Die erhoffte WhatsApp kam am späten Samstagabend. „Hi, Erdal geht es ganz gut. Er ist zu Hause, hat Schulterschmerzen, ihm ist schwindelig und schlecht. Aber sonst fühlt er sich normal.“ Geschrieben hatte diese Zeilen Riccardo Luigi Milia, seit dieser Saison Spielertrainer der FSG Zizenhausen/Hindelwangen/Hoppetenzell. Entwarnung also nach Szenen, die an die dramatischen Ereignisse vor zwei Wochen erinnerten, als in Wollmatingen zwei Spieler mit den Köpfen zusammengestoßen waren.

Das könnte Sie auch interessieren

In Hoppetenzell läuft die 70. Minute, als Erdal Akkol mit seinen Teamkollegen alles versucht, um gegen die SG Tengen-Watterdingen noch den Ausgleichstreffer zu erzielen. Er läuft den Torwart der Gäste an, beide krachen zusammen, Akkol bleibt regungslos liegen.

Video: Salzmann, Dirk

Sofort eilen Mit- und Gegenspieler sowie Betreuer zur Hilfe. „Er hat kurzzeitig keine Luft bekommen“, berichten später Mitspieler. Nach minutenlanger Behandlung wird der Spieler vom Feld gebracht, der Notruf war zu dem Zeitpunkt bereits getätigt. Dass der FSG kurz vor Schluss noch der Ausgleich durch Ayman Shreih (86.) gelingt, wird zur Nebensache.

Unmittelbar nach dem Zusammenprall leisteten Spieler beider Teams Erste Hilfe.
Unmittelbar nach dem Zusammenprall leisteten Spieler beider Teams Erste Hilfe. | Bild: Salzmann, Dirk
Video: Salzmann, Dirk
Video: Salzmann, Dirk

Mit dem Schlusspfiff landet der Notarzt-Helikopter auf dem Platz nebenan, auch ein Krankenwagen fährt vor. Vieles deutet nach den ersten Untersuchungen auf eine Gehirnerschütterung hin, zur Sicherheit wird Akkol ins Krankenhaus gebracht. Am Abend dann die Gewissheit, dass die Bilder wohl dramatischer aussahen, als es die Situation war.

Das könnte Sie auch interessieren

Dass die FSG Zizenhausen/Hindelwangen/Hoppetenzell, immerhin Dritter in der Kreisliga A, Staffel 2, in der vergangenen Spielzeit, noch immer ohne Sieg dasteht, ist an einem solchen Tag nicht so wichtig. Aber die gute Kunde ließ die Gedanken am Abend zumindest wieder etwas um den Ball kreisen.

Riccardo Luigi Milia, Trainer der FSG Zizenhausen/Hindelwangen/Hoppetenzell.
Riccardo Luigi Milia, Trainer der FSG Zizenhausen/Hindelwangen/Hoppetenzell. | Bild: Salzmann, Dirk

Nach einer starken Vorbereitung wird die Spielgemeinschaft seit Wochen vom Verletzungspech geplagt, fast ein Dutzend Spieler mussten zwischenzeitlich ersetzt werden. Entsprechend agieren die FSG-Spieler, in der Defensive immer wieder anfällig, vorne ohne Abschlussglück. Gleich mehrere Chancen wurden in der ersten Hälfte ausgelassen, lediglich Marvin Klink (41.) traf für die Gastgeber, die locker mit 3:0 oder 4:0 hätten führen können.

Video: Salzmann, Dirk
Video: Salzmann, Dirk
Video: Salzmann, Dirk

Stattdessen setzte Marco Schuhwerk in der Nachspielzeit der ersten Hälfte eine Eckballvariante ins Netz der Einheimischen, nach dem Seitenwechsel sorgte er mit einem satten Schuss (65.) sogar für das 2:1.

Video: Salzmann, Dirk
Video: Salzmann, Dirk

„Wir sind eigentlich besser, als wir dastehen, haben aber immer wieder solche Aussetzer im Spiel“, ärgert sich Milia, der ein Jahrzehnt lang beim großen Nachbarn, dem VfR Stockach, spielte. Nun agiert er für die FSG, noch hat er Trainingsrückstand, wie in den Spielen zuvor wechselt er sich auch gegen Tengen-Watterdingen in Halbzeit zwei ein, diesmal für Erdal Akkol, der selbst erst in der 60. Minute in die Partie gekommen war.

Video: Salzmann, Dirk

Seinen Optimismus lässt sich der 31-jährige Bürokaufmann aus Nenzingen trotz des missratenen Saisonstarts nicht nehmen. „Einige Spieler kommen zurück, wir werden immer besser. Ich glaube, dass wir in zwei, drei Wochen ganz anders auftreten werden“, so Milia.

Ob es noch für ganz vorne reichen wird? Milia sieht den Hattinger SV und Aufsteiger SV Hausen a.d Aach ganz vorne. Die Saison ist aber noch jung. Vieles kann noch passieren.

Was zählt, ist heute. Und wichtiger als alles andere war die gute Kunde am Abend.