Eishockey-DEL-2: Diese Saison war die längste in der Ravensburger Eishockeygeschichte und sie schrieb ein besonders erfolgreiches Kapitel. Mit einer überragenden Leistung in den Play-offs und dem 4:2-Seriensieg im Finale über die Löwen Frankfurt sicherten sich die Oberschwaben die Meisterschaft. Am Dienstagabend zogen sie mit einem Autokorso auf den Marienplatz, trugen sich ins Goldene Buch der Stadt ein und feierten in der CHG-Arena noch einmal ausgiebig den zweiten Titel.

„Ich bin einfach nur stolz, auf das, was wir gemeinsam geschafft haben“, sagte Kapitän Vincenz Mayer. Bei der Analyse des Erfolgs nimmt der Begriff „gemeinsam“ einen wichtigen Stellenwert ein, wie Mayer nachlegt: „Vergangenes Jahr hatten wir auch gute Spieler, aber wir waren kein Team. Nach zwei Jahren ohne Play-off-Teilnahme hatte das Management beim Kader großen Wert auf den Charakter der Profis gelegt. Geschäftsführer Rainer Schan und der im Februar beurlaubte Trainer Jiri Ehrenberger hatten ein gutes Händchen.

An 30 der 52 Hauptrundenspieltagen stand Ravensburg an der Spitze, zum Jahreswechsel aber am Scheideweg. Zwar blieben die Oberschwaben von großen Verletzungswellen verschont, der Ausfall von Stürmer Thomas Merl und kurzfristige Blessuren aber sorgten für einen Knick in der Formkurve, „Auch Jiri Ehrenberger hat Anteil am Titel, aber wir sehen uns im Nachhinein in der Entscheidung bestätigt, ihn gegen Rich Chernomaz auszutauschen“, begründete Frank Kottmann, Vorsitzender des Gesellschafterbeirats die überraschende Personalmaßnahme.

Rich Chernomaz machte ab 5. Februar wichtige Arbeit. Er analysierte die Rolle jedes Spielers, bot mit seiner großen Erfahrung als Spieler und Trainer psychologische Hilfestellung. „Manchmal braucht ein Spieler einen neuen Impuls, Kommunikation ist oft ein probates Mittel auf dem Weg zurück in die Spur“, sagte der 55-jährige Kanadier. Chernomaz ist auch ein „Fuchs“, wenn es um das „Drumherum“ geht. Sein Team konnte er auch in schier aussichtslosen Situationen neu motivieren. So wurde das geschichtsträchtige Schlussdrittel im Finalspiel drei zum Sinnbild der Meisterschaft. 0:4 lagen die Towerstars zurück, in der Schlusssekunde traf Supis zum 6:5. Dass sie den zweiten Matchpuck gegen weitgehend chancenlose Löwen verwandelten, zeugt von großer Entschlossenheit.

Im Vergleich zur Meisterschaft 2011 ist die Frage nach dem Aufstieg kein Thema. Der ist erst ab 2020/21 möglich. Auch dann wäre den Towerstars die Tür zum Oberhaus verschlossen. Die Kosten, die CHG-Arena DEL-tauglich umzubauen! Zum Hoffnungsschimmer werden jedoch Gedankenspiele, eventuell mit privaten Investoren eine Multifunktionsarena zu verwirklichen. Ob und wann dies gelingt, ist offen. Dieser Meistertitel zeigt aber, was möglich ist, wenn Management, Team, Sponsoren und Fans zusammenarbeiten. (end)