Zunächst hatte es den Anschein, als hätte so mancher Besucher Glück. Aufgrund des großen Interesses am erstmals überhaupt stattfindenden Derby zwischen dem FC 08 Villingen und dem FC Holzhausen hatten sich lange Schlangen vor den Kassenhäuschen gebildet, beim Anpfiff waren noch längst nicht alle Besucher im Stadion.

Knapp vier Minuten gespielt, dann...

Als Schiedsrichter Vincent Schöller bereits nach nur vier Minuten Spielzeit die Partie aufgrund der Unwetterwarnung für den gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis unterbrach, fanden sie immerhin doch noch Zugang zur MS Technologie-Arena.

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Doch es war ein Satz mit „X“, Fußball bekamen sie nicht mehr zu sehen. Um 19.38 Uhr, also gut eine Stunde nach dem eigentlichen Spielbeginn, gab der Referee seine Entscheidung zur endgültigen Absage der Partie bekannt.

Zuschauer äußern ihren Unmut

Was bei den meisten Zuschauern auf Unverständnis stieß. Schon während der Unterbrechung und der langen Wartezeit, in der sie immer wieder vertröstet wurden, verschafften sie ihrem Unmut durch Pfiffe Luft. Eindeutig war dieser Ärger gerichtet an Schöller, denn der hat das letzte Wort.

„Wir hätten unheimlich gerne gespielt, gerade vor dieser tollen Kulisse. In gewisser Weise kann ich den Schiedsrichter aber verstehen, schließlich trägt er in solchen Fällen die Verantwortung für die Sicherheit aller. Vielleicht aber hätte er einfach noch fünf Minuten länger warten können, denn das Gewitter zog ab“, sagt beispielsweise Villingens Verteidiger Mauro Chiurazzi.

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Noch hat der Verband nicht entschieden, wann das Spiel neu angesetzt wird. Es gibt aber eine Tendenz in Richtung 21. September. „Wir spielen kommende Woche am Mittwoch im Pokal, Holzhausen sieben Tage später. Am 14. steht ohnehin ein kompletter Spieltag in der Oberliga an, somit bleibt fast nur dieses Datum“, erklärt Villingens Chef-Trainer Marcel Yahyaijan. Doch beide Vereine müssen sich darauf einigen. Wann auch immer die Begegnung nachgeholt wird, die Eintrittskarten behalten auf jeden Fall ihre Gültigkeit.

Nächster Halt: Neckarsulm

Doch noch lange über das „Wie“, „Warum“ und „Wann“ zu diskutieren, bringt nichts. Denn bereits am Samstag geht es für den FC 08 mit der Partie bei der Sportunion Neckarsulm weiter. Anpfiff ist um 14 Uhr. Im Hinblick darauf ist Yahyaijan aber dennoch zweigeteilt ob der Absage gegen Holzhausen. Auf der einen Seite stecken seinen Spielern nicht die 90 Minuten in den Knochen, auf der anderen wurden der eigene Rhythmus und damit der ursprüngliche Plan über den Haufen geworfen. „Schließlich hatten wir uns mental nicht nur auf das Derby, sondern auch auf die komplette Woche vorbereitet“, betont er.

Marcel Yahyaijan, Chef-Trainer des FC 08 Villingen.
Marcel Yahyaijan, Chef-Trainer des FC 08 Villingen. | Bild: Maurice Sauter

Mit allem, was dazugehört: frei am Donnerstag und Abschlusstraining am Freitag. „Kurz haben wir darüber gesprochen, doch eine zusätzliche Einheit einzulegen. Aber unsere Spieler sind keine Profis, die von heute auf morgen da sein können. Also haben wir den ursprünglichen Plan beibehalten“, so Yahyaijan. Und fügt schmunzelnd hinzu: „Von der Mannschaft habe ich drei Punkte in Neckarsulm gefordert“, sonst komme dieses Training kommende Woche oben drauf.

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Für ihn ist der Gegner eine Mannschaft, die Fußball spielen will und weniger über das Körperliche komme. „Dies könnte uns entgegenkommen“, mutmaßt Yahyaijan. Dennoch sei es nie einfach, dort zu spielen. Neckarsulm hat mit Walter Thomae einen erfahrenen neuen Trainer, der lange Jahre beim VfB Stuttgart im Nachwuchsbereich und bei der 2. Mannschaft sowie bei Großaspach gearbeitet hat. „Sie konnten den Kern zusammenhalten, haben einige interessante Spieler mit Oberliga-Erfahrung hinzugewonnen.“