Vor nunmehr sechs Jahren ist der Vöhrenbacher Uwe Mangold mit seiner Frau Erlinda und Tochter Camil auf die Philippinen ausgewandert, um inmitten des Dschungels von Duale in der Provinz Bataan auf den Philippinen ein Ferienresort zu betreiben.

Erst war das Virus nur ein Randthema

Die weltweite Krise beeinflusst das nun aber auch massiv. „Ende Dezember 2019 erhielten wir die Stornierung einer chinesischen Familie. Als Grund wurde ein gefährlicher neuer Virus, welcher in China ausgebrochen sei und der Reisen ins Ausland nicht zulassen würde, genannt. „Meine Frau und ich gaben dieser Info wenig Bedeutung. Wir dachten eher, dass es sich um eine Art Ausrede handelt“, erinnert sich Uwe Mangold, Inhaber des Mangold Resort.

In sechs Jahren ein attraktives Urlaubsziel errichtet

In den vergangenen sechs Jahren gelang es dem Ehepaar, sich auf nationaler und internationaler Ebene zu etablieren, und aus dem Mangold Resort ein attraktives Urlaubsziel zu erschaffen. Mittlerweile stehen den Gästen auf der 11  000 Quadratmeter umfassenden Anlage sieben Pools sowie zwölf Bungalows und über 30 traditionelle Häuschen im Bambusstil zur Verfügung.

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Alles auf Wachstum ausgerichtet

Das Fassungsvermögen für Tagesgäste beträgt etwa 1000 und für Übernachtungsgäste 60 Besucher täglich, wie Erlinda Mangold berichtet. „In den letzten Jahren können wir auf eine positive Entwicklung des Resorts sowohl im Hinblick auf Besucherzahlen sowie hinsichtlich der baulichen Entwicklung zurückblicken. Alles war auf Wachstum ausgerichtet. Auch für die Hochsaison 2020, welche von März bis Juli dauert, waren wir bestens gerüstet“, erzählt Uwe Mangold.

Corona bremst den Betrieb plötzlich aus

Doch dann kam alles anders. „Wir schauen täglich die Tagesschau im Internet. So kamen nach und nach immer mehr Infos zu Covid-19 aus Europa. Wir erinnern uns genau, als wir die Info erhielten, dass in Freiburg eine Ausgangssperre verhängt wird. Wir konnten das fast nicht glauben. Zu der Zeit war das Leben auf den Philippinen noch im Normalbetrieb, und man dachte nicht im Entferntesten an die extremen Ausmaße, mit denen wir bis zum heutigen Tag konfrontiert werden“ so der Vöhrenbacher.

Strenge Vorgaben der Regierung

Am 17. März wurde das Mangold Resort geschlossen. „Wir hatten keine Wahl, mussten unsere Mannschaft auf ein Minimum reduzieren, und den Betrieb so stark wie möglich runterfahren. Die philippinische Regierung handelte schnell. Schulen, Restaurants, Bars wurden geschlossen. Es wurden Ausgangssperren angeordnet und das Einkaufen war nur an bestimmten Tagen möglich. Eine Fahrt in eine andere Provinz wurde genauso verboten wie der Verkauf von Alkohol. Im Prinzip ist die Situation seit Mitte März unverändert.

Endlich wieder eine Teil-Öffnung möglich

Zusätzlich zum Mundschutz muss nun auch ein Gesichtsschild aus Kunststoff getragen werden, so das Ehepaar. Vor drei Wochen konnte das Mangold Resort unter strengen Auflagen zu 50 Prozent wieder öffnen. Uwe Mangold räumt allerdings ein, dass trotz möglichem Einlass so gut wie niemand kommen kann. Internationale Gäste können nicht einreisen. Das zweite Standbein sind philippinische Gäste. Besuchern aus anderen Provinzen ist es immer noch untersagt, nach Bataan einzureisen.

Kaum staatliche Unterstützung für Arbeitslose

„Es gibt hier kein Arbeitslosengeld und keine Kurzarbeitergelungen, wie wir das in Deutschland kennen“, erläutert Uwe Mangold. „Die meisten Leute in unserer direkten Umgebung haben derzeit keine Arbeit und somit kein Einkommen. Der Staat versucht zwar mit unterstützenden Maßnahmen zu helfen, allerdings ist das lediglich Basishilfe in Form von Lebensmitteln oder teilweise auch geringen finanziellen Hilfen.“

Leute zeigen beeindruckende Gelassenheit

Trotz der Misere lobt Uwe Mangold das Verhalten der Filipinos: „Filipinos und die Art und Weise wie sie mit ihrem Schicksal umgehen, sind für mich beispielhaft. Manchmal kann ich es fast nicht nachvollziehen, wie gelassen die Leute hier ihre individuelle Situation annehmen“.

Monatelang regnet es nun täglich

Nach Einschätzung des Ehepaares wird sich die Situation auch bis Ende 2020 nicht zum Positiven wenden, da nun zusätzlich zur Corona-Krise auch die Regenzeit begonnen hat. In den Monaten August und September regnet es hier täglich. „Dann sind zumindest wieder unsere Quellen voll. Wir brauchen den Regen“, schmunzelt Uwe Mangold. Das bei den Besuchern so geschätzte Freeflow Water für die vielen Pools wird aus drei eigenen Quellen zugeführt, die Frischwasser aus 100 Metern Tiefe an die Oberfläche bringen.

„Nach wie vor guter Hoffnung“

„Wir sind nach wie vor guter Hoffnung. Jedes Geschäft leidet mehr oder weniger in dieser Krise. Uns hat es nun halt auch erwischt.Trotz allem werden wir unseren Traum weiterleben, und das Resort nach und nach ausbauen und verschönern. Es macht Spaß und ist inspirierend für uns beide“, so Erlinda.

Trotz der Krise lässt es sich das Ehepaar nicht nehmen, auch sein Engagement für die von den beiden gegründeten Mangold-Stiftung nachzugehen.

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