Video: Scheibengruber, Matthias

Fußball-Bezirksliga: – Der SV Herten wird wohl erst wieder Meister der Bezirksliga werden müssen, um mal wieder ein Heimspiel gegen den FC Wittlingen zu gewinnen. Der letzte Heimsieg gegen den Kontrahenten aus dem Kandertal – ein 3:0 nach Toren von Michael Amrein (2) und Dennis Carmelini – datiert nämlich vom 21. Mai 2011. Drei Tage zuvor hatten sich die Hertener in Murg den Titel und Aufstieg in die Landesliga gesichert. Seither reichte es zu Hause nur mehr zu zwei Unentschieden.

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Näher dran an solchen Ambitionen – die Landesliga wieder anzustreben – ist allerdings im Moment der FC Wittlingen, der die letzten vier Spiele in Herten allesamt zu seinen Gunsten entschieden hat. Dank eines Kopfballtreffers von Alexander Herbst in der neunten Spielminute sicherte sich die Elf aus dem Kandertal am Freitagabend den bereits neunten Sieg in Folge und vergrößerte zumindest bis Samstag ihren Vorsprung an der Tabellenspitze auf acht Punkte.

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Für Alexander Herbst war das erste Saisontor mehr als nur Genugtuung: „Ich habe zuletzt in der 2. Mannschaft gespielt und dort einige Tore gemacht. Umso mehr freue ich mich über diesen Treffer. Allerdings habe ich gar nicht richtig mitbekommen, wie der Ball ins Tor geflogen ist. Er rutschte mir einfach so über den Scheitel“, schmunzelte der 24-jährige Stürmer. Imad Kassem Saad hatte einen Freistoß vors Tor gespielt, Herbst war zur Stelle und der Ball fiel über Marvin Baumann ins Eck.

Marvin Baumann vom SV Herten im Video-Interview
Marvin Baumann vom SV Herten im Video-Interview | Bild: Scheibengruber, Matthias
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„Den muss ich auf meine Kappe nehmen“, ärgerte sich der Schlussmann des SV Herten nach dem Schlusspfiff: „Da sehe ich echt nicht gut aus.“ Letztlich aber war es die einzige Szene, über die sich der 26-Jährige grämen musste.

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In der Folge brachte er die Offensive des FC Wittlingen gemeinsam mit seinen Abwehrspielern zur Verzweiflung. „Wir hätten das Spiel schon vor der Pause und erst recht nach der Pause entscheiden können und müssen“, konstatierte FCW-Trainer Tiziano Di Domenico: „Die Partie hat letztlich von unserer Nachlässigkeit im Abschluss gelebt.“

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Dank der starken Abwehrleistung des SV Herten und vor allem der Schlussoffensive war tatsächlich alles zwischen einem 1:1 und einem 0:5 möglich. „Wenn wir kurz vor Schluss den Strafstoß bekommen oder Bastian Eschbach in der Nachspielzeit den Ball an Aykut Kaya vorbei bringt, dann holen wir den Punkt“, ärgerte sich Hertens Trainer Musa Musliu über die Entscheidung von Timo Bugglin (Weil), nach dem Rempler von Nikolaj Tarasenko gegen Philipp Müller, seiner Pfeife keinen Ton zu entlocken. Selbst Tiziano Di Domenico hatte in diesem Moment der Atem gestockt: „Es gibt durchaus Schiedsrichter, die da auf Strafstoß entscheiden.“

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So blieb es am Ende beim knappen Wittlinger Sieg, der die bisherige Ausbeute aus 13 Spielen auf 36 Punkte ausbaut: „Wir wollen uns einen Puffer schaffen, denn vor Beginn der Winterpause haben wir noch zwei Brocken vor der Brust“, mahnt der Wittlinger Trainer weiter höchste Konzentration an: „Als nächstes gilt es, am kommenden Wochenende gegen den FC Schlüchttal diese Leistung zu bestätigen.“

Yannik Böhler vom FC Wittlingen im Video-Interview
Yannik Böhler vom FC Wittlingen im Video-Interview | Bild: Scheibengruber, Matthias
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Vor allem der Auftritt in den ersten 45 Minuten hat ihn begeistert: „Das war das beste Niveau, das wir in dieser Saison abgeliefert haben. Wir hatten die totale Kontrolle über das Spiel. Der Gegner kam so gut wie nie vor unser Tor.“

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Doch auch in der Druckphase des SV Herten standen die Wittlinger wie eine Wand und konnten sich zusätzlich bei Aykut Kaya bedanken. Der parierte nicht nur Bastian Eschbachs späte Chance. Aus dem Winkel fischte er zudem einen Freistoß von Lucas Eschbach und verhinderte so, dass der Routinier seinen 30. Geburtstag mit dem ersten Saisontreffer krönen konnte.

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So durfte nur Alexander Herbst an diesem Abend vor rund 240 Zuschauern seinen ersten Saisontreffer feiern. Dass es nicht noch ein zweiter oder dritter Treffer wurde, lag an Marvin Baumann. Auch Moritz Keller hatte mehrere Möglichkeiten sein Konto aufzustocken.

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Selbst als er Baumann bereits überwunden hatte, reichte es nicht zum siebten Saisontor, denn Bastian Eschbach (78.) lenkte den Ball mit der Fußspitze noch am Tor vorbei. Nach einem Zuspiel von Alexander Herbst stand Benedict Schneider (57.) einschussbereit vor Baumann. In letzter Sekunde spitzelte ihm aber Alessandro Mastrangelo gekonnt den Ball vom Fuß.

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„Vielleicht waren wir heute etwas übermotiviert“, suchte Musa Musliu den Grund dafür, dass das Zwischenhoch mit Siegen gegen den FC Hochrhein (6:0) und beim SV Buch (4:0) schon wieder beendet ist: „Vor der Pause kamen wir kaum einmal durch. Und dann kassieren wir das Tor des Tages, weil wir zu lang für die Zuordnung beim Freistoß brauchen.“

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Zufriedener war er mit der zweiten Spielhälfte: „Da haben wir einige gute Chancen. Auch wenn der Sieg des FC Wittlingen unterm Strich verdient ist, wäre für uns etwas drin gewesen. Aber irgendwie war der Wurm drin heute.“

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SV Herten – FC Wittlingen 0:1 (0:1). – Tor: 0:1 (9.) Herbst. – SR: Timo Bugglin (Weil). – Z.: 240.

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