Handball-Oberliga: SG Köndringen-TeningenHSG Konstanz II 34:32 (16:15). – Südbaden-Derbys gegen die SG Köndringen-Teningen schreiben stets ihre ganz eigenen Geschichten. So auch dieses Mal, in einem hochintensiven Duell, in dem wieder alles drin war. 66 Tore, zwölf Zeitstrafen, zwei Rote Karten und ein hitziger, aber jederzeit fairer Schlagabtausch ohne jede Verschnaufpause. Am Ende konnte der Aufstiegsfavorit einen hart erkämpften Sieg bejubeln. 16 Strafminuten waren Teningen aufgebrummt worden, dazu eine Rote Karte, der HSG acht und Rot für Samuel Löffler.

Keine unfaire, eine gute Partie von beiden Seiten

Das Bild, das dadurch auf den ersten Blick vermittelt wird, ist jedoch falsch. „Das war ein gutes Spiel von beiden Seiten“, befand Matthias Stocker. Die größten Sorgen bereiteten dem HSG-Coach die offenkundigen Probleme in der Deckung und im Zusammenspiel mit dem Torwart. In der ersten Hälfte noch „halbwegs in Ordnung“ (Stocker), wurden die Defizite immer größer: „In der zweiten Halbzeit war sie schlecht. Dazu kamen ein paar Fehler zu viel, auch im Angriff.“

Melnyk und Valda nicht in den Griff bekommen

Zu Beginn legte die HSG mit schnellen Gegenstößen stets vor, kurz nach dem Seitenwechsel führte Konstanz mit 18:17. Doch der aus der Ukraine verpflichtete Neuzugang Mykola Melnyk auf Mitte und Jan-Philipp Valda im linken Rückraum konnten schalten und walten, wie sie wollten. Alleine diese beiden Spieler kamen auf zehn und 13 Tore und waren somit fast alleine für die am Ende 34 Treffer der Gastgeber verantwortlich. Entsprechend angefressen war Stocker. „Wir haben sie nie den Griff bekommen und es nicht geschafft, sie als Team zu verteidigen.“ Zwar waren beide an diesem Tag „überragend“, doch die Zweitliga-Reserve stellte sich in den Zweikämpfen auch nicht besonders clever an. Als „teilweise abenteuerlich“ bezeichnete er das Geschehen in der Defensive. Da halfen auch die Umstellungen nicht.

Matthias Stocker hat noch viel Arbeit vor sich

Mit hohem Tempo von beiden Seiten kam die HSG nach vier Treffern (27:23, 47.) dennoch zurück. Kapitän Benjamin Schweda stellte per Strafwurf den Anschluss (28:29) neun Minuten vor Schluss her. Kurz darauf aber musste sie auf Löffler verzichten: Rot nach einer unglücklichen Abwehraktion. Wenig später sah dann der Teninger Fabrizio Spinner (dritte Zeitstrafe) Rot. Zwei Minuten vor der Sirene nutzte Jonas Hadlich die Überzahl zum neuerlichen Anschluss (32:33). Doch auch mit einem Mann mehr kam, was kommen musste: Valda besorgte mit seinem 13. Treffer die Entscheidung und für eine herbe Konstanzer Enttäuschung. „Einen Punkt“, so Stocker, „hätten wir verdient gehabt. Wir waren aber nicht clever genug. Ärgerlich, die Chance war da.“ Noch viel zu tun sei deshalb, „vor allem in der Abwehr müssen wir in die Spur kommen.“ (joa)

HSG Konstanz II: Gemeinhardt, Herrmann (beide Tor); Gottesmann (1), Mittendorf, Mack (1), Schweda (4/2), Hadlich (4), Michelberger (1), Fehrenbach (5), Volz (6), Mauch (5/2), Portmann, Dahm, Löffler (5).