Fußball: Mit 24 Jahren haben Fußballer den Übergang von den Jugendteams zu den Erwachsenenmannschaften geschafft. Der Blick geht voraus auf neue Spiele, Erfahrungen, Erfolge und auf die eigene Entwicklung. 24-Jährige sind im besten Alter, um noch einiges zu erreichen. So dachte auch Sascha Waldvogel vom Landesligisten FC Neustadt, der schon mit 19 Jahren den Sprung in den Kader der ersten Mannschaft schaffte und als vielversprechendes Talent im Hochschwarzwald galt. Das ist nun vorbei. Nach drei Kreuzbandrissen wird Sascha Waldvogel nicht mehr als aktiver Spieler auf den Platz zurückkehren. „Ich habe für mich die Reißleine gezogen. Er gibt auch noch ein Leben nach dem Fußball und ich möchte keinesfalls mit 30 Jahren an Krücken laufen“, sagt der Neustädter.

Fußball spielen, einfach nur Fußball spielen. Für Waldvogel gab es schon in jungen Jahren nur diese eine Freizeitbeschäftigung. Fußball war sein Leben. Dann krachte es immer wieder in den Knien, im Spiel links, dann im Training rechts. Es folgten lange Wege zurück über die verschiedenen Rehamaßnahmen und eine Knorpeltransplantation. Doch die Knieschmerzen blieben. „Für mich selbst war schnell klar, dass es so nicht weitergehen kann. Schließlich habe ich meinen Entschluss der Vereinsführung, dem Trainer und der Mannschaft mitgeteilt. Es war die einzige logische Entscheidung“ sagt der Neustädter, der bei einer Firma in Eisenbach im Controlling arbeitet.

Schon nach dem zweiten Kreuzbandriss rieten die Ärzte dem jungen Spieler, nicht mehr aktiv gegen den Ball zu treten. Waldvogel kämpfte sich dennoch zurück. Dann war endgültig Schluss. „Nach dem dritten Kreuzbandriss war meine Entscheidung schnell gefallen.“ Noch behielt der junge Spieler seinen Entschluss für sich. Training war nur noch eingeschränkt möglich und schließlich verzichtete Waldvogel ganz. Jetzt war die Zeit da, auch den Klub zu informieren. „Im Kopf ist mir das nie leicht gefallen. Fußball war mein Leben. Ich war verrückt danach, auf dem Platz zu stehen und für gute Ergebnisse zu kämpfen.“ 23 Mal kam er in den zwei Verbandsliga-Spielzeiten (2016/17/18) für seine „Blauen“ zum Einsatz. Unvergessliche Erlebnisse.

Sascha Waldvogel hat jetzt die Seiten gewechselt, vom Spieler zum Fan des FC Neustadt. Dabei soll es aber nicht bleiben. „Ich sehe meine Zukunft im Trainerbereich. Eine ideale Chance, um dem Fußball hautnah verbunden zu bleiben“, sagt der Schwarzschopf. Für 2020 hat er sich zum Lehrgang für die Trainer B-Lizenz angemeldet. Den eigenen Urlaub für Lehrgänge opfert Waldvogel gerne. „Das ist keine Entscheidung aus einer Laune heraus. Ich bin dafür bekannt, dass ich das, was ich anpacke, auch richtig mache.“ Die B-Lizenz soll daher nur den Anfang und keinesfalls das Ende der neuen Ausbildung darstellen. Ob er später im Jugendbereich beginnt oder gleich eine erste Mannschaft übernimmt, lässt Waldvogel noch offen. „Erst mal die Ausbildung machen und dann schauen, welche Türen sich öffnen.“ Als eher ruhiger Typ wäre der Neustädter auch bereit, Autorität zu zeigen, wenn es sein müsse.

Aktuell fühlt sich Sascha Waldvogel einigermaßen wohl. Joggen und Rad fahren geht trotz der lädierten Knie. „Darauf möchte ich auch ungern verzichten. Ich will fit bleiben“, sagt der Schwarzwälder. Und der Blick geht schon wieder voraus. Auf neue Erfolge, Erfahrungen und die eigene Entwicklung, so wie als aktiver Spieler. Nur auf das gesundheitliche Pech kann Waldvogel zukünftig gerne verzichten.