Video: Scheibengruber, Matthias

Fußball-Bezirksliga: – Michael Hägele trug die vierte Niederlage des SV Buch in dieser Saison mit Fassung: „Der SV Herten hat uns eine Lehrstunde erteilt“, gab es für den Trainer der Gastgeber keinen Zweifel am verdienten 4:0-Sieg der Gäste: „Wir haben heute die vermutlich jüngste Elf des SV Buch aller Zeiten gesehen. Diese Jungs sind die Zukunft des Vereins und können aus solchen Spielen viel lernen.“

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Dabei hätte die „Bucher Rasselbande“ auf der hervorragend präparierten Anlage des FC Schachen durchaus in Führung gehen können. Doch Pascal Störk (3.) und Nico Schulz (11.), mit Lukas Gaßmann die Jüngsten auf dem Platz, fehlte im entscheidenden Moment (noch) die Cleverness im Abschluss.

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Fortan bestimmte der SV Herten das Geschehen, drängte im Zwei-Minuten-Takt durch Alessio Paciulli (12.), Lucas Eschbach (14.) Massimiliano Di Feo (16.) aufs Führungstor.

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Das besorgte Tunahan Kocer (18.) per Foulelfmeter, nachdem Marco Romano bei einem Eckball von Patrick Vögele im Strafraum zu Boden gezerrt worden war.

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Der Treffer gab dem SV Herten die nötige Sicherheit. Romano Males wirbelte im Slalom-Stil durch die Abwehr, legte für Di Feo auf – 2:0 (31.).

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Vier Minuten später ließ Di Feo fast schon Torjäger-Qualitäten aufblitzen, schlenzte einen Pass von Marco Romano an Marcel Rohland vorbei zum 3:0.

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Kurz danach verpasste es Remo Laisa mit einer scharfen Flanke, die fast die Latte touchiert hätte, das Spiel frühzeitig zu entscheiden.

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Zwar senkte der SV Herten nach der Pause die Schlagzahl doch auch vom SV Buch kam, trotz des Dreifach-Wechsels – Denys Martini, Onur Dokuzkardes und Marco Maier ersetzten Pascal Störk, Nico Schulz und Tobias Rüdt – nicht viel mehr als zwei, drei Distanzschüsse nach Eckbällen oder Freistößen.

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Und doch geriet der Sieg des SV Herten kurzzeitig in ernsthafte Gefahr. Ab der 75. Minute legte sich eine immer dichter werdende Nebeldecke über das Spielgeschehen. „Der Nebel des Grauens“, schmunzelte Hägele, denn die Sichtweite betrug kurzzeitig maximal 30 Meter.

Lukas Gaßmann (SV Buch) im Video-Interview
Lukas Gaßmann (SV Buch) im Video-Interview | Bild: Scheibengruber, Matthias
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Spieler, Trainer und Zuschauer sahen so gut wie nichts mehr – einzig Schiedsrichter Peter Becker behielt den Durchblick: „Ich habe alles gesehen, was ich sehen musste. Ein Abbruch stand für mich nie zur Debatte“, so der 51-jährige Hinterzartener mit der Erfahrung von weit über 1000 Spielen. Sogar den 4:0-Endstand durch Mario Rittwag in der 83. Minute war ihm trotz der eingeschränkten Sicht nicht entgangen.

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts... In der Schlussphase der Partie zwischen dem SV Buch und dem SV Herten war die Sportanlage des FC Schachen für gut zehn Minuten in dichten Nebel gehüllt.
Wie Sie sehen, sehen Sie nichts... In der Schlussphase der Partie zwischen dem SV Buch und dem SV Herten war die Sportanlage des FC Schachen für gut zehn Minuten in dichten Nebel gehüllt. | Bild: Scheibengruber, Matthias
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Becker hatte beim Einlaufen der Mannschaften mit einem selbst gefertigten Plakat „Keine Gewalt gegen uns Schiedsrichter“ die Blicke und den Applaus auf sich gezogen. Mit dieser Aktion machte er auf die Missstände im Umgang mit dem Unparteiischen – unter dem Eindruck des bewusstlos geschlagenen Schiris in Münster – aufmerksam.

Klare Kante: Der erfahrene Schiedsrichter Peter Becker (51) aus Hinterzarten machte mit einem Plakat bei der Platzwahl mit den Spielführern Marco Holzapfel (links) vom SV Buch und Remo Laisa vom SV Herten auf die Situation der Unparteiischen aufmerksam.
Klare Kante: Der erfahrene Schiedsrichter Peter Becker (51) aus Hinterzarten machte mit einem Plakat bei der Platzwahl mit den Spielführern Marco Holzapfel (links) vom SV Buch und Remo Laisa vom SV Herten auf die Situation der Unparteiischen aufmerksam. | Bild: Scheibengruber, Matthias

In der Bewertung der sichtbaren Phase des Spiels – in den letzten fünf Minuten war der Nebel fast komplett verschwunden – waren sich beide Trainer einig. Michael Hägele verwies auf seinen derart dezimierten Kader, dass seine Elf die Schlussminuten mit nur acht Feldspielern bestreiten musste. Allerdings war es nicht Peter Becker, der im Nebel zwei Platzverweise ausgesprochen hatte, sondern die Wechselmöglichkeiten waren beim SV Buch längst erschöpft, als Patrick Vögele (Knöchel verstaucht) und Marco Holzapfel (Beckenprellung) vom Feld mussten: „Ich hoffe, dass es bei beiden nichts Schlimmeres ist“, legte Hägele die Stirn in Falten: „Langsam wird es eng mit Spielern – und wir haben noch vier schwere Spiele vor uns.“

Immerhin musste Schlussmann Simon Eckert wegen seiner Hüftbeschwerden eine Pause einlegen. Neben den Langzeitverletzten Dawid Armanowski und Pascal Pecoraro fehlten auch Florian Amann, Thorsten Gerspach, Manuel Berger und Mario Winkler.

Massimiliano Di Feo (SV Herten) im Video-Interview
Massimiliano Di Feo (SV Herten) im Video-Interview | Bild: Scheibengruber, Matthias
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Einen schweren Gegner hat auch der SV Herten vor der Brust, erwartet am Freitag den Spitzenreiter FC Wittlingen. Allerdings wurde der Gast aus dem Kandertal vor Jahresfrist besiegt und mit nun zwei Siegen im Gepäck wächst auch beim SV Herten das Selbstvertrauen: „Die Jungs haben die guten Trainingsleistungen sehr gut umgesetzt. Es wäre hier vielleicht noch mehr für uns drin gewesen“, so Trainer Musa Musliu, der zufrieden auf die Vorstellungen zurück blickte. Schließlich, und das sei nicht vergessen, standen auch ihm nicht alle Kaderspieler zur Verfügung: „Schön zu wissen, dass auch ein Plan B funktioniert“, freute sich Musliu, wie die Ausfälle von Spielern wie Bastian Eschbach, Robin Wiessmer, Luca Esposito, Philip Bitzer, Joshua Kopp und Simon Kleiner kompensiert worden sind. Die angeschlagenen Jens Murawski und Phlipp Müller kamen erst nach der Pause von der Bank.

SV Buch – SV Herten 0:4 (0:3). – Tore: 0:1 (18./FE) Kocer; 0:2 (31.) und 0:3 (35.) beide M. Di Feo; 0:4 (82.) Rittwag. – SR: Peter Becker (Hinterzarten). – Z.: 140.

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