Handball, 3. Liga: TuS Fürstenfeldbruck HSG Konstanz 32:38 (17:15): Festtag vor 750 Zuschauern, davon rund 70 aus Konstanz, in Fürstenfeldbruck: Mit einer bärenstarken Vorstellung in der zweiten Halbzeit gelang der HSG Konstanz der zehnte Sieg im zehnten Spiel. Damit stehen die Konstanzer mit 20:0 Punkten alleine an der Tabellenspitze.

Lützelberger erklärt die späte Auszeit

Nach dem ersten Sieg einer Mannschaft in dieser Saison in „Bruck“ kannte der Jubel im prall gefüllten Gästeblock keine Grenzen mehr. Bei HSG-Trainer Jörg Lützelberger war die Freude in diesem Moment jedoch etwas gedämpft. Nicht wegen des Unmutes, die seine letzte Auszeit 34 Sekunden vor dem Abpfiff bei einigen enttäuschten Panther-Fans hervorrief.

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Direkt im Trainergespräch erklärte er, dass diese nicht auf fehlenden Respekt vor dem Gegner zurückzuführen sei, sondern im Gegenteil auf besonders großen. Da am Saisonende der direkte Vergleich bei Punktgleichheit entscheidet, wollte er noch ein Tor erzielen. Nach der starken Vorstellung vor allem in der ersten Hälfte und einer super Saison der Panther hält er es für möglich, dass Bruck im Rückspiel in Konstanz gewinnen könnte.

Respekt vor der Leistung des Gegners

Das letzte Tor gelang zwar nicht, doch der HSG-Coach stellte klar: „Ich habe größten Respekt vor der Leistung des TuS Fürstenfeldbruck. Genau deshalb halte ich es auch für möglich, dass es auf jedes Tor und den direkten Vergleich ankommen könnte.“

Vielmehr noch beschäftige ihn allerdings die Verletzung von Peter Schramm, der bereits nach wenigen Minuten auf sein Knie geknallt war und danach direkt zur Behandlung in der Kabine verschwand. Die Hoffnungen ruhen nun darauf, dass die Verletzung sich als nicht allzu schlimm herausstellt und sich zu Christos Erifopoulos, Carlos Marquis und Moritz Ebert kein weiterer Ausfall gesellt.

HSG mit Startschwierigkeiten

Auf der Platte wirkte die dadurch noch jünger als ohnehin schon aufgestellte Mannschaft vom Bodensee zunächst etwas unsortiert, während die Panther ihre unglaubliche Athletik und Physis unter Beweis stellten. Der stark aufspielende Samuel Wendel brachte seine Farben war mit 9:7 in Front, doch Top-Torjäger Yannick Engelmann konterte mit dem 17:14 kurz vor der Pause. „Bruck war von Anfang an da und präsent, physisch unglaublich stark“, so Lützelberger in der Pause. „Sie sind hinten kompakt und gehen vorne mit allem, was sie haben, auf die Lücken. Wir wissen das und schließen sie in der ersten Hälfte dennoch nicht ausreichend.“

Wie die Feuerwehr aus der Kabine gekommen

Das sollte in der zweiten Hälfte geändert werden – mit Erfolg. Konstanz kam wie die Feuerwehr aus der Kabine und direkt zum 17:17-Ausgleich, bekam die geballte Offensivpower der Südbayern von Minute zu Minute besser in den Griff und nach einem Schlagabtausch mit offenem Visier bis zum 23:23 die Kontrolle über das Spiel. Nachdem Maximilian Wolf schon in der ersten Hälfte einige gute Paraden beisteuern konnte, machte Leon Grabenstein nun hinten dicht.

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So rollten die Gelb-Blauen nach Ballgewinnen in höchstem Tempo auf das Tor des TuS Fürstenfeldbruck zu und setzten sich auf 28:24 (45.) ab. Dabei waren herrliche Heber und ein Kempa-Trick von Samuel Wendel, sehenswerte Pässe an die beiden treffersicheren Kreisläufer Michel Stotz und Niklas Ingenpaß, der unter anderem per Dreher vollendete und Fynn Beckmann mit unwiderstehlichen Eins-gegen-Eins-Situationen. David Knezevic legte mit seinem sechsten Treffer zur Sieben-Tore-Führung nach. Joschua Braun schraubte das Ergebnis in Unterzahl gar auf 36:28 hoch. Den Panthern gingen angesichts des unwahrscheinlich hohen Tempos in einer höchst intensiven Partie die Kräfte aus.

Großer Entwicklungsschritt

Konstanz profitierte einmal mehr von den größeren Wechseloptionen und setzte das wirkungsvoll für sich ein. „Der Erfolg hier ist ein super Entwicklungsschritt. Wir waren wieder ziemlich vielseitig unterwegs. Deshalb haben den Jungs jetzt Spaß. Das haben sie sich auch verdient“, sagte Lützelberger stolz über seine feiernden Spieler, „eine tolle Teamleistung. Es ist nicht leicht hier zu gewinnen.“ Geholfen hat dabei die großartige Stimmung aus dem Gästeblock, die „brutal wertvoll“ in seinen Augen war. „Das hilft den Jungs immer dran zu bleiben.“

Mehr davon gibt es am Freitag, 20 Uhr, in der heimischen Schänzlehalle im Derby gegen den HBW Balingen-Weilstetten II. Tickets dafür sind unter www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich.

HSG Konstanz: Wolf, Grabenstein (beide Tor); Stotz (6), Czako (3), Hild, Mauch, Beckmann (3), Braun (5), Bornhauser (1), Timm, Wendel (6), Ingenpaß (5), Köder (3/1), Knezevic (6).