Fußball-Bezirksliga: Wenige Wochen nach dem Saisonstart ist für Ewald Heichele das Abenteuer Bezirksliga schon wieder beendet. Mit großen Hoffnungen und Ambitionen gestartet, musste er nun den Trainerstuhl beim FC Rot-Weiß Salem vorzeitig räumen. Salems Vorsitzender Jörg Allgaier klärt über die Ursachen auf: „Die Trennung hat absolut nichts mit dem sportlichen Abschneiden zu tun“, beteuert er. „Ewald Heichele hat hier alles gegeben, war immer hoch motiviert und seine fußballerische Kompetenz steht außer Frage.“

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Vielmehr habe es im zwischenmenschlichen Bereich gehakt. „Er kann mit jungen Spielern sehr gut umgehen“, so Allgaier. „Aber wir haben hier in Salem ein paar Spieler, die schon sehr, sehr lange im Verein und starke Charaktere sind.“ Mit diesen habe es zuletzt immer heftiger gekriselt. „Zwischenmenschlich ist einiges passiert in den letzten Wochen“, bestätigt Allgaier. „Ein großer Zwischenfall, auf den ich nicht näher eingehen will, hat dann das Fass zum Überlaufen gebracht.“

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Nun soll ein Trainergespann aus Julian Mattes und dem erfahrenen Spieler Angelo Falco die Mannschaft wieder ins Gleichgewicht bringen. „Julian war bei uns im Verein lange A-Jugendtrainer und zuletzt Co-Trainer der ersten Mannschaft. Angelo ist ein verdienter Spieler, der zu der Gruppe der vorhin angesprochenen Akteure gehört – wir hoffen, dass das Zwischenmenschliche wieder mehr passt“, sagt Allgaier.

Patrick Hagg nur leidlich zufrieden

Das erste Spiel unter dem neuen Duo ging allerdings gegen den TSV Aach-Linz mit 0:1 verloren. TSV-Coach Patrick Hagg zog die Wechselspielchen beim Gegner nicht in seine Mannschaftsvorbereitung mit ein. „Es ist in unserer Liga allgemein schwer zu sagen, ob eine Mannschaft wirklich nochmal so spielen wird, wie am Wochenende zuvor“, meint Hagg. „Deshalb thematisieren wir den Gegner abseits der großen Stärken und Schwächen auch gar nicht so sehr – wir wollen uns auf unsere Herangehensweise fokussieren. Es war aber natürlich klar, dass Salem nach dem Trainerwechsel ein bisschen in der Bringschuld war, aber das wären sie wohl ohnehin gewesen.“

Diesen Zweikampf gewann der Salemer Moritz Gütt (rechts) gegen den Aach-Linzer Marco Raabe (links).
Diesen Zweikampf gewann der Salemer Moritz Gütt (rechts) gegen den Aach-Linzer Marco Raabe (links). | Bild: Fischer, Eugen

Mit dem knappen 1:0-Sieg nach schönem Heber von Patric Scherer war Hagg dennoch nur leidlich zufrieden. „Der Gegner war am Ende nach zwei Platzverweisen nur noch zu neunt, aber trotzdem ging für sie nach vorne noch was, wenn auch nur mit langen Bällen“, sagt er. „Wir hätten den Sack mit unseren Kontern früher zumachen müssen, denn am Ende war Salem trotz Unterzahl dem 1:1 näher als wir dem 2:0. Zwar hatten sie keine großen Chancen, aber irgendwie kann immer mal einer durchrutschen.“

Patrick Hagg.
Patrick Hagg. | Bild: Mirjam Schultheiß
„Einsatz, Wille, Laufbereitschaft stimmen, aber das Fußballerische ist noch ausbaufähig.“
Patrick Hagg, Trainer des TSV Aach-Linz

Sein größter Kritikpunkt ist jedoch, trotz des hervorragenden zweiten Tabellenplatzes, die eigene Spielanlage. „Die Ergebnisse sind sehr gut“, so Hagg. „Aber aktuell ist es viel Kampf und Krampf. Einsatz, Wille, Laufbereitschaft stimmen, aber das Fußballerische ist noch ausbaufähig.“

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