Handball, 2. Bundesliga: VfL Lübeck-Schwartau – HSG Konstanz 20:17 (7:9). – Mit viel Frust und großer Enttäuschung kehrte die HSG Konstanz am Sonntagmorgen von ihrer 1800-Kilometer-Dienstreise an der Ostsee zurück. In einem von zwei starken Defensivreihen und Torhütern bestimmten Spiel hatte die HSG nach 30 Minuten alle Trümpfe in der Hand (9:7), brachte sich aber wie schon einige Male in dieser Saison binnen Minuten um den Lohn und konnte sich bei der 17:20 (9:7)-Niederlage nicht für den hohen Aufwand und Einsatz belohnen. Am Samstag, 20 Uhr, kommt nun der Aufstiegskandidat und ehemalige Europapokalsieger TuSEM Essen an den Bodensee.

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Intensiver Schlagabtausch

Ein Stemmwurf in den Block, ein Fehlpass rückwärts direkt in die Hände des Gegners, ein Torabschluss ohne Not am Ziel vorbei und noch ein Pass direkt in den Lauf des Gegners innerhalb kürzester Zeit – und hinweg war alles, was sich die HSG Konstanz über knapp 50 Minuten mühsam erarbeitet und aufgebaut hatte.

Starke Defensiven

In einem defensiv auf höchstem Niveau geführten, intensiven Schlagabtausch war das gleich doppelt bitter. Hatte sich Lübeck-Schwartau im Positionsangriff gegen einen sehr beweglichen, aggressiven Abwehrriegel der HSG und einen prächtig aufgelegten Torwart Michael Haßferter – mit acht Paraden und 31 Prozent gehaltenen Würfen erfolgreich – extrem schwer getan und kaum eine Lücke gefunden, so waren die leichten Tore über den Tempogegenstoß nun ein gefundenes, dringend benötigtes Fressen für die Gastgeber. Plötzlich war die Halle wieder zu Leben erwacht und die Hansestädter wie berauscht.

Nackenschlag für Konstanz

Für Konstanz ein Nackenschlag, von dem man sich trotz leidenschaftlichen Einsatzes und großen Kampfes nicht mehr erholte. Weil im Angriff – auf beiden Seiten – aufgrund der starken Abwehrreihen vieles Stückwerk blieb, weil wieder die alten Muster, die alte Hektik und unüberlegte Entscheidungen auftraten, weil erneut drei Siebenmeter nicht ihr Ziel fanden – und im Abschluss irgendwann Nerven und Selbstvertrauen gegen einen wie schon oft überragenden Dennis Klockmann fehlten. Der Ex-Keeper des THW Kiel brachte es auf satte 15 Paraden. 47 Prozent der Würfe auf sein Tor fing der Hüne ab. Allerdings mehrmals unterstützt durch unplatzierte Abschlüsse der Konstanzer.

Trainer Eblen enttäuscht

Cheftrainer Daniel Eblen war angesichts des Rückfalls enttäuscht. „Unser Ziel war, lange in Schlagdistanz zu bleiben. Die Jungs haben das zeitweise toll gelöst – und dann schaffen wir es immer wieder, in kurzen Phasen alles einzureißen. Das waren dumme Fehler.“ Dass beide Mannschaften unter Druck standen war dabei von Beginn an deutlich zu spüren. Es ging so viel über Einsatz, Abwehr und Leidenschaft. Die feine Klinge war auch nicht zu erwarten. Mit Bezug auf die kurzen, aber entscheidenden Schwächephasen seiner Mannschaft in der Abwehrschlacht meinte Eblen: „Dann wird es natürlich schwer. Zum Schluss haben wir es geschafft, den Gegner noch einmal in Hektik zu bringen – aber wir haben dann mit dem Ball genau das gleiche gemacht, anstatt die Zeit auszunutzen. Das ist ein bisschen symptomatisch.“

HSG Konstanz: M. Wolf, Haßferter (Tor); Stotz, Czako, Hild, T. Wolf (6/2), Wiederstein (1), Dangers (4), Kaletsch, Maier-Hasselmann, Beckmann, Braun (3), Jud (2), Keupp, Wendel (1). – Z: 2064.