Es ist einer dieser Momente, die eigentlich signalisieren: „Heute gibt es für uns nichts zu holen. Beim Gegner läuft alles rund!“ Es läuft die 54. Minute, der FC Singen 04 führt verdient mit 2:0, die Gäste aus Neustadt konnten bis dahin kaum für Gefahr sorgen.

Direkt verwandelter Eckstoß

Ein Eckstoß für den FC Singen. Spielertrainer Christian Jeske legt sich den Ball zurecht und raunt einem Fan in Nähe der Ecke zu, dass der nun reingehen werde.

„Das ist kein Beinbruch“: Singens Spielertrainer Christian Jeske.
„Das ist kein Beinbruch“: Singens Spielertrainer Christian Jeske. | Bild: Jürgen Rössler

Gesagt, getan! Der Ball segelt über den Fünf-Meter-Raum und senkt sich ins lange Eck des Neustadter Tors – 3:0. Und der Jubel zeigt auch, dass der Spielertrainer mitten dabei ist, einen guten Stand im Team hat.

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Der Neustadter Keeper Manuel Werner, der zwar beim 2:0 nicht glücklich aussah, ansonsten aber bis dahin weitere Singener Treffer verhindert hatte, feuert seine Vorderleute nochmals an. Aber eher nicht, weil er sich noch etwas Zählbares erhofft, sondern weil er Angst davor hat, weitere Bälle aus dem Netz holen zu müssen, wenn seine Mitspieler die Köpfe zu tief hängen lassen.

Das Spiel kippte mit dem ersten Treffer der Gäste

Bis zur 71. Minute hatte das 3:0 auch bestand, dann fiel völlig überraschend das 3:1. Nun ja, der Ehrentreffer – kein Problem, sind ja nur noch 19 Minuten zu spielen. Eigentlich. Denn nun kippte das Match, die bis dahin harmlosen Gäste bekamen Oberwasser und erzielten prompt drei Minuten später den Anschlusstreffer. In einer lange einseitig verlaufenen Partie war wieder Spannung, auf die man auf Singener Seite gerne verzichtet hätte. Mehrfach hatten die Hegauer die Chance zum wohl entscheidenden 4:2, doch stattdessen erzielten die Gäste neun Minuten vor Schluss den Ausgleich.

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Haben sich die Singener zu früh zu sicher gefühlt, oder hat nach 70 Minuten die Konzentration nachgelassen, als der Gegner schon am Boden lag? „Das hatte nichts mit der Konzentration zu tun, sondern damit, dass jeder Mannschaftsteil seine Aufgabe nicht mehr erfüllt hat. Und so schenkt man dann zwei Punkte her “, sagte Jeske. „Wir müssen jetzt die richtigen Schlüsse ziehen und daran arbeiten, dass so etwas nicht mehr passiert.“

Über weite Strecken ein gutes Spiel

Obwohl er alles andere als glücklich wirkte, schob er nach: „Allgemein fand ich es dennoch eine gute Leistung, spielerisch eine der besten Saisonleistungen, auch wenn es nur zu einem Punkt gereicht hat. Aber das ist kein Beinbruch und wir sind weiter seit Wochen ungeschlagen!“ Damit liegt Jeske nicht falsch. Über weite Strecken war ein gut angelegtes Spiel der Platzherren zu sehen. Endgültig zum Meister der Standards wäre der Spielertrainer geworden, wenn sein Freistoß in der Nachspielzeit vom Innenpfosten ins Netz geprallt wäre, statt wieder ins Feld.