Fußball-Landesliga: Der zwölfte Spieltag verlief für den Großteil der Schwarzwälder Teams zufriedenstellend. Sechs der sieben Mannschaften aus der Region punkteten.

Es war vor allem das Wochenende von Spitzenreiter FC 08 Villingen II. Mit 2:0 wurde der Tabellenvierte aus Stockach noch deutlicher distanziert. Da auch der Tabellenzweite Spvgg. F.A.L. und der Rangdritte FC Bad Dürrheim komplett leer ausgingen, setzte sich die Villinger Elf um Trainer Marcel Yahyaijan nun bereits mit sieben Punkten von den Verfolgern ab. Die Villinger, die schon vor dem ersten Spieltag von nahezu allen Trainern der Liga als Titelkandidat Nummer eins genannt wurden, scheinen der Favoritenrolle gerecht zu werden. „Nach zwölf Spieltagen ist noch keiner auf- oder abgestiegen. Es ist eine schöne Momentaufnahme“, sagt Yahyaijan, der nach dem 2:0 gegen Stockach wieder viel Lob an seine Spieler verteilte: „Wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“

Eine Achterbahnfahrt zeigte der FC Bad Dürrheim beim 3:5 gegen den SC Gottmadingen. Erst die 1:0-Führung, dann der 1:3-Rückstand, gefolgt vom 3:3-Ausgleich und schließlich die Gegentore zum 3:5. „Wir haben vier der fünf Gegentore selbst erzielt. Mit dem Auf und Ab musste und muss ich in der jungen Mannschaft rechnen. Wir haben 70 gute Minuten gespielt und ausgezeichnete Möglichkeiten, nach dem 3:3 selbst in Führung zu gehen. Wenn du aber 20 Minuten nicht die Leistungen bringst, verlierst du auch in der Kreisliga jedes Spiel“, bilanziert Trainer Enrique Blanco. Er will die eher unerwartete Niederlage nicht mit den zuletzt beunruhigenden finanziellen Nachrichten rund um den Gesamtverein in Verbindung bringen. „Der Vorstand hat gegenüber mir und der Mannschaft die Karten auf den Tisch gelegt. Wir haben da sehr offen über alle Fakten gesprochen. Wir müssen die durchweg hohen Altlasten abbauen und ich bin mir sicher, dass es dem Vorstand auch in schwieriger Arbeit gelingen wird“, so Blanco. Nachdem der Mannschaft reiner Wein eingeschenkt wurde, habe es im Vorfeld der Partie keine Rolle mehr gespielt. Spekulationen, das Bad Dürrheimer Team könne im Januar auseinanderfallen, wehrt Blanco ab: „Das befürchte ich nicht, weil jetzt alle wissen, wie die Lage ist.“

Erst zum zweiten Mal in der Saison beendete der FC Furtwangen eine Partie mit einer Punkteteilung. Das 1:1 gegen Denkingen auf eigenem Platz wurde jedoch erst mit starken 30 Schlussminuten abgesichert. „Denkingen war vorher deutlich besser als wir im Spiel. Sie waren zielstrebiger und auch im Spiel ohne Ball besser. Erst als die Gäste keinen Tropfen mehr im Tank hatten, kam meine Mannschaft. Ich bin mit dem Punkt absolut zufrieden“, bilanziert Trainer Mustafa Gürbüz. Routinier Ali Günes war es schließlich, der mit einem direkt verwandelten Freistoß traf. In der Analyse zu den vorherigen Spielen ändert sich bei Gürbüz nichts. „Defensiv stehen wir gut, aber an unserer Chancenauswertung gilt es hart zu arbeiten.“

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Der FC Löffingen ist weiterhin für Ausschläge in beiden Richtungen gut. Einmal grottenschlecht, dann wieder überragend gut. Dem 1:6 in Walbertsweiler ließ die Elf nun einen überraschend klaren 3:0-Erfolg gegen den Tabellenzweiten Spvgg F.A.L. folgen. „Ich bin sehr zufrieden. Die Jungs haben es gut gemacht. Wir waren im Kollektiv sehr fleißig und haben die richtige, aber auch nötige Reaktion gezeigt“, sagt Trainer Uli Bärmann. Viel wurde unter der Woche miteinander gesprochen. Die schlechte Außendarstellung sollte abgestellt werden, zumal die Löffinger vorher bereits gezeigt hatten, dass sie besser Fußball spielen können. „Auf dieser Leistung gilt es aufzubauen und die Schwankungen abzustellen. Unsere Tagesform war diesmal sehr ordentlich“, fügt Bärmann an, der einmal mehr auf einige Stammspieler verzichten musste, was am Sonntag jedoch kaum sichtbar war.

Schon seit dem 1:1 in Denkingen Mitte Oktober geht es beim FC Gutmadingen nach oben. Die Mannschaft bestätigte den Trend am Samstag mit einem souveränen 4:0-Erfolg gegen Walbertsweiler, mit dem der Aufsteiger einen Abstiegsplatz verließ. Trainer Steffen Breinlinger hatte schon vor der Partie ein gutes Gefühl und wurde nicht enttäuscht. „Wir haben über 90 Minuten, trotz der schlechten Personallage, ein gutes Spiel gezeigt. Jeder Spieler war für den anderen da, wenn diese ihn brauchte. Die ersten 45 Minuten verliefen noch ausgeglichen, doch nach der Pause haben wir die Partie an uns gerissen“, so Breinlinger. Er war am Spielfeldrand von den Darbietungen so angetan, dass er sich in den letzten zehn Spielminuten selbst einwechselte. Da mit Alexander Stern und Mathias Reichmann zwei Spieler kurzfristig erkrankt absagen mussten, war auf der Wechselbank plötzlich viel Platz. Breinlinger hofft, dass die Elf den Aufwärtstrend und das Selbstvertrauen nun auch zum Tabellenzweiten F.A.L. mitnimmt.

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Keinen Sieger gab es im Schwarzwald-Derby in Neustadt. Mit dem 1:1 kann der FC Schonach besser leben. Für Schonach war es nach dem 2:2 in Gottmadingen der zweite Auswärtspunkt binnen einer Woche und das dritte Remis in Folge. So richtig zufrieden war Trainer Alex Fischinger indes nicht. „Ich hatte mir mehr erhofft. Wir hatten endlich einmal weniger Personalsorgen. Da ist ein Punkt eher enttäuschend“, sagt Fischinger. Seine Elf habe das Spiel weitgehend kontrolliert, es aber nicht verstanden, nach der 1:0-Führung nachzulegen. Nun, da die Personalsituation wieder entspannter ist, erhöht Fischinger den Druck. „Ich habe mir das Spiel unserer zweiten Mannschaft angesehen. Da haben sich einige Spieler beworben. Diese Partie in der Kreisliga B hatte mehr Niveau als das Derby in Neustadt.“

Seit drei Spieltagen hat der FC Neustadt die Rote Laterne fest umklammert und findet keinen neuen Abnehmer. „Wir haben in der ersten Halbzeit viel zu abwartend gespielt und waren auch nicht mutig genug. Unsere Offensive war da kaum vorhanden“, betont Trainer Zejlko Cosic. Es lag auch daran, dass Sam Samma nicht zur Verfügung stand und Aleksa Nikolic nach rund einer halben Stunde verletzt vom Platz musste. Zwölf Tore in zwölf Spielen unterstreichen die Harmlosigkeit beim Torabschluss. Cosic will in der Winterpause personell nachlegen und hat die Zustimmung von der Vereinsführung. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden die Hochschwarzwälder im Ausland aktiv.

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