Fußball-Landesliga: Bis auf drei Nachholspiele am kommenden Wochenende wurde jetzt die erste Saison-Hälfte abgeschlossen. Während an der Tabellenspitze der FC 08 Villingen II mit zehn Punkten Vorsprung eindrucksvoll seine Kreise zieht, gewinnt der Kampf um den Klassenerhalt immer mehr an Brisanz. Gleich fünf Mannschaften zieren mit je 17 Punkten das Tabellenende.

Spitzenreiter FC 08 Villingen II gelang am Samstag ein ungefährdeter 3:0-Erfolg gegen Löffingen. „Die ersten 45 Minuten waren mit das Beste, was ich in der Saison von meiner Elf gesehen habe. Wir haben attraktiven Fußball gespielt und es eigentlich nur verpasst, nach dem 1:0 weitere Treffer nachzulegen“, resümiert Trainer Marcel Yahyaijan. Er hatte nie das Gefühl, dass die Partie kippen könne. Gefreut hat sich der 08-Coach zudem, dass seine Elf nach der ersten Saisonniederlage am vorherigen in Neustadt eine Reaktion zeigte, die sich Yahyaijan gewünscht hatte. Körpersprache und Wille seien vorbildlich gewesen. Nun hofft der Coach, dass auch kommenden Samstag in Walbertsweiler drei weitere Punkte eine bisher ausgezeichnete erste Saisonhälfte krönen.

Weitgehend chancenlos war der FC Löffingen beim Flutlichtspiel in Villingen. „Wir hätten nur eine Chance gehabt, wenn wir eine außergewöhnlich starke Leistung abgerufen hätten. So aber war der Gegner für uns zu stark“, bilanziert Co-Trainer Frank Löffler. Er musste schon nach einer halben Stunde den angeschlagenen David Baumann vom Platz holen. Später gab der junge Sven Plasch sein Landesliga-Debüt. „Er hat sich zuletzt im Training empfohlen und kommt aus unserer A-Jugend. Der Junge hatte seine Chance verdient“, ergänzt Löffler. Für den weiterhin angeschlagenen Benjamin Gaudig reichte es indes nur zu einem Kurzeinsatz. Löffingen ist somit Vorletzter in der Tabelle und könnte durch die Nachholspiele sogar noch weiter abrutschen.

Das könnte Sie auch interessieren

Nach zuletzt 21 Gegentoren in fünf Partien blieb der FC Bad Dürrheim beim 2:0-Erfolg gegen Walbertsweiler ohne Gegentreffer und untermauerte den dritten Tabellenplatz. „Bei uns war nach den zwei 1:5-Niederlagen etwas Verunsicherung zu sehen. Dennoch herrschte vor der Partie eine sehr konzentrierte Anspannung. Wir hatten das Spiel unter Kontrolle. Auch wenn phasenweise etwas der Mut fehlte und wir nicht so sicher agierten, wie wir es in der Runde schon gezeigt haben“, sagt Trainer Enrique Blanco, um im gleichen Atemzug die Spieler zu loben. „Die Reaktion war zu sehen. Das zeigt den guten Charakter der Jungs.“ Bad Dürrheim hat nun Winterpause. Von möglichen Spielerabgängen in der Winter-Transferperiode weiß Blanco aktuell nichts. Bad Dürrheim sei aber vorbereitet, sollte es so kommen. Dann würde Blanco möglicherweise reagieren, will aber in erster Linie auf die eigenen, jungen Spieler setzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Transferaktivitäten im Winter schließt Steffen Breinlinger, Trainer des FC Gutmadingen, für seine Elf komplett aus. „Ich bin mit der Qualität und Quantität unseres Kaders sehr zufrieden, ja sogar wunschlos glücklich. Wir haben einen homogenen Kader und werden definitiv nichts machen.“ Gutmadingen spielte am Samstag 1:1 gegen Gottmadingen. Ein Ergebnis, mit dem Breinlinger leben kann. „Wir hatten gegen Ende der Partie die besseren Chancen, doch die Punkteteilung geht in Ordnung. Gottmadingen war in Halbzeit eins durch zahlreiche Freistöße gefährlich. „Wir sind nach dem Seitenwechsel besser in das Gegenpressing gekommen. Meine Mannschaft hat sich ein Kompliment verdient, weil sie sehr zielstrebig aufgetreten ist“, so Breinlinger. Einmal mehr lobte er ausdrücklich auch jene Spieler, die in Halbzeit zwei auf den Platz kamen und sich schnell einfügten.

Auf den Spuren des FC Liverpool wandelte am Samstag der FC Neustadt. Die Engländer hatten 2005 im Endspiel der Champions League einen 0:3-Rückstand noch ausgeglichen und im Elfmeterschießen den Titel geholt. Auch Neustadt lag beim FC Singen mit 0:3 Toren zurück, bevor binnen elf Minuten der 3:3-Ausgleich gelang. „Wir hatten schon in den vergangenen Spielen gezeigt, so auch gegen die Nullachter, dass wir uns nach einem Zwischentief gefangen haben“, freut sich Trainer Zejlko Cosic. Es hätte aber auch anders kommen können, denn nach dem 0:3 war es in erster Linie Schlussmann Manuel Werner zu verdanken, dass Neustadt nicht schon hoffnungslos zurücklag. „Wir haben bei den ersten zwei Gegentreffern mitgeholfen. Anderseits hat Singen auch eine hohe Qualität“, ergänzt Cosic. Ein glückliches Händchen hatte der Trainer mit der Einwechslung von Fehti Köycü, der mit seiner zweiten Ballberührung das 3:1 erzielte.

Mit dem 2:0-Sieg in Furtwangen revanchierte sich der FC Schonach für die 0:2-Niederlage im ersten Vergleich. „Es war kein Fußball-Leckerbissen, aber davon war auch nicht auszugehen. Schließlich mussten beide Trainer personell viel improvisieren. Wir haben nicht eine Chance der Furtwanger zugelassen. Wichtig waren an diesem Tag nur die drei Punkte. Wir haben sie und sind wieder voll bei der Musik dabei. Dass wir die Rote Laterne haben, ist mir komplett wurscht. Wir haben für die zweite Saison-Hälfte bessere Perspektiven und allein das zählt“, betont Trainer Alex Fischinger. Offen ist hingegen, ob Schonach nun in die Winterpause geht oder am kommenden Sonntag noch das Nachholspiel zu Hause gegen den FC Singen bestreiten muss. Beide Vereine hatten sich in der vergangenen Woche geeinigt, die Partie erst im nächsten Jahr auszutragen. Jetzt legte Staffelleiter Franz-Josef Grüninger sein Veto ein. Der Funktionär besteht auf eine Austragung am Sonntag. Weitere Gespräche wird es geben. Unterdessen vermeldet Fischinger seinen ersten Winterneuzugang. Lorenz Spiegelhalter kommt aus der A-Jugend des FC 08 Villingen nach Schonach.

Restlos enttäuscht war Mustafa Gürbüz, Trainer des FC Furtwangen, nach den 90 Minuten gegen Schonach. „Was beide Mannschaften geboten hatten, war kein Fußball. Nur Kuddelmuddel. Kein Passspiel über zwei, drei Stationen. So wird Fußball in der Kreisliga A oder B gespielt, aber nicht in der Landesliga.“ Er habe vor Wut eine Nacht nicht schlafen können, nachdem die Partie im Vorfeld wegen des Derby-Charakters aber auch aufgrund der Konstellation im Tabellenkeller viel mehr versprochen hatte. Davon war aber nichts zu sehen. „Ich bin so viele Jahre Trainer, aber an ein derartig niveauloses Gekicke kann ich nicht erinnern.“ Gürbüz will keine Vorwürfe an seine Spieler richten, eher an die Führung des FC Furtwangen. „Im Sommer wurde keine Mannschaft zusammengestellt, die in der Liga eine Chance hat.“ Die jüngsten vier Niederlagen seien alle nicht unglücklich, sondern als verdient zu bewerten. Durch die zahlreichen personellen Ausfälle ohne entsprechenden Ersatz sei kaum mehr möglich, als zuletzt gesehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Videos, Bericht und Infos zur Landesliga, Staffel 3, finden Sie hier: