Als Eddy Wiedenmaier im Sommer 2007 die erste Mannschaft des SV Mühlhausen als Trainer übernahm, hatte der 1. FC Nürnberg gerade im DFB-Pokal triumphiert, Kimi Räikkönen stand vor dem Gewinn der Formel 1 und Deutscher Fußballmeister war – nicht – der FC Bayern München, sondern der VfB Stuttgart.

Wiedenmaier stieg mit dem damaligen Vizemeister der Kreisliga B bis in die Bezirksliga auf, ehe er sein Amt zum Ende der vergangenen Saison nach 13 langen Jahren aufgab.

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Der neue Mann an der Seitenlinie des SV Mühlhausen ist Benjamin Heim, der zuletzt die Reserve des 1. FC Rielasingen-Arlen in der Bezirksliga trainiert hatte. Und da mit dem Coach auch noch eine Reihe an Führungsspielern und Torschützen den Vorjahresfünften verlassen hat, „gehen wir mit dem Ziel in die Saison, nicht abzusteigen“, sagt Heim.

Sein sehr junger Kader sei nach sieben Abgängen und neun Zugängen nun ausgeglichener besetzt. „Vorher hatte die Mannschaft einen starken Stamm, jetzt haben wir in der Breite mehr Qualität“, sagt Heim, „allerdings sind auch die Unterschiedspieler weg. Jetzt muss die die ganze Mannschaft die Last tragen, das wird mit Sicherheit nicht ganz einfach.“

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Die große Aufgabe für den Trainer ist es nun, sein neu zusammengestelltes Team von seiner Spielidee zu überzeugen. „Die Vorbereitung lief so so la la, was daran lag, dass das neue Trainergespann komplett andere Vorstellungen von Fußball hat“, sagt Benjamin Heim.

Und weiter: „Für viele Spieler, die schon lange da sind, ist vieles ungewohnt. Sie tun sich sehr schwer damit. Die Testspiele waren durchwachsen. Es geht mir dabei gar nicht so um die Ergebnisse selbst, sondern darum, dass es bei allen Klick macht.“

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Bislang sei der SV Mühlhausen immer defensiv gut gestanden und habe auf Konter gesetzt, erklärt Benjamin Heim. „Ich will aber, dass die Spieler mit dem Ball am Fuß ruhiger miteinander spielen, nicht so überhastet“, fährt der Trainer fort. Ansonsten wolle er gar nicht zurück schauen auf die lange Zeit, die sein Vorgänger am Fuße des Mägdeberg geprägt hat.

„Ich bin relativ selbstbewusst. Es passt mit dem Verein und den Jungs“, sagt Heim. „Jeder hat hier Raum für seine Meinung und muss sich nicht jeden Tag rechtfertigen. Alle fühlen sich total wohl. Das ist das unglaublich Tolle an dem Verein“, schwärmt er vom SV Mühlhausen. Und wer weiß, vielleicht beginnt bei den Hegauern im Sommer 2020 gerade wieder eine neue Ära, wie schon 13 Jahre zuvor.