Mit acht Spielen beginnt am Sonntag (15 Uhr) die neue Bezirksliga-Spielzeit. Als unangefochtener Titelkandidat Nummer eins geht der FC Königsfeld ins Rennen. Der letztjährige Vizemeister greift nun nach dem ganz großen Coup und hat sich dafür prominent verstärkt, allen voran mit Regionalliga-Stürmer Patrick Lauble (TSG Balingen). Der neue Trainer Patrick Fossé macht daher auch keinen Hehl aus seinen Ambitionen: „Wir haben den Anspruch, um die Meisterschaft zu spielen. Allerdings ist die Liga sehr ausgeglichen.“ Die Vorbereitung verlief mit Höhen und Tiefen. Königsfeld schlug zwei Landesligisten, kassierte aber auch klare Niederlagen. „Die lange Pause hat sehr an den Spielern genagt. Gerade im Umschaltspiel haben wir noch zu viele Ballverluste, zudem fehlen noch ein paar Automatismen“, moniert Fossé, der verletzungsbedingt noch lange auf Kapitän Dominik Eschner und Kevin Weißer verzichten muss.

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Hinter Königsfeld haben die Trainer der Bezirksliga einen zweiten Favoriten auf die ersten beiden Plätze ausgemacht. In den vergangenen Jahren hat sich der TuS Bonndorf klammheimlich zu einem Spitzenteam des Bezirksoberhauses entwickelt. Nun wollen die Löwenstädter um die Spitzenplätze mitspielen. Trainer Björn Schlageter nimmt die Favoritenrolle gerne an: „Wir wollen ganz oben angreifen und um die Meisterschaft spielen. Das ist unser erklärtes Ziel“, stellt der Trainer klar. Dafür setzt der TuS auf eine eingespielte Mannschaft, die mit Angreifer Adolf Scherer (FC Löffingen) verstärkt wurde.

Als ein möglicher Überraschungsgast auf den Spitzenplätzen wird der FC Bräunlingen gehandelt. Allen voran die Verpflichtungen des erfahrenen Trainers Andreas Holdermann und des Spielertrainers Tevfik Ceylan (FC 08 Villingen) schindeten Eindruck bei der Konkurrenz und sorgten für Aufbruchstimmung auf der Baar. Holdermann ist hochzufrieden mit der Vorbereitung, sieht aber von zu hohen Ambitionen ab. „Wir sollten demütig bleiben und uns als Ziel setzen, uns in der Liga zu etablieren. Sollten wir jedoch das Überraschungsteam sein, werden wir uns nicht dagegen wehren.“

Ebenfalls zum erweiterten Kreis der Mitfavoriten zählt der SV Hölzlebruck. Der Tabellendritte der Vorsaison musste zwar zwei schmerzhafte Abgänge in der Defensive hinnehmen, konnte seine spielfreudige Offensive aber beisammen halten. Diese zeigte sich in der Vorbereitung bereits außerordentlich torgefährlich, was 21 Treffer in fünf Spielen unterstreichen. Entscheidend wird sein, wie die personell veränderte Defensive funktionieren wird und ob der schmale Kader von schwereren Verletzungen verschont bleibt. „Wenn alles perfekt läuft und es uns gelingt, die Runde ohne größere Verletzungen zu überstehen, können wir ganz oben mitmischen“, sagt Trainer Tobias Urban.

Beim FC Hochemmingen soll es nach der enttäuschenden Vorsaison, als der Titelkandidat letztlich Rang zehn belegte, wieder nach oben gehen. Die Vorzeichen dafür stehen allerdings eher suboptimal, denn nach dem Abgang von Torjäger Marco Effinger nach Marbach und den schweren Verletzungen von Julian Künstler sowie Pascal Heinig stellt sich die Frage, wer im Team von Trainer Mario Maus die Tore schießen soll. Der Coach lobt den Zusammenhalt der Mannschaft, der sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert habe. Zum erweiterten Favoritenkreis zählt Maus seine Mannschaft hingegen nicht: „Wir wollen im vorderen Mittelfeld mitspielen. Wenn allerdings nicht alle Mann an Bord sind, sehe ich eine sehr schwere Saison auf uns zukommen.“

Der SV Geisingen sieht sich im zweiten Jahr nach dem Landesliga-Abstieg gut aufgestellt. „Wir wollen eine gute Rolle spielen und uns weiter nach vorn orientieren“, sieht Trainer Stefan Pröll in seinem Kader viel Potenzial. Beim Abbruch der vergangenen Saison standen die Geisinger auf Rang acht. Wenn es nach Pröhl geht, soll es in der neuen Runde weiter nach oben gehen: „Wenn es gut läuft, können wir an den Spitzenplätzen schnuppern.“ Die Vorbereitung verlief weitestgehend glatt, mit dem FV Marbach warf Geisingen den Bezirksliga-Meister aus dem Verbandspokal.

Immer in der oberen Tabellenhälfte, aber nie ganz in der Spitze, war in den vergangenen Jahren der FC Pfaffenweiler. Dass es in der kommenden Saison zum fünften Mal in Folge zu einem einstelligen Tabellenplatz reicht, ist für Trainer Patrick Anders allerdings alles andere als ein Selbstläufer. Der FCP muss die Abgänge der Leistungsträger Luca Pantel (FC Holzhausen), Stefan Henseleit (FC Brigachtal) und Mike Tabler (FC Bad Dürrheim) auffangen und hat sich dabei mit Jallow Saja (DJK Villingen) sowie fünf A-Jugendlichen verstärkt. Patrick Anders wird dadurch nun seine beiden jüngeren Brüder Marco und Nico Anders unter seine Fittiche nehmen. Die Testspiele verliefen verheißungsvoll, Pfaffenweiler blieb, auch gegen teils höherklassige Gegner, ungeschlagen.

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Sehr optimistisch blickt die SG Riedböhringen/Fützen der kommenden Saison entgegen. Der neue Trainer Christoph Raithel fand zu der Mannschaft auf Anhieb den richtigen Draht und strahlt für die neue Spielzeit eine gesunde Zuversicht aus. Zumindest den starken siebten Rang der abgebrochenen Runde fasst die SG wieder ins Auge. Raithel kann auf einen erweiterten Kader von über 20 Spielern bauen. „Wir wollen unsere bekannten Stärken in der Offensive auf dem Platz umsetzen,“ ist seine spielfreudige Philosophie.

Auf eine enttäuschende Vorsaison mit Rang elf soll es beim FV Tennenbronn wieder nach oben gehen. Dafür steht ein neuer Mann an der Seitenlinie: Sebastian von Au beerbte Carmine Italiano, der drei Jahre lang die Mannschaft betreute. Von Au kann auf einen großen Kader mit einer gesunden Mischung aus jung und erfahren zurückgreifen. Die Vorbereitung verlief zufriedenstellend, vor allem im Herausspielen von Torchancen sieht der Trainer aber Steigerungspotenzial. Von Au erwartet eine umkämpfte Bezirksliga ohne Tabellenmittelfeld, aber mit vielen Mannschaften im Auf- und Abstiegskampf.

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Mit gemischten Gefühlen geht Nasser Alassani, Trainer der DJK Donaueschingen II, in die neue Spielzeit. Die Vorbereitung verlief aufgrund zahlreicher kleinerer Verletzungen und Urlauber holprig, gerade in der Defensive fehlt der Verbandsliga-Reserve noch die Konstanz und Eingespieltheit. Der Trainer erwartet einen schweren Saisonstart und formuliert die Ziele entsprechend vorsichtig: „Normalerweise würden wir gerne den sechsten Platz der Vorsaison bestätigen, aber aufgrund der dünnen Personaldecke wäre ich zufrieden, wenn wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben werden.“

Nach einem furiosen Saisonstart folgte beim SV Aasen im Vorjahr die Ernüchterung und der Sturz auf Rang 13. Im zweiten Jahr Bezirksliga wollen sich die Baaremer weiter etablieren und setzen dabei vor allem auf die Früchte ihrer Jugendarbeit. Fünf Hoffnungsträger kommen aus dem eigenen Nachwuchs, dazu drei externe Neuzugänge, sodass Trainer Axel Schweizer angesichts von 25 Kickern die personelle Qual der Wahl hat. Die Vorbereitung verlief mit Höhen und Tiefen, wobei insbesondere die Defensive noch Sorgen bereitet. „Bei gegnerischen Standards tauchen bei uns noch zu viele Fehler auf“, analysiert Schweizer.

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Eine schwere Saison sieht der SV Grafenhausen auf sich zukommen. Keine externen Zugänge, schmerzhafte Abgänge und eine anfällige Defensive in den Testspielen verursachen Sorgenfalten auf der Stirn von Trainer Nils Boll. „Wir müssen uns in der Tabelle eher nach hinten orientieren“, sagt der Trainer. Die Offensive um Florian Haselbacher ist stets für Tore gut, allerdings stellt sich die Frage, wie gut die Defensive nach den Abgängen von Paul Sass und Andreas Stritt funktionieren wird.

Jörg Holik, Trainer der SG Dauchingen/Weilersbach, geht mit gemischten Gefühlen in die auf Herrenebene erste Spielzeit der Spielgemeinschaft. „Der Prozess des Zusammenwachsens wird noch eine gewisse Zeit dauern. Aufgrund von Urlaubern und Verletzten konnten wir noch nie so spielen, wie wir es gerne würden“, erklärt der Trainer, der zu Saisonstart auf mehrere verletzte Leistungsträger verzichten muss. Holik prognostiziert von Anfang an den Abstiegskampf: „Der Klassenerhalt steht über allem.“

Die DJK Villingen unterzog sich im Sommer einem umfangreichen Umbruch. Mit Adrian Schade (zuvor 2. Mannschaft) steht nicht nur ein neuer Trainer an der Linie, auch der Kader hat sich mit fünf Ab- und sieben Zugängen stark verändert. Fünf der frischen Kräfte stammen aus dem eigenen Nachwuchs, sodass die DJK zu den jüngsten Mannschaften der Liga zählt. Aufgrund der schweren Vorsaison und der stark verjüngten Mannschaft kann es für die DJK nur ein Ziel geben: „Wir wollen so wenig wie möglich mit dem Abstiegskampf zu tun haben“, betont Schade. „Wir sind gierig und wollen kicken. Allerdings werden wir auch viel Lehrgeld bezahlen müssen.“

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Eine tiefgreifende Runderneuerung gab es beim SV Obereschach. Zum Kader von Spielertrainer René Riegger kamen sechs Spieler aus der eigenen Jugend und sieben externe Neuzugänge. Die große Frage ist jedoch, wie schnell sich die große Ansammlung an Spielern zu einem Team formt und wie schnell die Zugänge in der Liga ankommen. Sollten beide Prozesse länger dauern als gewünscht, droht dem SVO eine ähnlich schwere Saison wie im Vorjahr. Genau deshalb kann es für Trainer Riegger auch nur ein Bestreben geben: „Der Klassenerhalt ist das klare Ziel. Alles andere wäre unrealistisch. Wenn wir verletzungsfrei bleiben, dann können wir das auch definitiv schaffen.“

Der FV Möhringen ist einer von zwei Neulingen in der Liga. Diese ist für den Trainer Heinz Jäger allerdings kein unbeschriebenes Blatt. Mit dem FC Gutmadingen feierte Jäger 2016 die Bezirksliga-Meisterschaft. Sein Erfahrungsschatz ist einer der größten Trümpfe der Möhringer. Dazu kommt eine spielfreudige Offensive. Generell verliefen die Testspiele sehr vielversprechend: Vier Spiele, vier Siege und 10:1 Tore sorgen für eine breite Brust beim Aufsteiger. An den Ambitionen ändert dies jedoch nichts. Jäger: „Wir müssen unseren Hurra-Stil etwas anpassen, damit wir in der Liga bestehen können.“

Der zweite Aufsteiger SV Rietheim legte mit Blick auf die Ergebnisse eine unbefriedigende Vorbereitung hin. In sechs Test- und einem Pokalspiel gab es ein Remis gegen den Landesligisten Löffingen, ansonsten teils klare Niederlagen. „Natürlich hätten wir uns das ein oder andere Erfolgserlebnis gewünscht, allerdings haben wir bewusst gegen viele höherklassige Mannschaften gespielt, um defensiv gefordert zu sein“, relativiert Knackmuß die Resultate. Auf die Hintermannschaft wird es auch in der Bezirksliga ankommen. „Wir müssen uns defensiv stabilisieren. Wir wollen den Klassenerhalt so schnell wie möglich fix machen, indem wir die Euphorie des Aufstiegs durch die Saison tragen “, erklärt Knackmuß.

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