Fußball-Landesliga: Nur drei der sieben Schwarzwälder Landesligisten durften sich am sechsten Spieltag über drei Punkte freuen. Während der FC Schonach den ersten Saisonsieg landete, gingen der FC 08 Villingen II und der FC Bad Dürrheim bereits zum fünften bzw. vierten Mal als Sieger vom Platz.

Beim 5:1-Erfolg im Derby gegen Furtwangen zeigte sich Spitzenreiter FC 08 Villingen II sehr torhungrig. Vor allem der Ex-Furtwanger Florian Kaltenbach tat sich als dreifacher Torschütze der Villinger hervor. „Das Ergebnis geht auch in der Höhe vollkommen in Ordnung. Fußballerisch sah das von uns schon sehr gut aus, aber komplett zufrieden bin ich nicht“, analysiert 08-Trainer Marcel Yahyaijan. Ihm gefiel zwar, wie seine Spieler die Chancen herausarbeiteten, doch im letzten Drittel vermisste Yahyaijan die richtige Konsequenz. „Richtig sauer“ war Yahyaijan sogar, nachdem seine Elf in Minute 45 den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich kassiert hatte. Ansonsten bescheinigte er seiner Elf jedoch eine attraktive Spielweise.

Für den FC Furtwangen ging das Derby schon nach zwei Minuten mit dem 0:1 schlecht los. „Ein geschenkter Treffer, der uns gleich zurückgeworfen hat“, sagt Trainer Mustafa Gürbüz, der beim 1:1-Pausenstand Hoffnung schöpfte, die sich jedoch schnell wieder in Luft auflöste. „Wir haben gleich nach der Pause einen dummen Elfmeter gegen uns bekommen. Ein Spieler wie Fabio Chiurazzi ist da zu clever für uns. Wir haben unseren Job nicht gemacht und verloren, was aber kein Beinbruch ist. Villingen kann nicht unser Maßstab sein“, fügt Gürbüz an. Er hatte drei A-Jugendspieler auf der Bank sitzen und Tim Zähringer gab sein Start-Elf Debüt in der Landesliga. Zudem musste Ali Günes schon nach zwölf Minuten vom Platz, nachdem er sich schon beim Aufwärmen eine leichte Verletzung zugezogen hatte. Auch wenn Gürbüz mit Furtwangen andere Ziele verfolgt, freute ihn die Entwicklung zahlreicher Villinger Spieler, die er einst als Jugendtrainer beim FC 08 betreut hatte.

Videos und den Bericht vom Landesliga-Derby in Villingen finden Sie hier:

Mit dem 2:1-Erfolg in Löffingen hat sich der FC Bad Dürrheim auf Rang drei vorgeschoben. „Wir wussten, dass die Löffinger hart gegen den Ball arbeiten. Darauf haben wir die richtigen Mittel gefunden“, freut sich Trainer Enrique Blanco. Obwohl fünf Spieler aus dem Kader nicht zur Verfügung standen, habe seine Elf eine gute Vorstellung gezeigt. „Unsere jungen Spieler und unsere externen Zugänge integrieren sich immer besser in unser Spielsystem. Grundsätzlich sind wir auf einem guten Weg und es macht Spaß, diesen Jungs zuzuschauen“, so Blanco. Mit Rico Glück gab Blanco erneut einem jungen Spieler das Startelf-Mandat. „Er hat mit seiner Leistung das in ihn gesetzte Vertrauen zu einhundert Prozent zurückgezahlt“, ergänzt Blanco, der seinem Angreifer Mustafa Akgün „als besten Spieler auf dem Platz“ adelte.

Ein vom Schiedsrichter aberkannter Treffer brachte Uli Bärmann, Trainer des FC Löffingen, derart in Rage, dass er in Minute 88 einen Platzverweis kassierte. „Für mich war es ein reguläres Tor zum 2:2. Ich bin noch immer davon überzeugt, dass der Treffer zählen muss. Es wäre ein verdienter Ausgleich gewesen, denn wir haben ein ordentliches Spiel gezeigt und hatten vor dem 1:2 selbst gute Chancen zur Führung“, analysiert Bärmann. Er suchte nach der Partie das Gespräch mit dem Schiedsrichter, „doch der Schiri hat schnell die Anlage verlassen“. Bärmann sah seine Elf in Halbzeit zwei als die „klar bessere Mannschaft“ und trauerte einem Zähler nach, „der für die Moral sehr gut gewesen wäre“. Mit Kim Hirschbolz musste ein Löffinger noch in Halbzeit eins ins Krankenhaus. Die erste Diagnose geht nicht von einem Bruch aus. Verletzt ging auch Florian Isele vom Platz, wobei bei ihm die Diagnose noch aussteht. Bärmann geht von einer Sperre gegen ihn im nächsten Spiel aus.

Ein schwächeres Spiel zeigte Aufsteiger FC Gutmadingen bei der 1:3-Heimniederlage gegen die SG Dettingen. „Wir waren nicht so zielstrebig wie sonst und auch nicht giftig. Uns hat das Selbstvertrauen gefehlt, obwohl es dafür absolut keinen Grund gab“, stellte Trainer Steffen Breinlinger fest. Dass ihm 16 Spieler aus dem Kader aus unterschiedlichen Gründen fehlten, will Breinlinger nicht in den Vordergrund stellen. „Die Mannschaft, die auf dem Platz stand, ist Landesliga-tauglich.“ Breinlinger sah schnell, dass die Erfolgsaussichten gering waren und verzichtete daher auch weitgehend auf Wechsel, zumal Spieler auf der Bank saßen, die nicht fit oder krank waren. Breinlinger: „Es wäre so oder so nicht besser geworden. Es war nicht unser Tag.“

Mit 0:4 musste sich der FC Neustadt auf eigenem Platz dem FC Überlingen geschlagen geben. Einmal mehr war die Personalnot so groß, dass mit Josip Katava sogar ein Angreifer als Torhüter eingesetzt wurde. „Er hat früher einmal im Tor gespielt und war an allen Gegentreffern schuldlos“, betont FCN-Trainer Zejlko Cosic. Die vier Gegentreffer seien viel zu einfach gefallen. Es ehrt Cosic, dass er auch eigene Fehler eingesteht. „Im Nachhinein habe ich wohl nach dem 0:2 zu offensiv gewechselt. Ich wollte das Spiel noch drehen, aber im Mittelfeld haben wir dann nicht mehr viel hinbekommen.“ Geärgert haben den FCN-Coach indes die vielen Fehlpässe beim Spielaufbau, sodass der Übungsleiter ergänzt: „Wir waren die schlechtere Mannschaft und haben auch verdient verloren.“

Groß war die Freude beim FC Schonach nach dem 2:0-Erfolg gegen Denkingen, mit dem die Punkte drei, vier und fünf geholt wurden. „Ich war immer überzeugt, dass wir bald ein Spiel gewinnen werden. Wir waren in den vergangenen Partien so nah dran. Wir holen aktuell das Maximum aus uns heraus und haben uns dafür belohnt. Psychologisch ist es wichtig, dass die rote Laterne nun einen anderen Besitzer hat“, freut sich Trainer Alex Fischinger. Mann des Tages war Kevin Kärcher, der binnen 60 Sekunden zweimal traf und eigentlich nicht als Torjäger bekannt ist. „Kevin hat in den vergangenen zehn Tagen viermal in der ersten und zweimal in der zweiten Mannschaft getroffen. So etwas nennt man einen Lauf“, ergänzt Fischinger, der sich zudem freute, dass seine Elf zu Null gewann. Noch jedoch stehe erst ein Sieg auf der Habenseite und Fischinger prophezeit bis Weihnachten eine schwierige Zeit. Auch am Samstag hatte er Spieler im Kader, die nicht fit waren.

Videos vom ersten Schonacher Saisonsieg finden Sie hier: