Hallo Herr Schneck, Ihr erstes Ligaspiel für den TSV Aach-Linz und gleich zwei Treffer. Gibt‘s einen besseren Einstand?

Ich habe ja schon unter der Woche im Pokal gespielt. Dort haben wir nach einem 0:2-Rückstand noch 3:2 gewonnen. Über beide Spiele hinweg war das sicherlich ein optimaler Einstand.

Nun kennt man Sie ja eigentlich eher als Co-Trainer von Heiko Herrlich, unter dem Sie in der 3. Liga Jahn Regensburg und später auch Bayer Leverkusen in der Bundesliga trainierten. Wie kommt es, dass Sie plötzlich für Aach-Linz die Kickschuhe schnüren?

Ich habe während der Zeit in Regensburg ab und an noch in der U21 ausgeholfen, mit dem Wechsel nach Leverkusen und dem gestiegenen Arbeitspensum blieb dafür aber keine Zeit mehr. Als ich damals aufgehört habe, aktiv zu spielen, habe ich gemeinsam mit TSV-Coach Patrick Hagg – mit dem ich gemeinsam beim SC Pfullendorf gespielt habe und mit dem ich auch privat befreundet bin – beschlossen, meinen Pass beim TSV zu lassen. Vereinsmitglied zu sein, hat beispielsweise in Bezug auf Weiterbildungen seine Vorteile. Wir haben auch explizit darüber gesprochen, dass ich – wenn es die Zeit einmal zulassen sollte – auch für den TSV auflaufen könnte. Nun gab es in der letzten Woche einen personellen Engpass und bei mir hat es zeitlich gut gepasst.

Bild: SK

Wie stark ist der Kulturschock, wenn man aus dem Profibereich kommt und wieder bei den Amateuren einsteigt?

Ich habe im Fußball schon eine große Bandbreite kennen lernen dürfen. Ich habe beispielsweise in Tuttlingen selbst in der Landesliga gespielt, oder während meiner Zeit in der Regionalliga bei Rödinghausen auch ab und an nach einer Verletzung in der unterklassigen zweiten Mannschaft ausgeholfen. Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Profi- und Amateurbereich, aber ganz ehrlich: Fußball ist Fußball. Ich hatte einfach Bock, mal wieder zu kicken. Und Aach-Linz hat eine sensationelles Stadion, einen tollen Platz und eine super Mannschaft – da habe ich im Amateurfußball schon ganz anderes gesehen (lacht.)

Ist es dann viel eher das Problem, vom analytischen Blick an der Seitenlinie wieder mitten ins dichte Spielgeschehen zu wechseln?

Klar war das ein bisschen anders, denn ich bin es inzwischen gewohnt zu coachen. Das habe ich dann versucht auf dem Platz weiterzuführen – und der Mannschaft als Spieler mit Erfahrung zu helfen. Aber da muss man ebenfalls aufpassen, denn man darf nicht zu stark versuchen, seine eigenen Vorstellungen durchzudrücken – denn das Team ist ja richtigerweise die Vorgaben des Trainers gewohnt.

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Wie geht es denn bei Ihnen beruflich weiter? Der Bundesliga-Job fand ja durch die Entlassung von Heiko Herrlich im Dezember 2018 ein vorläufiges Ende.

Mein Vertrag in Leverkusen ist zum 30. Juni dieses Jahres ausgelaufen. Die Zwischenzeit habe ich dann genutzt, um mich weiterzubilden. Ich habe mir dir Voraussetzungen für die A-Lizenz erarbeitet und beispielsweise bei Frank Wormuth, dem ehemaligen Leiter der DFB-Fußballlehrerausbildung, in den Niederlanden bei Heracles Almelo hospitiert. Aber heutzutage ist es ja normal, dass man eigentlich als Trainerteam irgendwo neu anfängt. Deshalb ist es natürlich eine Option, wieder mit Heiko Herrlich zu einem Verein zu gehen – der Kontakt zwischen uns ist weiterhin sehr gut.

Werden wir Sie dann überhaupt nochmal für den TSV Aach-Linz auflaufen sehen?

Ob ich nochmal spiele, hängt natürlich ganz stark davon ab, wie es beruflich weitergeht. Jetzt steht bald wieder eine Länderspielpause an, in der die ersten Vereine schon Anpassungen auf der Trainerbank vornehmen. Und spätestens zur Winterpause können sich dann eine Menge Möglichkeiten auftun. Ich will allerdings nicht ausschließen, dass ich das TSV-Trikot wieder tragen werde.

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Zur Person

Nico Schneck begann seine aktive Karriere beim SC Tuttlingen. Später spielte der heute 32-Jährige in der Regionalliga für den SC Pfullendorf und den SV Rödinghausen, sowie in der dritten Liga für Arminia Bielefeld. Als Co-Trainer von Heiko Herrlich konnte er beim SSV Jahn Regensburg 2017 den Aufstieg in die zweite Liga feiern und trainierte in der Folgesaison zusammen mit Herrlich Bayer Leverkusen in der Bundesliga.

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Nachgefragt 

Döner oder Dünnele?

Bild: dpa / Montage: sk

„Definitiv Dünnele!“

Mittelmeer oder Bodensee?

„Der Bodensee ist Heimat, das Mittelmeer verbinde ich mit Urlaub.“

Messi oder Ronaldo?

„Messi. Die feine Art zu spielen, ist mir lieber.

Chillen oder Training?

„Bei mir ist es natürlich das Training.“

DVD oder Kino?

„Netflix.“ (lacht)

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