Dieses Mal war es allerdings offensichtlich eine besondere Situation: In Urach sollte ein vorhandener Schuppen um etwa fünf Meter verlängert werden als Unterstellplatz für Traktoren und weitere Gerätschaften. Dieses Bauvorhaben war bereits begonnen worden, die Bodenplatte und drei Seitenwände waren bereits betoniert. Der Uracher Ortsvorsteher und Stadtrat Martin Schneider erläuterte, dass der Bauherr nach eigener Angabe hier bei einer Nachfrage vor Beginn der Arbeiten scheinbar eine falsche Auskunft erhalten hatte und daher davon ausgegangen war, dass die Erweiterung genehmigungsfrei möglich sei. Aus diesem Grund hatte der Ortschaftsrat das nachträgliche Baugesuch genehmigt.

Behörde stoppt den Bau sofort

Dass dies nicht möglich ist, wurde dem Bauherrn dann von Seiten der Baurechtsbehörde mitgeteilt, die den Bau bei einer Kontrolle sofort einstellte. Grundsätzlich wäre ein solcher Bau für land- und forstwirtschaftlichen Betrieb auch im Außenbereich jederzeit genehmigungsfähig. Die Stadtverwaltung hatte deshalb in ihrer Vorlage auch dem Gemeinderat vorgeschlagen, dem Bauvorhaben zuzustimmen.

„Unschön und eine Belästigung“

Susanne Dorer (CDU) bezeichnete es als unschön und als „Belästigung“, dass der Gemeinderat hier nun wieder ein Bauvorhaben genehmigen müsse, wofür er eigentlich nicht zuständig sei. Bei ordnungsgemäßem Vorgehen wäre hier die Baugenehmigung ohne weitere Beratungen durch die Verwaltung erteilt worden.

Bauherren sollen sich vorab informieren

Auch Albert Schwörer (BWV) wollte noch einmal klarstellen, dass der Gemeinderat bei einem Baubeginn ohne Genehmigung keine Ausnahmen machen dürfe. Man sollte sich nicht „vor den Karren von Schwarzbauten spannen lassen“. Aufgrund der Umstände, dass hier scheinbar zu Beginn eine falsche Information beim Bauherrn vorlag, wurde das Bauvorhaben mit knapper Mehrheit zustimmend zur Kenntnis genommen. Das Abstimmungsergebnis macht aber trotzdem die Verärgerung des Gemeinderates deutlich: Denn es gab nur zwei Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme. Die restlichen Gemeinderäte enthielten sich alle ihrer Stimme. Auch Bürgermeister Robert Strumberger machte deutlich, dass die Bauherren vor Baubeginn auf dem Rathaus vorsprechen und sich informieren sollten. Er machte dabei deutlich, dass er bereits „den nächsten solchen Fall auf dem Schirm hat“.

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