„Das Bruderschaftsfest in diesem Jahr wird uns in Erinnerung bleiben“, sagte Pfarrer Martin Schäuble zu den Gottesdienstbesuchern beim Hochfest der Bruderschaft Maria Trost. Die Worte fielen natürlich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, die sich unter anderem auch auf die Vorgaben für Gottesdienste auswirkt.

Desinfektionsmittel statt Weihwasser

Das merkte man schon beim Betreten der Allerheiligenkirche: Statt sich mit Weihwasser zu bekreuzigen, konnten oder durften sich die Kirchgänger am Eingang die Hände desinfizieren.

Lediglich 36 Plätze

Von Mitgliedern des Pfarreiteams wurden dann die beschränkten Plätze, lediglich nur 36, zugewiesen. Zwei Meter Abstand und Nasen-Mundschutz waren die weiteren Beschränkungen. Außerdem wurden die Namen der Gottesdienstbesucher notiert.

Abgespeckte Form für das Bruderschaftsfest 2020

Das Bruderschaftsfest 2020 wurde trotzdem in würdiger Form, allerdings abgespeckt, durchgeführt. Statt im Freien musste der Gottesdienst in der Kirche durchgeführt werden. Es regnete. „Dafür sollten wir dankbar sein“, sagte der Pfarrer, denn die Natur braucht den Regen und auch viele Uracher stimmten dem zu, denn die heimischen Brunnenstuben brauchen dringend Nachschub.

Pandemie bisher verhältnismäßig gut überstanden

In Bezug auf die Corona-Zeit meinte Schäuble: „Trotz etlicher Entbehrungen, die uns derzeit abverlangt werden, soll die Dankbarkeit überwiegen, da wir verhältnismäßig gut die bisherige Pandemie überstanden haben. Auch in dieser Zeit, wo es weniger Gottesdienste gibt“, mahnte Schäuble, sollten die Gläubigen den Glauben aber nicht verlieren. „Wir können trotzdem in die Kirche geben und vor dem Allerheiligsten oder dem Bruderschaftsaltar ein Gebet verrichten“, ergänzte Schäuble.

Früher plagten Kriege und Pest die Menschen

Dies auch im Hinblick auf die Geschichte der Maria-Trost-Bruderschaft: Die Menschen, die im Jahre 1673 die Bruderschaft gegründet hatten, litten unter wesentlich schlimmeren Bedingungen wie Kriege und Pest. Der Glaube und die Hoffnung auf Maria waren jedoch so stark für die damalige Bevölkerung, dass die Bruderschaft aus der Taufe gehoben wurde und bis heute in Urach erhalten blieb.

Corona „keine Strafe Gottes“

In der Predigt ging Schäuble auf den Glauben in Coronazeiten ein. Der Geistliche führte aus, dass viele Corona als Strafe Gottes bezeichneten. Schäuble meinte, das sei keine Strafe Gottes, sondern die Menschheit trage hier selber einen Schuldanteil, da die Schöpfung und Natur immer mehr ausgebeutet würden.

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Was mit der Natur passiere, zeige sich jetzt schon nach einem halben Jahr. Die Luftverschmutzung sei deutlich zurückgegangen und in China sei erstmals seit Jahren wieder der blaue Himmel sichtbar.

Einhalten der Hygieneregeln hilft gegen die Pandemie

Schäuble führte weiter aus, dass er sich nicht als Moralapostel aufspielen wolle, doch mit Einhaltung der Gebote sowie des Beachtens von Abstand und Hygieneregeln lasse sich ein Großteil der Pandemie bekämpfen. „Corona ist keine Strafe Gottes, sondern wenn wir unseren eigenen Lebenswandel nicht ändern, bestraft sich die Menschheit selber“, so der Pfarrer.

Entsprechend den Corona-Vorschriften verlief auch die Austeilung der Kommunion, wobei der Pfarrer die Hostie in die Bänke brachte.

Hoffen auf das kommende Jahr

Dankesworte richtete Schäuble zum Schluss an alle, die halfen, das Bruderschaftsfest durchzuführen, wobei er Mesner, Erich Demattio, Organistin Tanja Willmann und den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Ernst Winterhalder mit deren Tätigkeiten hervorhob. Die Lieder „Großer Gott wir loben dich“ und „Tantum Ergo sacrementum“ beendeten den feierlichen Bruderschaftsgottesdienst.

Für das nächste Jahr bleibt die Hoffnung, dass das Bruderschaftsfest wieder mit Prozession, Umrahmung durch Musikverein und Kirchenchor sowie mit Beteiligung der Schäppelmädchen durchgeführt werden kann.

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