Fußball-Bezirksliga: Das Bezirksoberhaus scheint so ausgeglichen wie lange nicht mehr. Nach sechs Spieltagen trennen die ersten sieben Mannschaften der Tabelle nur zwei Punkte.

Zum zweiten Mal nach dem ersten Spieltag grüßt der FC Königsfeld von der Tabellenspitze. Mit dem 3:0-Erfolg beim bisherigen Spitzenreiter Aasen übernahmen die Schützlinge der Trainer Erik Raab und Jörg Klausmann nun selbst wieder die Führung. „Wir haben sehr aggressiv im Mittelfeld gespielt, standen defensiv stabil und haben die Bälle gut in die Schnittstelle gespielt“, sagt Klausmann. Platz eins ist für ihn „eine schöne Momentaufnahme“, sage aber bei der engen Tabellenkonstellation noch nicht viel aus. Königsfeld musste bereits nach fünf Minuten Raab auswechseln, der sich eine Zerrung zuzog. Ein Lob gab es von Klausmann für Felix Fehrenbach. „Der Junge ist gegenwärtig immer für einen Treffer gut.“

Für den SV Aasen war das 0:3 gegen Königsfeld die erste Saisonniederlage. „Uns war immer klar, dass wir nicht ungeschlagen durch die Liga galoppieren werden. Königsfeld war am Sonntag die bessere Mannschaft“, analysiert Trainer Axel Schweizer. Seine Elf sei nicht so bissig wie in den Partien zuvor gewesen, habe sich den Schneid abkaufen lassen und keine Mittel gefunden, um dem Spiel eine Wende zu geben. Schweizer: „Wir haben zu schnell die Niederlage akzeptiert und uns zu wenig gewehrt.“ Auch in den Partien zuvor habe seine Elf schon im Rückstand gelegen, dann aber wieder ins Spiel gefunden. Diesmal war es nicht so.

Punktgleich hinter Königsfeld und vor Aasen steht die SG Riedböhringen/Fützen, die sich bereits am Freitag mit 3:0 Toren gegen die DJK Villingen durchsetzte. „Obwohl uns mit Simon Gleichauf, Torsten Rendler, Fabian Jakob und Christoph Längin vier Stammspieler verlassen haben, läuft es ausgezeichnet. Die Mannschaft knüpft nahtlos an die gute Rückrunde der vergangenen Saison an“, freut sich der neue Trainer Nurhan Adiclik. Auch er wertet Rang zwei als Momentaufnahme. „Primär geht es zunächst darum, den Abstand nach hinten so groß wie möglich zu gestalten. 13 Punkte aus sechs Spielen sind okay.“ Das 3:0 gegen Villingen stuft Ardiclik als hochverdient ein. „Wir hätten schon in der ersten Halbzeit vier oder fünf Tore schießen können. In Halbzeit zwei haben wir nur noch das getan, was nötig war.“

Den zweiten Sieg in Folge feierte der SV Geisingen mit dem 4:2-Erfolg in Bräunlingen. Schon nach acht Minuten führte Geisingen mit 2:0. „Schon unsere Spiele zuvor waren nicht so schlecht, wie es die Ergebnisse ausdrückten. Die zwei schnellen Treffer passten uns natürlich perfekt in den Spielplan. Wir haben danach sehr ordentlich gespielt“, sagt Trainer Stefan Pröhl, der den Landesliga-Absteiger immer besser auf Kurs bringt, wobei sich auszahlt, dass Geisingen personell weiterhin sehr gut besetzt ist, auch wenn mit Luca Arceri noch ein erfahrener Akteur fehlt. Pröhl hofft, dass seine Elf den Ausfall von Arceri weiterhin so gut kompensieren kann und der eingeschlagene Aufwärtstrend anhält.

Vor der Saison stuften einige Trainer den FC Bräunlingen in den Kreis der Geheimfavoriten ein. Bräunlingens Trainer Uwe Müller schüttelte damals verständnislos den Kopf. Die ersten sechs Partien geben Müller recht. Seine Elf steht bei einem Punkt und 13:21 auf dem vorletzten Platz. „Wir kennen unsere Baustellen und aktuell sehe ich auch keine Chance, diese zu schließen“, sagt Müller und denkt in erster Linie an das Defensivverhalten. „Auch gegen Geisingen haben wir drei Gegentreffer selbst vorbereitet. Die Fehler sind für diese Liga unfassbar. Es ist frustrierend, dass wir keine Möglichkeiten haben, das zu verändern. Vielleicht muss ich Stürmer zu Abwehrspielern umbauen. Mir war immer klar, dass wir in eine ganz schwierige Saison gehen“, unterstreicht Müller und macht sich schon jetzt Sorgen bezüglich der kommenden Aufgaben. „Auch am Donnerstag und Sonntag werden wieder wichtige Spieler ausfallen.“

Hier geht zu den Videos der Bräunlinger Heimniederlage gegen Geisingen

Auf der Stelle tritt weiterhin der FC Hochemmingen, der bei der DJK Donaueschingen II 2:2 spielte. „Vom heutigen Standpunkt aus gesehen, waren unsere Pokalspiele gegen den Hegauer FV und den FC 08 Villingen vielleicht nicht so gut. Das waren frühzeitige Höhepunkte. Aktuell fühlt es sich so an, als ob wir Spiele nicht gewinnen können“, analysiert Trainer Mario Maus. Der Mannschaft fehle die nötige Leichtigkeit, was auch damit verbunden sein könnte, dass alle Spieler vor der Saison hören mussten, sie seien Topfavorit. Hinzu kommt, dass aktuell die Toptorjäger Julian Künstler und Marco Effinger ausfallen. Mario Maus bleibt jedoch positiv: „Noch ist für uns nichts verloren. Geredet haben wir in den vergangenen Wochen genug.“

Hier gehts zum Video der vier Tore in der Partie DJK Donaueschingen II gegen FC Hochemmingen:

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