Handball, A-Jugend-Bundesliga: TV Bittenfeld – HSG Konstanz 32:27 (15:13). – Bis zur 42. Minute hatte die mit nur neun Feldspielern angereiste HSG beim ambitionierten Erstliga-Nachwuchs ihr erstes Saisonspiel offen gestaltet (19:21). Eine echte Siegchance bot sich ihr allerdings nie. Etwas ernüchtert und mit dem Fazit, dass „wir weit weg von dem sind, was wir können“ kehrte Thomas Zilm von der Dienstreise zurück. „Bittenfeld hat verdient gewonnen“, meinte der HSG-Coach, der mit dem verletzten Luca Mastrocola einen herben Ausfall zu beklagen hatte.

Hausherren geben von Beginn an den Ton an

Die Hausherren gaben von Beginn an den Ton an, obwohl Konstanz nach sechs Minuten 3:2 führte, und der Siebenmeter von Florian Wangler war die letzte HSG-Führung (6:5). Die Gastgeber waren vor allem physisch deutlich überlegen, überzeugten spielerisch und „waren viel weiter im Mannschaftsspiel als wir“, hielt Zilm fest. „Man sieht, dass uns die Spiele auf höchstem Niveau in der Vorbereitung gefehlt haben.“ Kämpferisch wusste seine junge Truppe zu überzeugen. Sie biss sich in die Partie. Doch der HSG fehlten die schnellen Gegenstöße oder Angriffe über die zweite Welle. Im Positionsangriff tat sich die HSG Konstanz gegen einen massiven 6:0-Abwehrriegel sehr schwer. Zilm: „Gegen solche Gegner müssen wir in unser Laufspiel kommen.“

HSG kam nicht in ihr Laufspiel

Bittenfeld ließ dies nicht zu, sodass sich der Zweitliga-Nachwuchs nur nach Kräften wehren konnte. Und das, obwohl der Schweizer Jugend-Nationalspieler Leandro Lioi kurz nach Wiederbeginn mit einer Roten Karte vom Feld geschickt wurde. Keine zwei Minuten waren gespielt, als dieser bei einem Siebenmeter den Torwart in den Augen der Schiedsrichter ohne Bewegung des Schlussmannes am Kopf getroffen hatte. Mit dem 24:19 eine Viertelstunde vor dem Ende war die Partie entschieden.

Der Wille war da bei Konstanz

Mit körperlich starken Rückraumspielern zog Bittenfeld weiter seine Kreise, selbst als Konstanz das Spiel für einige Umstellungen und neue Möglichkeiten im Spiel nutzte. „Damit wir diese Dinge gegen Teams, die wir schlagen müssen, umsetzen können“, erklärte Zilm. „Wir müssen schnell wettkampffähig werden. Der Wille ist da, es fehlt an der Abstimmung und Umsetzung.“

Junioren müssen drauflegen

Was im Training schon sehr gut aussehe, müsse auch im Wettkampf abgerufen werden, fordert Zilm, dessen Mannschaft vor dieser Bundesliga-Spielzeit nicht durch die Qualifikationsrunden hatte gehen müssen. Drauflegen müssen seine Schützlinge, so der Konstanzer Übungsleiter. „Wir sind noch nicht eingespielt und müssen jetzt das Beste daraus machen. Es gilt, unser Leistungsvermögen abzurufen. Das haben wir noch nicht.“

HSG Konstanz: Bammel, Kovács (beide Tor); Eich (2), Hafner (5), Koch (1), Koester (2), Lioi (3), Löffler (1), Sahin, Stotten (2), Wangler (11/5).