Schon vorab war klar: Es wird ein Duell mit – speziell für den Gastgeber aus Konstanz – besonderer Brisanz. Doch leider fehlte einer beim Blick auf den Aufstellungsbogen. Einer, auf den sich in der Schänzlehalle alle gefreut hatten – der Weltmeister von 2007, das Genie mit den genialen Ideen: Michael „Mimi“ Kraus. Dennoch: Die 1250 Zuschauer in der gut gefüllten Halle warteten gespannt auf das Derby – auf das Aufeinandertreffen des Drittliga-Aufsteigers und des Erstliga-Absteigers.

Konstanz zeigt sich zu Beginn hoch motiviert

Die HSG Konstanz zeigte zu Beginn, dass sie die Platte nicht – wie am ersten Spieltag – ohne Punkte verlassen will. Allen voran Samuel Wendel war hoch motiviert und erzielte die ersten vier Tore der Partie: 4:0 (6. Minute). Was für ein Auftakt für die Heimmannschaft. Die Gäste fanden zunächst überhaupt nicht ins Spiel, blieben die ersten neun Minuten ohne eigenen Treffer. Der Trainer der SG BBM, Hannes Jon Jonsson, sah sich den schläfrigen Auftritt seiner Mannschaft nicht lange an und nahm früh eine Auszeit (12.). Die Konstanzer Fans waren sichtlich angetan vom Auftritt ihrer Mannschaft. Der Geräuschpegel in der Schänzlehalle war in den ersten 15 Minuten enorm.

Doch Bietigheim wurde stärker und zeigte nun präzisere Pässe in der Offensive. Die

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Gäste verkürzten auf 6:9 (18.). Alleine HSG-Schlussmann Michael Haßferter sorgte mit zwei starken Paraden dafür, dass die Gastgeber ihre Führung halten konnten. Das Momentum war in dieser Phase aber klar auf Seiten der SG. In der 24. Minute hatte die HSG nur noch einen Zwei-Tore-Vorsprung: 11:9. Das Heimteam stabilisierte sich aber bis zum Pausenpfiff und hielt dagegen. Mit 14:12 für Konstanz wurden die Seiten gewechselt.

Guter Start für Konstanz und Rote Karte für Bietigheim in der zweiten Hälfte

Im zweiten Abschnitt erwischte die HSG einen guten Start. Wiederstein, Schlaich und Co. nahmen nun auch immer wieder das Publikum mit ins Boot und forderten die Zuschauer auf, das Team lautstark zu unterstützen. Sowohl Bietigheim als auch Konstanz verteidigte in dieser Phase aggressiv und clever, sodass wenige Tore fielen. Die HSG schaffte es, den Vorsprung um zwei Tore auszubauen: 19:15 (44.). In der 46. Minute sah Gästespieler Emanuel Max nach einem Schlag ins Gesicht gegen Fabian Schlaich zurecht die Rote Karte.

Bitteres Ende für die HSG

Die Spannung stieg in der Schlussviertelstunde von Minute zu Minute. Bietigheim hatte sich noch lange nicht aufgegeben und kam auf 19:20 heran (50.). Zwei Minuten später trafen die Gäste sogar erstmals zum Ausgleich: 20:20. Konstanz zeigte sich geschockt, Bietigheim bestimmte das Duell. Vier Minuten vor Schluss, beim Stand von 22:22, hielt es keinen Zuschauer mehr auf dem Sitz – die gesamte Halle erhob sich. Die SG ging in der 57. Minute mit 23:22 in Führung, der sonst so starke Tom Wolf scheiterte eine Minute vor Schluss mit seinem Wurf an Gäste-Torhüter Jonas Maier. Es war die Entscheidung. Konstanz schaffte es nicht mehr, den Rückstand zu egalisieren. Am Ende stand aus Sicht der Konstanzer ein 23:25 auf der Anzeigetafel, was aufgrund der über weite Strecken guten Leistung äußerst bitter für die HSG ist.

HSG Konstanz: Haßferter, Tölke (beide Tor); Stotz, Schlaich (1), Czako, Hild (1), Maier-Hasselmann (3), T. Wolf (4), Wiederstein (1), Kaletsch (6), Krüger, Beckmann, Braun (2), Jud (1), Keupp, Wendel (4). – Z: 1250.