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Fußball-Bezirksliga: – „Keine Sorge, wir kommen auch nächstes Jahr wieder zum Winzerfest-Derby“, hatte Silvan von Ow nach der neuerlichen Pleite des SV Jestetten beim Traditionsspiel vor nahezu 400 Zuschauern im Ludwig-Desiderato-Stadion bald seinen Humor wieder gefunden. Zum sechsten Mal seit 2008 waren die Jestetter anlässlich dieses besonderen Spiels zu Gast und zum fünften Mal gingen sie als Verlierer in die Kabinen. Nur 2017 hatten sie es geschafft, mit einem 2:2 die Siegesserie kurz zu unterbrechen.

Dank eines souveränen Auftritts, dessen Resultat am Ende der einseitigen 90 Minuten mit 3:0 den Jestettern fast schmeichelte, baute der FC Erzingen seine Winzerfest-Derbyserie aus. Seit dem 1:2 gegen den SC Lauchringen, immerhin schon vor zwölf Jahren kassiert, wurde an diesem „Feiertag„ im Klettgau nicht mehr verloren.

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Für Trainer Klaus Gallmann war der Heimsieg durchaus Balsam auf die Seele: „Wir haben unsere Zuschauer in den vergangenen Spielen nicht unbedingt verwöhnt“, gab der Übungsleiter der Hausherren offen zu: „Aber wenn unsere Stützen in die Nähe ihrer Leistungsgrenzen kommen, dann sind wir schwer zu bezwingen.“

Tor nach 55 Sekunden: Felix Uhl (Nr. 16) zielte in den linken Winkel, traf aber den Rücken von Eric Strauß und ließ damit Torwart Yannic Frey ins Leere laufen.
Tor nach 55 Sekunden: Felix Uhl (Nr. 16) zielte in den linken Winkel, traf aber den Rücken von Eric Strauß und ließ damit Torwart Yannic Frey ins Leere laufen. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Auch wenn das Glück dem FC Erzingen schon nach 55 Sekunden hold war, Zweifel am verdienten Sieg kam nicht auf. Felix Uhl hatte nach feinem Zuspiel von Harun Zengin den linken Torwinkel anvisiert. Schlussmann Yannic Frey sprang bereits in diese Richtung ab, doch der Schuss von Uhl traf Eric Strauss am Rücken. Frey sprang ins Leere, der Ball schlug im rechten Eck zum 1:0 ein.

Shaban Limani (FC Erzingen) kam nach dem 3:0 gegen den SV Jestetten zufrieden zum Video-Interview
Shaban Limani (FC Erzingen) kam nach dem 3:0 gegen den SV Jestetten zufrieden zum Video-Interview | Bild: Scheibengruber, Matthias
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„Auch wenn das ein unglückliches Gegentor war, darf es uns nicht aus der Bahn werfen“, stellt Abwehrchef Silvan von Ow, der gemeinsam mit Mike Klett den urlaubenden Lars Müller beim Coaching vertrat, enttäuscht fest, dass nach dem 0:1 „die Köpfe nicht nur schnell unten waren“ sondern „lange Zeit auch nicht mehr rauf kamen.“

Des einen Freud, des anderen Leid: Währen der FC Erzingen das 2:0 durch Shaban Limani bejubelt, ist den Spielern des SV Jestetten frühzeitig klar, dass das Winzerfest-Derby bereits nach 26 Minuten entschieden ist.
Des einen Freud, des anderen Leid: Währen der FC Erzingen das 2:0 durch Shaban Limani bejubelt, ist den Spielern des SV Jestetten frühzeitig klar, dass das Winzerfest-Derby bereits nach 26 Minuten entschieden ist. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Der FC Erzingen nutzte die Lethargie der Gäste, schnürte diese teilweise minutenlang in deren Hälfte ein. Prompt gelang Shaban Limani in so einer Druckphase das 2:0 (26.), als er einen Pass von Uhl aus dem Gewühl heraus versenkte.

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Zwar gelangen dem SV Jestetten einzelne Entlastungsangriffe, die auch Eckbälle einbrachten. Doch ernsthafte Gefahr entwickelte die Offensive selten. Die beste Chance vor der Pause leitete Silvan von Ow mit einem frech auf Yannic Rüd gelupften Freistoß ein. Doch Loris Bendel hatte aufgepasst, verhinderte nach 32 Minuten den Anschlusstreffer.

Yannic Frey (SV Jestetten) stellte sich nach dem 0:3 beim FC Erzingen zum Video-Interview
Yannic Frey (SV Jestetten) stellte sich nach dem 0:3 beim FC Erzingen zum Video-Interview | Bild: Scheibengruber, Matthias
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Nach dem Wechsel gelang es dem SV Jestetten die Partie etwas ausgeglichener zu gestalten. Die besseren Chancen hatten dennoch die Hausherren. So verhinderte Yannic Frey mit einem Reflex das vierte Gegentor bei einem gegen die Laufrichtung gesetzten Kopfball (53.) von Julian Göbel.

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Besser machte es der erst zwei Minuten zuvor eingewechselte Valentin Loparco beim 3:0 (62.). Mit langen Schritten enteilte er Daniel Schröter und schob den Ball überlegt an Frey vorbei ins lange Eck. „Für ihn freut es mich besonders, denn er war in letzter Zeit oft ganz nah an der Start-Elf und musste dann doch wieder auf die Bank“, lobte Klaus Gallmann seinen geduldigen „Joker“.

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Die Partie war gelaufen, wäre vermutlich auch nicht gekippt, hätte Silvan von Ow seinen fulminanten Freistoß aus gut 35 Minuten ins Kreuzeck gebracht. Mit einer Glanzparade entschärfte Loris Bendel diesen letzten ernsthaften Schuss des SV Jestetten auf sein Tor.

Glanzparade: Den aus 35 Metern geschossenen Freistoß von Silvan von Ow (Nr. 11) fischte sich Erzingens Torhüter Loris Bendel und verhinderte so den Anschlusstreffer des SV Jestetten.
Glanzparade: Den aus 35 Metern geschossenen Freistoß von Silvan von Ow (Nr. 11) fischte sich Erzingens Torhüter Loris Bendel und verhinderte so den Anschlusstreffer des SV Jestetten. | Bild: Scheibengruber, Matthias

„Es ist doch bezeichnend, dass so ein Freistoß am Ende als beste Chance zählt“, schüttelte von Ow den Kopf: „Wir hatten uns richtig was vorgenommen, waren heiß auf dieses Spiel. Aber wir hätten noch eine Stunde länger spielen können, ohne etwas Zählbares einzufahren.“

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In der Schlussphase nutzten die Erzinger zwar den sich nun bietenden Platz, versäumten es aber, etwas fürs Torekonto zu tun. Loparco (73.) zielte drüber und der ebenfalls eingewechselte Marco Morwaczik scheiterte gleich zwei Mal am gut reagierenden Yannic Frey (83./88.). Pünktlich auf die Sekunde beendete Schiedsrichter Gerrit Peukert das einseitige Spiel.

Konsterniert: Die Gesichter beim SV Jestetten nach dem Schlusspfiff spiegeln den Verlauf der mit 0:3 verlorenen Partie beim FC Erzingen.
Konsterniert: Die Gesichter beim SV Jestetten nach dem Schlusspfiff spiegeln den Verlauf der mit 0:3 verlorenen Partie beim FC Erzingen. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Dem SV Jestetten blieb nach den 90 Minuten die Erkenntnis, dass der FC Erzingen seit nunmehr zwölf Jahren am Winzerfest nicht zu besiegen ist. Wobei Silvan von Ow relativierte: „Das lag weniger am Winzerfest als an der Tatsache, dass ein Spieler wie Pascale Moog nicht zu ersetzen ist. Wenn der merkt, dass spielerisch nichts läuft, dann krempelt er die Ärmel hoch und reißt die Mannschaft mit seinem kämpferischen Willen mit. Das hat uns heute gefehlt. Wenn wir nächste Woche gegen den VfB Waldshut nicht zwei Schippen drauf legen, wird das auch nichts.“

FC Erzingen – SV Jestetten 3:0 (2:0). – Tore: 1:0 (1.) Uhl; 2:0 (26.) Limani; 3:0 (62.) Loparco. – SR: Gerrit Peukert (Rheinfelden). – Z.: 377.

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