Fußball-Landesliga: Mit drei Siegen setzte sich das Spitzentrio aus Villingen, F.A.L. und Bad Dürrheim am Wochenende deutlicher von den Verfolgern ab. Mit dem FC Singen hat hingegen ein prominenter Verein die Rote Laterne übernommen.

Marcel Yahyaijan, Trainer des Spitzenreiters FC 08 Villingen II, hatte seine Spieler vor dem Auswärtsspiel in Überlingen eindringlich gewarnt. Genau so kam es auch, bevor die Villinger mit einem 2:1-Erfolg die drei Punkte einsackten und als einziges Team der Liga ohne Niederlage blieben. „Es war das erwartet schwere Spiel, in das wir in den ersten 20 Minuten sehr gut reingefunden, dann aber den Faden verloren haben. Durch einen Fehler in der Defensivarbeit haben wir den Rückstand kassiert“, blickt Yahyaijan zurück. Ihn überraschte, wie viele Fehler sich beide Mannschaften im Abwehrbereich leisteten, was Yahyaijan von seiner Elf so bisher nicht kannte. „Letztlich haben wir verdient gewonnen, weil wir die besseren Möglichkeiten hatten.“ Verlassen kann sich der Trainer aktuell auf Florian Kaltenbach, der in Überlingen bereits seinen elften Treffer erzielte.

Mit einem 2:1-Erfolg gegen Singen verteidigte der FC Bad Dürrheim seine gute Ausgangsposition. Richtig glücklich war Trainer Enrique Blanco indes nur mit dem Ergebnis. „Wir sind nicht so richtig ins Spiel gekommen. Da war mir zu wenig Bewegung im Spiel. Außerdem dürfen wir uns nach der 2:0-Führung nicht mehr so in Bedrängnis bringen lassen“, zählt Blanco die Punkte auf, die ihm nicht gefielen. Eine Überraschung gab es schon bei der Aufstellung. Tim Aschenbrenner, der bisher keine Minute verpasst hatte, saß zu Beginn der Partie auf der Bank. „Es hatte taktische Gründe“, so Blanco. Schon nach sieben Minuten stand Aschenbrenner jedoch wieder auf dem Platz, den Loris Castelli hatte verlassen müssen. „Eine Adduktorenverletzung, von der ich hoffe, dass sie Loris nicht zu lange außer Gefecht setzt“, erklärte Blanco. Wenigstens hat der Coach aktuell eine gut besetzte Wechselbank, die ihm viele Möglichkeiten eröffnet. Auch Mario Buccelli ist wieder da.

Videos und den Bericht zum Bad Dürrheimer Heimsieg finden Sie hier:

Personell arg gebeutelt gastierte der FC Furtwangen bei der SG Dettingen. Jan Meier hatte sich eine Stunde vor der Abfahrt mit Fieber abgemeldet. Trainer Mustafa Gürbüz musste daher 90 Minuten auf Einwechslungen verzichten. „Unser Matchplan ging schon nach einer Minute voll in die Hose. Wir wollten die Null möglichst lange halten und kassieren mit dem ersten Angriff das 0:1. Mit dem 0:2 war die Partie entschieden“, so Gürbüz. In der Halbzeitpause kitzelte er seine Spieler „an Ehre und Stolz“, um nicht unterzugehen. Das gelang, denn die zweiten 45 Minuten verliefen torlos. Besonders schwer wiegen aktuell die Ausfälle der Bregtäler in der Verteidigung, wo Roman Rudenko und Jakob Prezer an allen Ecken und Enden fehlen. Trotz Platz sieben müsse daher allen klar sein, dass es allein um den Ligaerhalt gehe.

Mit den Punkten neun bis elf kehrte der FC Löffingen vom Gastspiel beim Hegauer FV zurück. „Das 2:1 ist für uns ein wichtiger Sieg, ging es doch darum, weiterhin Anschluss ans Mittelfeld zu halten. Wenn ich ehrlich bin, war es jedoch ein glücklicher Erfolg, doch danach fragt schon bald keiner mehr“, bilanziert Löffingens Trainer Uli Bärmann. Der Schlüssel zum Erfolg war eine gute Abwehrleistung der gesamten Elf und das konsequente Nutzen von zwei Chancen. „Hegau hatte über 90 Minuten die besseren Chancen. Wir waren am Sonntag etwas mit Fortuna im Bunde, aber es gab auch schon andere Spiele“, fügt Bärmann an. Löffingen hat somit auswärts acht von 15 möglichen Punkten eingesammelt. Im kommenden Heimspiel gegen Stockach gelte es nun, den Erfolg zu veredeln und die Heimbilanz aufzubessern.

Nach drei Siegen ohne Gegentreffer endete die jüngste Erfolgsserie des FC Schonach mit dem 1:5 in Walbertsweiler abrupt. Das Ergebnis spielte jedoch schon mit dem Schlusspfiff keine Rolle mehr, denn eine andere Situation steckte in den Köpfen der Schonacher. Ihr Spieler Kevin Kärcher musste verletzt mit dem Hubschrauber abtransportiert werden. „Die erste Diagnose ist eine Prellung der Wirbelsäule. Wir sind mit den Gedanken alle bei Kevin“, sagt Trainer Alex Fischinger, der das Pech der Schonacher kaum noch glauben mag. „Zum fünften Mal in der Saison war bei uns nun schon der Krankenwagen auf dem Platz. Das ist nicht mehr zu verstehen.“ Es falle nun noch schwerer, sich in der Woche wieder auf das Training zu konzentrieren. Fischinger ist es ein Bedürfnis, sich für die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft in Walbertsweiler zu bedanken. „In dieser Situation, die eine Minute vor Abpfiff und ohne Fremdeinwirkung entstand, waren schnell Hilfskräfte vor Ort. Auch die Zuschauer haben sich vorbildlich verhalten. Viele boten psychologische Hilfe an“, so Fischinger. In den 89 Minuten vorher hatte ihm indes überhaupt nicht gefallen, wie herzlos seine Elf agierte. Das wird und muss in der Woche dennoch wieder ein Thema sein.

Videos vom Spiel der Schonacher in Walbertsweiler finden Sie hier:

Trotz einer personellen Überzahl von mehr als 50 Minuten ging der FC Neustadt beim VfR Stockach mit der 2:3-Niederlage vom Platz. „Wir kassieren zu einfache Gegentore. Zwei Treffer fielen nach dem gleichen Muster“, resümiert Trainer Zejlko Cosic. Zweimal sah Ersatzschlussmann Josip Katave, eigentlich Angreifer, nicht gut aus. Somit rücken die Neustädter Torhütersorgen immer mehr in den Mittelpunkt und kosten wertvolle Punkte. Immerhin wird am kommenden Spieltag gegen Walbertsweiler Musa Touray zwischen den Pfosten stehen.

Hier geht's zum Bericht und Videos von der Partie Stockach gegen Neustadt:

Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge stoppte der FC Gutmadingen den Abwärtstrend am Sonntag mit einem 1:1 in Denkingen. Am Samstagabend noch auf den letzten Platz zurückgefallen, machte die Elf von Trainer Steffen Breinlinger mit dem Punkt zumindest einen Platz wieder gut. „Unser Rückstand nach 83 Minuten war sehr unglücklich. Wir haben danach eine überragende Reaktion gezeigt und ausgeglichen. Wir haben einen Punkt gewonnen und nicht zwei verloren“, so Breinlinger. Er hatte seinen Spielern vor der Partie klar gemacht, dass die Uhr bereits fünf nach Zwölf zeige und die Elf jetzt liefern müsse. Gefallen hat dem Trainer die gute Einstellung. Nun gelte es nachzulegen, um bei der engen Tabellenkonstellation nach oben zu kommen. Seit einigen Tagen trainieren übrigens Breinlinger und Torwart-Trainer Frank Holder mit der Mannschaft. Beide standen am Sonntag auch auf dem Spielberichtsbogen. „Wir wollen noch mehr zeigen, dass wir ein Team sind. Zunächst sollen sich aber die Spieler beweisen. An Einsätze denke ich aktuell nicht“, so Breinlinger.

Videos und den Bericht vom Gutmadinger Gastspiel in Denkingen finden Sie hier: