Herr Diwersy, zu welchem Zeitpunkt haben Sie sich mit dem Gedanken angefreundet, Tabellenführer der 2. Volleyball-Bundesliga werden zu können?

Wir haben lange versucht, erst gar nicht darüber zu reden. Aber dann hat der Sieg in Karlsruhe uns gepusht, und der Heimsieg über Grafing im letzten Hinrundenspiel – da war die Rolle angenommen. Wir wurden Tabellenführer, sind jetzt deshalb schon mal Favorit. Diese Chance wollen wir zunächst mal natürlich nutzen, aber Spitzenreiter zu sein und zu bleiben steht in der Mannschaft nicht an erster Stelle.

Das ist ein tolles Erlebnis, dass wir vorn mitspielen, statt wie ursprünglich als Ziel um den Klassenerhalt. Toll ist das nicht nur für uns, die Mannschaft, das ist auch toll für unsere Fans und den Fanclub Black Wall. Und obwohl wir ja unser Saisonziel schon erreicht haben, wollen wir dennoch jedes Spiel gewinnen, so lange wie möglich oben dabei bleiben.

Sie haben großen Anteil am Aufstieg des TSV Mimmenhausen aus den Amateurligen bis in die 2. Bundesliga, waren als Zuspieler maßgeblich am Klassenerhalt in der vergangenen Saison beteiligt. Jetzt müssen Sie Federico Cipollone Platz machen und ins zweite Glied rücken. Wie gehen Sie damit um?

Wir sind eine Einheit. Da akzeptiere ich, dass der Bessere Vorrang hat. Es ist doch schön, dass die Neuen, Federico Cipollone, Johannes Becker und Heiko Schlag, Teil der Familie TSV Mimmenhausen werden wollten. Wir haben sie nicht eingekauft. Und deshalb ist es auch letztlich egal, wer spielt. Diejenigen, die nicht regelmäßig spielen können, die müssen akzeptieren, dass es eben in der 2. Volleyball-Bundesliga professioneller zugehen muss.

Aber nicht nur Johannes Becker mit seiner Lockerheit und Frische hilft uns da extrem viel. Das passt doch offensichtlich ganz gut mit den neuen Spielern und wir können alle von einander lernen. Klar ist es immer schwer, wenn du nicht spielst, aber als Teil des Teams ist der Erfolg doch auch schön. Und wir bekommen so doch auch etwas zurück.

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Das neue Ziel des TSV Mimmenhausen: Möglichst lange ganz vorn dabei bleiben, am Ende der Saison zu den besten Drei gehören, sagt Spielertrainer Christian Pampel.

Bis dorthin sind doch noch so viele Spiele zu machen, wir haben doch gerade erst vier Partien der Rückrunde gespielt. Aber am Ende Meister zu werden, auf Platz eins zu stehen, wäre toll, ist aber nicht unser primäres Ziel.

Was zeichnet den TSV Mimmenhausen aus? Was sind aus Ihrer Sicht die Vorteile im Vergleich zur Konkurrenz?

Wofür wir bekannt sind, nicht erst seit wir in die Zweite Liga aufgestiegen sind, ist, dass wir nie aufgeben. In Gotha, vergangene Saison zum Beispiel, lagen wir 0:2 zurück und haben es dennoch geschafft. Wir verhinderten nicht nur die 0:3-Klatsche, wir haben sogar 3:2 gewonnen. Die Gothaer Fans kamen nach der Partie und lobten uns für unseren Kampfgeist.

Ich glaube, das ist eine unserer großen Stärken, dass wir nie aufgeben. Wir knicken auch dann nicht ein, wenn es mal nicht so gut läuft. Block-Feldabwehr hat uns übrigens auch in den unteren Ligen schon ausgezeichnet. Die Trainer, zum Beispiel des USC Konstanz oder von Karlsruhe, kamen oft nach dem Spiel und sagten, dass es unglaublich sei, wie wir immer wieder die Bälle holen.

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Die Bälle im Spiel halten, das ist die eine Seite der Medaille. Die andere daraus Punkte zu machen.

Da hat Christian Pampel, unser Spielertrainer, mit ganz speziellem Training dafür gesorgt, dass wir punkten. In der Abwehrübung muss jeder einmal den hohen Pass zuspielen, der gibt uns Zeit, uns neu zu sortieren, zu sichern und anzugreifen. Das geht auf Christian Pampel zurück, dass wir uns mit den Big Points belohnen.

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Nehmen wir einfach mal an, der TSV Mimmenhausen würde tatsächlich Meister. Aufstieg, ja oder nein?

Darüber, dass wir Meister werden können, haben wir noch gar nicht gesprochen. Aber soweit ich das sehe, steht ein Aufstieg nicht zur Debatte. Es gibt schon Stimmen, die sagen: steigt auf, nehmt das mit, auch wenn ihr alles verliert. Nehmt die Erfahrung mit. Aber ich glaube, das geht finanziell gar nicht.

Wir bräuchten dann ja größere Spieler, wir waren und sind noch immer körperlich die Kleinsten. Der eine oder andere von uns könnte sicher in der der Ersten Liga spielen. Aber wir bräuchten außerdem Profis, und das wäre zum einem gar nicht im Sinne des Vereins. Zum anderen fehlt dazu das Geld.