Video: Scheibengruber, Matthias

Fußball-Bezirksliga: – Ob er sich ausgerechnet in Antonio Iamello den richtigen Ansprechpartner nach Spielende gesucht hatte, muss Andreas Braunagel selbst wissen. Der neue Trainer des FC Wallbach versuchte dem jungen Unparteiischen aus Rheinfelden, der seine erste Bezirksliga-Partie leitete, ein paar gut gemeinte Tipps mit auf den Weg seiner Schiedsrichter-Karriere zu geben. Derweil haderten seine ratlosen Spieler nach dem bitteren 1:3 gegen den SV Jestetten mit dem verpatzten Saisonauftakt.

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Doch Braunagel fand auch für seine Spieler die richtigen Worte, bat sie um Geduld und versuchte das Positive aus dem ersten Auftritt nach der Ära Patrick und Philipp Bayer zu ziehen: „Wir haben das System umgestellt. Das braucht eben seine Zeit“, warb der neue Coach um Nachsicht: „Dass zum ersten Spiel schon alle Rädchen ineinander greifen, war nicht zu erwarten. Aber man hat vor allem im ersten Abschnitt gesehen, dass wir gute Ansätze hatten.“

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Durchaus spielte der FC Wallbach einen gefälligen Ball, hatte bis zum Seitenwechsel läuferische und optische Vorteile. Allerdings schleppt das Team trotz aller Fitness ein Manko aus der Vergangenheit weiter mit sich herum. Im gegnerischen Strafraum herrscht meist Flaute. Bezeichnend, dass Kim Hüttner im Jestetter Tor wenig Mühe hatte, Yannic Frey zu vertreten.

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So war der Wallbacher Führungstreffer keine Torchance im eigentlichen Sinn. Nach einem Einwurf von Sebastian Rupp steuerte Dominik Bitzenhofer auf den Strafraum zu und nutzte die Tatsache, dass Hüttner gut drei Meter vor dem Tor keine Chance hatte, den Segelball zum 1:0 (27.) in den Winkel zu erreichen.

Trainer Andreas Braunagel (FC Wallbach): „Dass zum ersten Spiel schon alle Rädchen ineinander greifen, war nicht zu erwarten. Aber wir hatten gute Ansätze“
Trainer Andreas Braunagel (FC Wallbach): „Dass zum ersten Spiel schon alle Rädchen ineinander greifen, war nicht zu erwarten. Aber wir hatten gute Ansätze“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

Die Freude über die nicht unverdiente Führung verdarben sich die Gastgeber aber selbst. Marco Weimann verstolperte keine zwei Minuten später den Ball, Stefano Fornino war zur Stelle und zeigte mit seinem sehenswerten Heber zum 1:1 (29.), dass auch er Gefühl im Fuß hat.

Mit diesem Treffer war die Saat für eine erfolgreiche zweite Hälfte beim SV Jestetten gelegt. Der hatte seine Findungsphase nach einer guten halben Stunde abgeschlossen. Die Aktionen wurden ruhiger, der Ball wurde endlich zum Freund, wo zuvor viele Fehlpässe an den Nerven von Trainer Lars Müller gezehrt hatten.

Sebastian Rupp (FC Wallbach): „Wir haben halt ein neues Spielsystem. Das braucht eben seine Zeit“
Sebastian Rupp (FC Wallbach): „Wir haben halt ein neues Spielsystem. Das braucht eben seine Zeit“ | Bild: Scheibengruber, Matthias
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Mit einem der schönsten Spielzüge stellten die Gäste die Weichen zum Erfolg. Cristian Boscarino setzte sich auf dem linken Flügel durch, passte auf Neuzugang Yannic Rüd. Der Ex-Waldhauser stand zentral, hörte aber den Ruf aus dem Hintergrund und ließ den Ball passieren. Völlig frei hatte Kapitän Marco Lohr keine Mühe, den Ball in der 50. Minute zur 2:1-Führung ins Netz zu schieben.

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Mit diesem Treffer war die Moral des FC Wallbach geknackt. Auch wenn die Gastgeber weiterhin nach vorn spielten. Es wollte ihnen kaum noch etwas gelingen. Prompt häufte sich die Fehlerquote, was sich in der 69. Minute als fatal erweisen sollte.

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Neuzugang Rouven Rünzi spielte zu Torwart Ramon Winkler zurück, spielte den Ball aber zu zaghaft. Nico Husz, vor der Saison vom SV Lottstetten nach Jestetten gewechselt, erkannte seine Chance aufs erste Bezirksliga-Tor und nutzte sie. Für Gästetrainer Lars Müller war es kein Makel, dass seine Elf zwei Wallbacher Stockfehler zu Toren nutzte: „Wir haben verdient gewonnen und kaum Chancen zugelassen. Diese Fehler haben wir mit unserem Pressing provoziert. Das ist das Glück des Tüchtigen.“

Nico Husz (SV Jestetten): „Beim Tor hatte ich Glück, war schnell am Ball – es hat gepasst.“
Nico Husz (SV Jestetten): „Beim Tor hatte ich Glück, war schnell am Ball – es hat gepasst.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias
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Kurz vor Spielende wäre Husz fast noch ein zweiter Treffer gelungen, als er Ramon Winkler erneut ausgespielt hatte. Beim Schuss aufs leere Tor wurde Husz von Christof Bank gecheckt, stolperte und fiel. Der Ball kullerte an den Pfosten. „Vielleicht hätte man Strafstoß geben können“, so Husz nach der Partie: „Ich hätte einfach schneller schießen müssen.“

FC Wallbach – SV Jestetten 1:3 (1:1). – Tore: 1:0 (27.) Bitzenhofer; 1:1 (29.) St. Fornino; 1:2 (50.) Lohr; 1:3 (69.) Husz. – SR: Antonio Iamello (Rheinfelden). – Z.: 120.

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