Fußball-Landesliga: Mit Neustadt und Gutmadingen durften sich am ersten Rückrundenspieltag nur zwei der sieben Schwarzwälder Landesligisten über einen Sieg freuen. Während die Partie FC Schonach gegen den FC Singen abgesagt wurde, kassierte Spitzenreiter FC 08 Villingen II in Neustadt die erste Saisonniederlage.

Das könnte Sie auch interessieren

Ungeschlagen marschierte der FC 08 Villingen II durch die Vorrunde. Am ersten Rückrundenspieltag endete die Erfolgsserie in Neustadt. „Wir werden das Spiel richtig einordnen und auch nicht überbewerten. Das Spielglück war diesmal nicht auf unserer Seite. Die Niederlage ist ärgerlich, aber kein Grund, jetzt alles auf den Prüfstand zu stellen“, sagt FC 08-Trainer Marcel Yahyaijan. Für ihn ging dem schnellen 0:1-Rückstand „eine klare Abseitsstellung“ voraus. Zudem seien zwei Spieler in der Situation ausgerutscht. Yahyaijan hatte in der Pause noch ein gutes Gefühl, dass seine Elf die Partie würde drehen können, doch die Chancen wurden diesmal nicht genutzt. „Neustadt war kämpferisch und läuferisch einen Tick besser und hat verdient gewonnen. Bei uns liefen nicht alle Rädchen ineinander. Wir werden es wieder besser machen“, so Yahyaijan.

Der FC Neustadt bestätigte hingegen mit dem 3:0-Erfolg seinen Aufwärtstrend der vergangenen Wochen. „Wir waren über 90 Minuten mit Villingen auf Augenhöhe. Wir haben eine sehr gute Einstellung gezeigt und endlich auch die Ängstlichkeit der vergangenen Wochen abgelegt“, bilanziert Neustadts Trainer Zejlko Cosic. Die frühe 1:0-Führung nach vier Minuten half den Gastgebern bei der Umsetzung der taktischen Varianten. Für Cosic und sein Team war es nun bereits das fünfte Spiel in Folge ohne Niederlage. Motiviert hatte der Trainer seine Akteure mit der Aussage, dass das 0:4 aus dem ersten Vergleich noch nicht vergessen sei. „Außerdem habe ich keine Lust, gegen einen Gegner beide Saisonspiele zu verlieren.“ Da zuletzt immer 15 bis 18 Spieler im Training waren, hatte Cosic schon vor dem Anpfiff ein gutes Gefühl. Trotz der jüngsten Erfolgsserie will der Coach in der Winterpause personell nachlegen. „Zwei, drei Zugänge sind uns nahezu sicher.“

Wie vor einer Woche beim Hegauer FV, setzte es für den FC Bad Dürrheim auch in Stockach eine 1:5-Niederlage. „Es wird Zeit für die Winterpause. Einige Spieler sind an ihren Grenzen angekommen“, stellt Trainer Enrique Blanco fest. Phasenweise habe seine Elf wieder gut gespielt. „Von den ersten vier Schüssen der Stockacher landeten drei in unserem Tor. Da machen wir es dem Gegner zu einfach“, ergänzt Blanco. Er ist sich sicher, dass die zwei Niederlagen seine Elf nicht umwerfen werden. Klar sei aber auch, dass Stockachs Top-Torjäger Henkel zu viel Platz gelassen wurde, was dieser mit drei Toren bestrafte. Nach 90 Minuten war die Partie auf dem Platz zwar zu Ende, nicht aber abseits des Feldes. Mustafa Akgün sah nach Spielende die rote Karte. „Wir müssen abwarten, was der Schiedsrichter im Spielbericht schreibt. Danach werden wir reagieren“, so Blanco. Nach Darstellung des Trainers sei der Schiedsrichter zehn Minuten nach dem Abpfiff in die Kabine der Kurstädter gekommen und wollte Kapitän Jonas Schwer sprechen. Der Unparteiische teilte Schwer mit, dass Akgün offenbar etwas zum Schiedsrichter-Assistenten gesagt habe und die Rote Karte nachträglich erhalte.

Drei Tore erzielte der FC Furtwangen bei der Spvgg. F.A.L., doch bei fünf Gegentreffern blieben die Bregtäler ohne Punkte. Gleich viermal schlug es in den ersten 22 Minuten im Furtwanger Kasten ein. „Sie haben uns nicht überrannt, waren aber sehr effektiv. Zudem haben wir bei den Treffern mitgeholfen. Da hat sich wieder mal gezeigt, dass bei uns unerfahrene Akteure in den Reihen stehen, die so etwas noch nie erlebt haben“, resümiert Trainer Mustafa Gürbüz. Auf der anderen Seite stellte der Tabellenzweite die Pass- und Laufwege der Bregtäler zu. Gürbüz: „Ich bin dennoch stolz auf meine Spieler. Immerhin haben wir die zweiten 45 Minuten mit 3:1 gewonnen.“ Es sei aber erkennbar, dass nach der langen Saison einige Spieler „auf den Felgen laufen und diese Felgen schon Dellen haben“. Unterdessen hat Furtwangen den ersten Neuzugang sicher. Leon Ratzer kommt vom Ligakonkurrenten Gutmadingen und ist sofort spielberechtigt. Laut dem Spielausschussvorsitzenden Peter Mark sei sich der Verein zudem mit drei weiteren Spielern einig, die die Elf in der Rückrunde verstärken sollen. Die Namen sollen kommende Woche veröffentlicht werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Steffen Breinlinger, Trainer des FC Gutmadingen, kannte den Wechselwunsch von Ratzer. „Es ist nicht verwerflich, dass er uns verlassen wird. Ich hatte mit Leon ein längeres Gespräch und wünsche ihm bei seinem neuen Verein viel Erfolg.“ Viel wichtiger sind Breinlinger die drei Punkte, die seine Elf mit dem 3:2-Erfolg in Löffingen holte. „Wir haben sehr schwach begonnen und brauchten eine Viertelstunde, um uns auf den Gegner einzustellen. Nach dem 0:2-Rückstand hatten wir sehr konstruktive Pausengespräche, deren Wirkung schnell auf dem Platz sichtbar wurde.“ Den von Löffingen monierten 1:2-Anschlusstreffer findet Breinlinger korrekt. „Mein Co-Trainer stand an der Linie hinter dem Tor. Der Ball war über der Linie und der Treffer somit korrekt. Danach habe seine Elf bei Löffingen Fehler erzwungen und mit dem dritten Treffer das Spiel gedreht. „Zehn von zwölf Punkten aus den vergangenen vier Partien sind super. Wir sind in einer guten Verfassung, wobei ich diesmal auch wieder die Wechselspieler einbeziehe, die alle ihre Aufgaben erfüllt und die Qualität nochmals gehoben haben.“

Durch die Niederlage gegen Gutmadingen rutschte der FC Löffingen zum zweiten Mal in der Saison auf den drittletzten Tabellenplatz ab. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gingen die Löffinger mit 2:0 in Führung. „Wir wollten danach in Halbzeit zwei die Führung möglichst lange halten, dann wäre auch nichts mehr angebrannt. Doch Sekunden nach Wiederbeginn schießt Gutmadingen das 1:2. Ich habe nicht gesehen, ob der Ball in seiner vollen Umdrehung hinter der Linie war. Unsere Spieler sagen nein“, betont Benjamin Gaudig, verletzter Torjäger und Vereinsvorsitzender in Löffingen. Dieser Anschlusstreffer sei der Knackpunkt gewesen. „Mit 17 Punkten liegen wir weit hinter unserer Zielsetzung. Wir wollten mit mindestens 23 Zählern in die Pause gehen“, ergänzt Gaudig. Trainer Uli Bärmann hat sich nach der Partie in den Urlaub verabschiedet, sodass nun Frank Löffler die Löffinger auf das letzte Spiel am Samstag beim Tabellenführer FC 08 Villingen II vorbereiten wird. Da wollen die Löffinger versuchen, zumindest noch die Marke von 20 Punkten zu knacken.