach einer atemberaubenden Vorsaison wechselten vier Stammspieler zu höherklassigen Vereinen. „Durch diesen Ausverkauf war uns klar, dass diese Saison sehr schwer werden würde“, sagt Mecking. „Nur durch guten Trainingsbesuch und Teamgeist haben wir am Ende den Klassenerhalt geschafft“, betont er. Nun hofft man im Deggenhausertal auf eine ausgeglichenere Saison und hat in der Vorbereitung intensiv an allen Bereichen gearbeitet.

FC Anadolu Radolfzell

Von der türkischen Gemeinde in Radolfzell erst 2013 gegründet, gelangen dem FC Anadolu Radolfzell innerhalb von vier Jahren drei Aufstiege. „Sportlicher Erfolg kommt nicht aus heiterem Himmel, sondern ist das Produkt der guten Zusammenarbeit des Vorstands und der emotionalem Bindung vieler Spieler zu unserem Verein“, streicht der Vereinsvorsitzende Ahmet Aktay heraus. Auch weiterhin bleibt der noch junge Club ambitioniert. „Wir konnten den ehemaligen Jugendtrainer von Rapid Wien, Bülent Babür, als Chefcoach gewinnen“, freut sich Aktay. „Bülent besitzt die Uefa B-Lizenz und die Jugend-Elitelizenz und hat mit der Mannschaft bereits an Motivation, Fitness, Taktik und Zusammenhalt gearbeitet.“ Trotzdem wird zunächst ein gesicherter Mittelfeldplatz als Saisonziel ausgegeben.

FC Uhldingen

„So war das natürlich nicht zu erwarten, als ich die Mannschaft vor eineinhalb Jahren als Drittletzter in der Winterpause übernommen habe“, wirkt der Uhldinger Trainer Daniel Brode angesichts der beeindruckenden Saison, die seine Mannschaft mit dem Aufstieg krönte, selbst ein wenig überrascht. „Wir haben das Team im letzten Sommer punktuell in allen Mannschaftsteilen verstärkt, und die Spieler haben sich in diesem Jahr fußballerisch und menschlich extrem weiterentwickelt“, hebt der Uhldinger Trainer hervor. Deshalb glaubt er, auch in der Bezirksliga eine gute Rolle spielen zu können „Wenn wir von Verletzungssorgen verschont bleiben, bin ich sicher, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben werden“, gibt er sich selbstbewusst.

BSV Nordstern Radolfzell

Nach 35 Jahren Abstinenz ist der Verein von Spielertrainer Antonio Fiore Tapia zurück in der Bezirksliga. „Wir haben eine perfekte Saison gespielt, die so nicht zu erwarten war. Mittelfristig war der Aufstieg unser Ziel, aber dass es schon in diesem Jahr klappen würde, hätten wir nicht gedacht“, ist Fiore Tapia beinahe sprachlos. „Das ist eine Riesensache für den gesamten Verein, wir sind alle sehr glücklich“, unterstreicht er. „Ich kann mich nur bei den Spielern, dem Trainerteam, dem Vorstand und unseren tollen Fans bedanken – dieser Erfolg ist das Produkt vieler Leute.“ Nun gilt die volle Konzentration dem Ligabetrieb. „Es geht nur darum, die Liga zu halten. Wir werden vom ersten Tag im Abstiegskampf sein“, fürchtet Fiore Tapia. „Das wird der absolute Überlebenskampf.“

SG Illmensee/Heiligenberg

„Letzte Saison konnte nicht besser verlaufen. In meinem ersten Jahr als Trainer der SG haben wir in der Relegation den Aufstieg zur Bezirksliga geschafft“, frohlockt Trainer Marco Kernler. „Es war für die Mannschaft ein absolutes Highlight, vor so vielen Zuschauern spielen zu dürfen.“ Überhaupt kann Kernler für seine Elf kaum genug lobende Worte finden. „Die Mannschaft hat ein großes Herz und einen super Zusammenhalt, jeder kämpft hier für jeden – das war unser absolutes Plus im Aufstiegsrennen“, sagt Kernler. Trotzdem soll noch Feintuning betrieben werden. „Wir wollen uns im Bereich Taktik und Spielsystem deutlich verbessern“, verrät der Trainer. Er ist sicher: „Bleiben alle gesund, werden wir am Ende der Runde nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“

Der erste Spieltag

Freitag, 18.45 Uhr

Hegauer FV – FC Anadolu Radolfzell

Samstag, 16 Uhr

Gottmadingen-B. – Nordst. Radolfzell

Sonntag, 15 Uhr

Türk. SV Konstanz – TSV Aach-Linz

Deggenhausertal – Reichenau/Walds.

FC Uhldingen – SV Allensbach

SV Denkingen – Hattinger SV

Illmensee/Heiligenb. – Orsingen-Nenz.

Öhningen-Gaienhofen – VfR Stockach