Fußball-Landesliga: Durch zwei witterungsbedingte Spielabsagen waren am Wochenende nur fünf der sieben Schwarzwälder Landesligisten aktiv. Die ausgefallenen Partien von Spitzenreiter FC 08 Villingen II und FC Gutmadingen wurden für den 14. Dezember neu angesetzt.

Da Spitzenreiter FC 08 Villingen II und Verfolger Spvgg. F.A.L. tatenlos zuschauen mussten, nutzte der FC Bad Dürrheim die Gunst der Stunde, um sich mit einem 4:2-Erfolg in Überlingen näher heranzuschieben. Da auch der Tabellenvierte Stockach leer ausging, sind die Kurstädter der Gewinner des 13. Spieltags. Trainer Enrique Blanco sah seine Elf gut im Spiel, doch nach 16 und 30 Minuten setzte es zwei Rückschläge. Zunächst die Verletzung von Tim Aschenbrenner und dann den 0:1-Rückstand. Während Blanco das 0:1 in die Kategorie Leichtsinnsfehler einstufte, zeigte seine Elf anschließend großes Engagement, glich kurz vor der Pause aus und traf nach dem Seitenwechsel binnen elf Minuten dreimal. Dem Trainer gefiel zudem, dass seine Elf nach dem 2:4 die letzten 20 sehr clever spielte und nicht mehr in Bedrängnis kam. Den Ausfall von Jonas Schwer löste Blanco intern. Er zog Isa Sabuncuo auf die Sechs zurück. Ein Lob erhielt zudem Pascal Richter, der Aschenbrenner ersetzte und sich nahtlos einfügte.

Sauer und enttäuscht war Mustafa Gürbüz. Trainer des FC Furtwangen, nach der 0:1-Niederlage seiner Elf beim Hegauer FV. „Wir haben ein ganz schwaches Spiel gezeigt. Wir wollten beim Aufsteiger gewinnen, was auch machbar gewesen wäre. Letztlich sind es unsere technischen Fehler, die uns die Punkte kosten“, betont Gürbüz und unterfüttert seine Aussage mit Zahlen. In den ersten 40 Spielminuten habe seine Elf bei 50 gespielten Bällen 36 Fehlpässe produziert. Über 90 Minuten musste die Elf 42 Zweikämpfe verloren geben. „Wir hatten eine gute Raumaufteilung und auch einige Möglichkeiten. Das zählt jedoch alles nichts, wenn du Bälle gewinnst und durch Fehlpässe gleich wieder verlierst. Da machst du dein eigenes Spiel kaputt“, ergänzt Gürbüz. Der Übungsleiter hofft, dass die Punkte nicht irgendwann noch fehlen werden. Top-Chancen hatten wieder Jan Meier und Ali Günes. Auch da hätte mehr herauskommen müssen, wobei Gürbüz sich diesbezüglich nicht so sehr ärgert wie über die technischen Unzulänglichkeiten.

Unmittelbar nach der 2:4-Heimniederlage gegen Löffingen war Alex Fischinger, Trainer des FC Schonach, mächtig angefressen. „Die Rote Karte gegen Yannick Kienzler war völlig unberechtigt. Sie hat das gesamte Spiel verändert. Sicherlich war es ein Foul, aber schon die gelbe Karte wäre zu viel gewesen“, betont Fischinger, dessen Elf lange die Fairplaywertung anführte, nun aber nach drei Platzverweisen durchgereicht wurde. Fischinger sah in dem Derby lange ein Spiel mit einem hohen Tempo und auch spielerisch viele gute Akzente. Auch gefiel ihm, wie seine Elf die Umstellungen auf die Dreier-Abwehrkette umsetzte. „Wenn ich den Platzverweise rausnehme, über wiegen die positiven Eindrücke. Es gibt keine Vorwürfe. Vielmehr ärgert mich, dass wir eine Woche zuvor in Neustadt zwei Punkte verschenkt haben. Die Partie gegen Löffingen war sehenswert und wird uns für die nächsten Spiele Auftrieb geben“, fügt Fischinger an. Wie er Kienzler ersetzen will, lässt der Trainer aber noch offen.

Für Uli Bärmann, Trainer des FC Löffingen, hätte seine Elf das Derby in Schonach „viel früher entscheiden müssen“. Bärmann weiter: „Ich habe allein in den ersten 45 Minuten drei Szenen gesehen, in denen wir allein auf den Schonacher Torhüter zulaufen und den Ball nicht im Netz unterbringen.“ Nach vielen Wochen hatte der Trainer wieder viel angeschlagene Spieler im Kader, die auf dem Weg zurück in die Elf sind. „Die Namen sind da, die Leistungen noch nicht ganz. Es ist jedoch normal, dass nach längeren Pausen noch ein Fitnessrückstand besteht. Ich bin ja froh, dass ich wieder die Auswahl habe“, fügt Bärmann an. Für seine Elf war es der zweite Sieg in Folge und die richtige Motivation für das anstehende Derby gegen Neustadt. „Auch in der Partie wird es keine Sonderprämie für einen Sieg geben, doch Prestige und Tabellenkonstellation machen deutlich, was für eine Partie auf uns wartet.“ Die drei Punkte aus Schonach und vor allem die dort gezeigte engagierte Leistung stimmen Bärmann zuversichtlich.

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Der FC Neustadt bleibt nach in Gottmadingen auch im vierten Spieltag nacheinander im Besitz der Roten Laterne. Das 1:1 im Hegau bezeichnet Trainer Zejlko Cosic als „gefühlte Niederlage“. Dabei denkt Cosic in erster Linie an den vergebenen Elfmeter in der Schlussphase. „Der Schuss muss knallhart unter die Querlatte kommen. Er kam jedoch genau in Höhe des Torhüters, der sicher parierte“, ärgert sich Cosic. Auch davor habe seine Elf einige gute Chancen ausgelassen, was das Hauptproblem der Hochschwarzwälder deutlich macht. In 13 Spielen gelangen nur 13 Treffer, die wiederum bisher nur zu elf Punkten reichten. In Löffingen sowie zu Hause gegen Gutmadingen und Villingen stehen nun drei Schwarzwald-Derbys an, in denen sich Neustadt nicht mehr mit Punktteilungen zufrieden geben kann. „Ich habe bei uns zuletzt einen kleinen Aufschwung wahrgenommen. Das muss uns Mut für die nächsten Spiele machen“, so Cosic.

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