Benjamin, überraschend standen Sie im Kader des FC Erzingen beim 4:1-Heimsieg gegen den FC RW Weilheim. Wie kam es zu diesem Transfer-Coup?

Mein Bruder Klaus, der den FC Erzingen seit fast einem Jahr trainiert und übrigens auch seit der Winterpause dort spielberechtigt ist, bat mich, als Notnagel zur Verfügung zu stehen, sollte es personell knapp werden.

War die Situation so angespannt?

Neben mir saßen Valentin Loparco, Sandro D’Accurso und Fabian Binzer als einzige gesunde Spieler auf der Ersatzbank. Also war ich bereit.

Wann erfuhren Sie vom Ernstfall?

Am Dienstag rief mich Klaus an. Am Mittwoch habe ich neue Fußballschuhe gekauft und am Donnerstag war ich erstmals im Training.

Und wie war der Freitag?

Oh je – da habe ich meine Muskeln richtig gut gespürt.

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Aber Sie sind doch immer noch sportlich aktiv gewesen?

Schon, ich jogge vier Mal pro Woche. Aber die kurzen Sprints und Bewegungen war ich nicht mehr gewohnt. Regelmäßig gespielt habe ich zuletzt in der Saison 2015/16 beim TuS Bonndorf.

Ihr Bruder ist fünf Jahre jünger – und nun quasi ihr „Chef“. Sie haben bis 2017 in Neustadt zusammen gearbeitet. Hat er sich verändert?

Durchaus. Er ist als Trainer gereift, auch im Umgang mit den Spielern. Er spricht als junger Trainer die Sprache der Spieler. Ich bin davon überzeugt, dass er einen guten Weg vor sich hat.

Sie waren zehn Jahre als Trainer tätig. Unser Foto von 2011 zeigt Sie noch als Spielertrainer der SG Schlüchttal. Wie fällt Ihr persönliches Fazit aus?

Die zehn Jahre haben Spuren hinterlassen. Seit dem Rücktritt beim FC Neustadt genieße ich es, abends wieder Zeit zu haben, mir nicht ständig Gedanken machen zu müssen und keine schlaflosen Nächte zu haben. Wer mich kennt, weiß, dass ich stets mit ganzen Herzen bei der Sache bin, meine Aufgaben ernst nehme – das kostet sehr viel Kraft.

Jetzt sind Sie beim FC Erzingen. Peilen Sie nun einen Stammplatz an?

Sicher nicht. Wenn Klaus mich braucht, helfe ich. Andere fußballerische Ambitionen habe ich auf gar keinen Fall.

Fragen: Matthias Scheibengruber