Schlechte Nachrichten im Zusammenhang mit der Schulsanierung hatte die Stadtverwaltung in der jüngsten Gemeinderatssitzung: Bei den Vorarbeiten für die Entkernung des Schulhauses wurde festgestellt, dass hinter den Zwischenwänden einiges an Asbest verbaut wurde. In der Sitzung wurde beschlossen, die Asbestplatten zu entsorgen. Dadurch wird mit Mehrkosten von rund 100  000 Euro gerechnet. Bisher waren für den Rückbau rund 255  000 Euro eingeplant.

Ausschreibungen für Haupt-Gewerke schon in Vorbereitung

Nachdem Ende August das Baugesuch für die Schulsanierung der Baurechtsbehörde zur Genehmigung vorgelegt worden war, erwartet man bis Mitte Februar eine endgültige Entscheidung. Aktuell werden die Ausschreibungen für die Hauptgewerke Rückbau, Trockenbau, Fenster und Außentüren sowie Flachdach und Pausenhof vorbereitet.

Asbestplatten in Zwischenwänden aufgetaucht

Bei weiteren Vorprüfungen auf eventuelle Schadstoffe wurden nun in Zwischenwänden der Klassenzimmer und Flure Asbestplatten entdeckt, die gesondert entsorgt werden müssen. Da das Büro Reiber hier keine Erfahrung besitzt, wurde die weitere Erkundung und die Ausschreibung der entsprechenden Maßnahmen an den Geologen Dieck vergeben.

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Jetzt drohen Verzögerungen

Allerdings sind die wenigen Spezial-Firmen, die eine solche Asbest-Maßnahme durchführen können, stark ausgelastet. Das Ganze könnte also zu einer Verzögerung im Ablauf führen. Daher werden nun auf Vorschlag von Architekt Reiber zuerst einmal nur der Rückbau und die Entsorgung des Asbests ausgeschrieben. Wenn ein verbindlicher Zeitrahmen feststeht, können dann die restlichen Arbeiten ausgeschrieben werden.

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Keine Asbestfasern im Staub gefunden

Architekt Martin Reiber schilderte die spezielle Problematik bei diesem Asbest. Die Platten aus Weichasbest waren damals in den sandwichartig aufgebauten Trenn- und Zwischenwänden montiert. Zur Zeit des Schul-Neubaus war die Verwendung von Asbest noch Standard. Nachdem diese Platten nun entdeckt worden waren, wurde auch der Staub in der Schule untersucht. Es wurden aber weder auf den Fußböden noch in den Deckenplatten Asbestfasern gefunden. Die für die Lunge gefährlichen Asbestfasern aus diesen Platten waren also in den letzten Jahren offensichtlich nicht in der Raumluft der Schule vorhanden. Eine Gefahr für Schüler und Lehrer habe daher nicht bestanden.

Ausbauen oder einkapseln?

Bei der Entkernung der Schule gibt es zwei Möglichkeiten, wurde erläutert: Zum einen können die Asbest-Platten ausgebaut und entsorgt werden. Zum anderen könnten sie auch mit entsprechenden Abdichtungen eingekapselt werden. Dies würde aber bei künftigen Baumaßnahmen in diesen Bereichen wieder zu Problemen führen. Finanziell wäre diese Einkapselung kaum günstiger. Denn der entsprechende Bereich muss sowohl für den Ausbau als auch für die Einkapselung entsprechend abgeschirmt und durch ein Spezialunternehmen betreut werden.

Lieber eine endgültige Lösung

Hier machte unter anderem Albert Schwörer (BWV) deutlich, dass man auf jeden Fall das Asbest ausbauen sollte, zumal der Preisunterschied für die Maßnahmen gering sei. Denn der verbleibende Asbest würde dann für die nächste Generation ein Problem darstellen und bei der dann notwendigen Entsorgung möglicherweise noch wesentlich höhere Kosten verursachen.

Offene Fragen zu Einsparungen oder Zuschüssen

Marion Ketterer (CDU) warf in die Diskussion, ob diese Mehrkosten von 100  000 Euro möglicherweise an anderer Stelle eingespart werden könnten, da der Gemeinderat ja eine feste Obergrenze für die Maßnahme beschlossen habe. Martin Schneider (CDU) fragte, ob diese Zusatzkosten eventuell auch förderfähig wären. Diese beiden Fragen können allerdings erst in der weiteren Planung und nach den konkreten Ausschreibungen genauer beantwortet werden.

Der in den Zwischenwänden der Josef-Hebting-Schule gefundene Asbest war schon lange vor dem Bau der Schule in den 1970er-Jahren als gefährlich eingestuft. Es wurde aber noch an vielen Stellen verwendet, verboten wurde er erst 1993.