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Fußball-Bezirksliga: – So hatte sich Michael Hägele seine Rückkehr an die einstige Wirkungsstätte nicht vorgestellt. Mit der Empfehlung von zuletzt sieben Siegen in Folge gegen die Rot-Weißen war der SV Buch zum Derby auf dem Nägeleberg gefahren. Die Gäste hatten Zuversicht und Vorfreude dabei, nur keinen Torhüter.

Methusalem: Mit 54 Jahren feierte Toni Cutrona unverhofft sein Bezirksliga-Debüt mit dem SV Buch.
Methusalem: Mit 54 Jahren feierte Toni Cutrona unverhofft sein Bezirksliga-Debüt mit dem SV Buch. | Bild: Scheibengruber, Matthias
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Simon Eckert, der sich vor zwei Wochen beim FC Wittlingen an der Schulter verletzte und sicher noch ein paar Wochen pausieren muss, war nicht verfügbar. Vorgesehen war der Einsatz von Marcel Rohland, der allerdings weder auftauchte, noch erreichbar gewesen ist: „Das kann ich so nicht stehen lassen“, polterte Michael Hägele nach dem Schlusspfiff und der 2:3-Niederlage: „Es gab eine klare Absprache. Wir sind doch hier nicht in der Kreisliga C.“

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Eine Viertelstunde vor Spielbeginn wurde noch also eifrig gerätselt, wer beim SV Buch zwischen die Pfosten steht: „Ich mach es“, signalisierte Pascal Pecoraro nach dem Aufwärmen, brauchte dann aber doch nicht das Trikot tauschen, denn wenige Minuten vor Spielbeginn tauchte Toni Cutrona, der Trainer der 2. Mannschaft doch noch auf: „Ich war schon auf dem Weg, als mich der Anruf erreichte. Also kehrte ich flugs um und holte meine Sportsachen zu Hause“, erzählte der 54-Jährige – sichtlich stolz ob seiner Leistung: „Es hat Spaß gemacht. Die alte Katze hat wieder Lunte gerochen.“

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Die unklare Situation den SV Buch ordentlich aus dem Konzept gebracht zu haben. Der FC RW Weilheim nahm sofort das Heft des Handelns in die Hand, machte Druck und ließ den SV Buch kaum einmal die Mittellinie überqueren. Schnell stand Toni Cutrona im Fokus. Bei einer Ecke (15.) von Michael Emmerich streckte er sich enorm, erwischte den Ball vor dem heran fliegenden Marius Götte. Vier Minuten später verschätzte er sich zwar böse bei einem Emmerich Freistoß. Patrick Merz erwischte den Ball eher, doch Thorsten Gerspach rettete auf der Linie. Die dritte Möglichkeit zur Führung hatte Felix Walde auf dem Fuß, erneut war Cutrona schneller am Ball.

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Mitten in diese Offensive platzierte der SV Buch den überraschenden Führungstreffer. Den schönsten Spielzug der Gäste über Denys Martini und Pascal Pecoraro krönte der aus dem Urlaub zurück gekehrte Mario Winkler mit dem 1:0 (32.).

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Nun aber zeigte sich eine Stärke des FC RW Weilheim: „Wir haben es in fast allen Spielen geschafft, nach einem Rückstand zurück ins Spiel zu finden“, lobte Trainer Michael Seifert: „Allerdings reichte es bislang nie über 90 Minuten, um dann auch die Punkte einzufahren.“ Erst vor Wochenfrist beim FC Hochrhein platzte der Knoten. Diesem 4:1-Sieg folgte nun der nächste Streich: „Das tut natürlich gut“, freute sich Seifert über die Trendwende, die mit dem Ausgleich (38.) durch Felix Walde eingeleitet wurde. Nachdem Cutrona erst den Kopfball von Götte und den Nachschuss von Matthias Stoll pariert hatte, war er gegen Waldes Abstauber machtlos.

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Knackpunkt der Partie war eine Meisterleistung von Torwart Martin Villinger, übrigens satte 34 Jahre jünger als sein Gegenüber, in der 63. Minute. Binnen Sekunden parierte er erst gegen Patrick Vögele und dann gegen Pascal Pecoraro. Ein Signal an seine Vorderleute, dass erstmals nach sieben Pleiten gegen den SV Buch wieder etwas drin sein würde.

Klasseparade: Martin Villinger hielt den FC RW Weilheim mit seinen Reflexen gegen Patrick Vögele und Pascal Pecoraro im Spiel und legte so die Basis zum zweiten Sieg in Folge.
Klasseparade: Martin Villinger hielt den FC RW Weilheim mit seinen Reflexen gegen Patrick Vögele und Pascal Pecoraro im Spiel und legte so die Basis zum zweiten Sieg in Folge. | Bild: Scheibengruber, Matthias
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Keine fünf Minuten später riss Villinger die Arme hoch. Nach einer Emminger-Ecke war Matthias Stoll per Kopf zum 2:1 (68.) erfolgreich. Kurz danach touchierte Moritz Hackenberger per Freistoß zwar den Außenpfosten des Weilheimer Kastens. Doch ein zweiter Treffer gelang Mario Winkler erst in der Nachspielzeit, als dank Emmerichs 3:1 (74.) das Spiel längst schon entschieden war.

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Mario Winkler hatte in der Nachspielzeit jenen Freiraum genutzt, für den Schiedsrichter Ali Aslan Durmus gesorgt hatte. Der Lörracher war auf eine „Schwalbe“ von Nico Schulz herein gefallen und schickte Patrick Merz zu Unrecht mit Gelb-Rot (90.+2) vom Platz.

Schwalbe: Patrick Merz lässt Nico Schulz (Nr. 12) passieren, der Bucher Angreifer fällt dennoch. Schiri Durmus zückt prompt Gelb-Rot für den Weilheimer Kapitän.
Schwalbe: Patrick Merz lässt Nico Schulz (Nr. 12) passieren, der Bucher Angreifer fällt dennoch. Schiri Durmus zückt prompt Gelb-Rot für den Weilheimer Kapitän. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Während die Weilheimer ihren Sieg feierten, gratulierte Michael Hägele dem ehemaligen Club, war immer noch bedient: „Ein grottiges Spiel, das wir angesichts der Weilheimer Hundertprozentigen eigentlich noch höher verlieren müssten“, verpackte er das Lob für Toni Cutrona in seine Schelte für den Rest der Elf: „Das war heute nichts.“

Zweiter Sieg in Serie: Gemeinsam mit ihren Trainern Oliver Neff (Dritter von links) und Michael Seifet (Zweiter von rechts) feierten die Weilheimer Spieler das Tor von Michael Emmerich (Zweiter von links) zum entscheidenden 3:1-Zwischenstand gegen den SV Buch.
Zweiter Sieg in Serie: Gemeinsam mit ihren Trainern Oliver Neff (Dritter von links) und Michael Seifet (Zweiter von rechts) feierten die Weilheimer Spieler das Tor von Michael Emmerich (Zweiter von links) zum entscheidenden 3:1-Zwischenstand gegen den SV Buch. | Bild: Scheibengruber, Matthias

FC RW Weilheim – SV Buch 3:2 (1:1). – Tore: 0:1 (32.) Winkler; 1:1 (38.) Walde; 2:1 (68.) Stoll; 3:1 (74.) Emmerich; 3:2 (90.+3) Winkler. – SR: Ali Aslan Durmus (Lörrach). – Z.: 220. – Bes.: GR für Merz (RWW/90.+2).

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