Video: Scheibengruber, Matthias

Fußball-Bezirksliga: – Dass der VfB Waldshut in Danijel Kovacevic einen außergewöhnlichen neuen Trainer hat, ist in der Schmittenau längst kein Geheimnis mehr. Seit der ernüchternden 0:4-Auftaktpleite beim FC Wittlingen führt der 38-Jährige das neu formierte Ensemble souverän durch die Liga. Zwei Monte später ist das Team nunmehr in neun Spielen unbesiegt. Das 3:1 im Spitzenspiel gegen den FC Erzingen war bereits der achte Sieg.

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Kovacevic kann aber nicht nur Trainer. Er scheint mittlerweile auch zur Spezies der Hellseher zu gehören. Und das nicht nur, weil er voraussagte, dass das Top-Spiel verlieren werde, wer in der Defensive mehr Fehler mache. „Und wir haben zwei eklatante Fehler gemacht, die so ein Gegner natürlich bestraft“, musste FCE-Trainer Klaus Gallmann eingestehen.

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So tauchte Schlussmann Loris Bendel außerhalb des Strafraums unter einem langen Ball von Vassilios Dimitriadis durch. David Mollmann hatte freie Bahn, traf zum 1:0 (10.).

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Auch beim zweiten Waldshuter Tor sah Gallmann eine indisponierte Abwehr: „Das haben wir schlecht verteidigt“, urteilte er. Domenik Merdita war das egal, souverän traf der 19-Jährige nach Vorarbeit von Dimitriadis und Arber Islami zum 2:1.

Gianpierre Notarpietro vom FC Erzingen im Video-Interview
Gianpierre Notarpietro vom FC Erzingen im Video-Interview | Bild: Scheibengruber, Matthias
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Damit zurück zum Hellseher: Beim Aufwärmen winkten Tom Krieg (Fuß) und David Duvnjak (Achillessehne) verletzt ab. Schnell musste Ersatz her. Kovacevic überlegte nur kurz, hatte die Wahl aus sieben Ersatzspielern und zog ausgerechnet Mollmann und Merdita aus dem Hut. (S)ein perfekter Schachzug. Beide „Joker„ bedankten sich für ihren so nicht erwarteten Startelf-Einsatz prompt mit Toren.

Damit hatte der weitsichtige Kovacevic zwar seine ersten beiden Torschützen ins Rennen geworfen, gewonnen war für seine Elf damit aber trotzdem noch nichts. Schließlich stand auf der anderen Seite ein Gegner, der zuletzt sechs Mal in Folge als Sieger vom Platz gegangen war. Doch obwohl sich der FC Erzingen redlich mühte, kam er doch mit dem kleinen Kunstrasenplatz nicht richtig zurecht. Es mangelte ihm bis zur Pause im Spielaufbau und auch in den Zweikämpfen.

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Dennoch entwickelte sich in der Folge ein spannendes und robustes, manchmal sogar hartes Spiel – ohne technische Höhepunkte zwar, aber auch ohne zu eskalieren. Das zwischenzeitliche 1:1 hatte der FC Erzingen einer verunglückten Faustabwehr zu verdanken. Cihan Ceylan boxte Harun Zengin den Schuss von Felix Uhl einfach vor die Füße.

Nach dem Wechsel wurden die Erzinger etwas stärker, letztlich fehlte die zündende Idee. Ein paar Freistöße hatte Ceylan zu halten, ein Pfostenschuss (66.) von Uhl ließ aufhorchen. Aber brenzlig wurde es um Abwehrchef Bora Kaylon nicht. Gegenüber tat sich nach Marjan Jelec‘ Schuss an den Außenpfosten (57.) auch nicht mehr viel.

Domenik Merdita vom VfB Waldshut im Video-Interview
Domenik Merdita vom VfB Waldshut im Video-Interview | Bild: Scheibengruber, Matthias
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Langweilig wurde es trotzdem nicht. In böser Erinnerung an das 1:1 gegen den SV Herten, der in der Nachspielzeit noch ausglich, wuchs bei den Hausherren plötzlich die Nervosität. Fayik Onurlu fragte im Drei-Minuten-Takt bei Schiri Marco Brendle die Restspielzeit ab. Nun tauchten die Erzinger öfter am und im Strafraum auf, schienen sogar leichtes Oberwasser zu bekommen.

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Sekunden nachdem der eingewechselte Edmond Bektasi, verblüfft über die freie Bahn, das 3:1 vergeben hatte, stürzten Kalyon und Julian Göbel im Laufduell am Strafraum. Brendle pfiff, verschwand umgehend im VfB-Rudel. Kaylon stand blankes Entsetzen im Gesicht. Schließlich wähnte er sich als „gefoult“ – nicht umgekehrt. Sein Protest brachte ihm Gelb, dann Gelb-Rot und – dank eines deftigen Schimpfwortes beim Abgang – eine Zusatzmeldung des Unparteiischen ein.

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Shaban Limani lief an, zirkelte den Freistoß in die Mauer. Alberto Di Girolamo lenkte den Ball mit angelegtem rechten Arm aus dem Strafraum. Für Brendle – zum Erzinger Entsetzen – kein strafbares Handspiel. Im Gegenzug eilte Nikica Juric seinem ersten Tor für den VfB Waldshut und dem 3:1 entgegen.

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Klaus Gallmann war entsprechend bedient: „Am Schiri lag es sicher nicht, dass wir verloren haben. Aber ich erwarte bei zwei entscheidenden Situationen von ihm die entsprechenden Pfiffe“, sprach er vom vermeintlichen Handspiel („Alberto hat sich bei mir sogar dafür entschuldigt“) und vom aus seiner Sicht nicht geahndeten Foul (31.) an Shaban Limani, den Labinot Halili im Strafraum ausgebremst hatte: „Der Waldshuter trifft klar den Ball“, gab es jedoch für Brendle zumindest in dieser Szene nicht den Hauch eines Zweifels.

VfB Waldshut – FC Erzingen 3:1 (1:1). – Tore: 1:0 (10.) Mollmann; 1:1 (27.) Zengin; 2:1 (35.) Merdita; 3:1 (90.+4) Juric. – SR: Marco Brendle (Freiburg). – Z.: 310. – Bes.: GR für Kalyon (VfB/90.+3).

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