Der Abwasser-Zweckverband Vöhrenbach-Eisenbach hat einen neuen Vorsitzenden: Bürgermeister Robert Strumberger aus Vöhrenbach wurde in dieses Amt gewählt, sein Vize ist damit Kraft Amtes Karlheinz Rontke, der seit Juni der neue Bürgermeister von Eisenbach ist.

Bürgermeister einigten sich

Bisher war Rontkes Amtsvorgänger Alexander Kuckes Vorsitzender des Zweckverbandes gewesen, Robert Strumberger sein Stellvertreter. Im Vorfeld hatten sich aber die beiden Bürgermeister darauf geeinigt, dass der Vöhrenbacher Bürgermeister Strumberger nun das Amt des ersten Vorsitzenden übernehmen sollte. Die Verbandsversammlung stimmte diesem Vorschlag auch zu.

Zwei Investitionen nötig

In der Verbandsversammlung wurden zwei Investitionen in der Kläranlage in Hammereisenbach beraten. Bei der Sanierung der Sandfangbelüftung ist die Vergabe etwa 20 Prozent teurer als geplant. Außerdem muss der Zweckverband weitere Maßnahmen und Investitionen prüfen, um die verschärften Bedingungen für die Wasserqualität nach der Klärung einhalten zu können. Vorgestellt wurden die notwendigen Maßnahmen durch Vivian Litterscheid von Bit-Ingenieure AG in Villingen.

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Sanierung der Sandfang-Belüftung

Der Abwasserzweckverband hatte bereits die Sanierung der Sandfang-Belüftung ausgeschrieben. Aufgrund des Alters waren die Rohre der Belüftung korrodiert. Nun werden sie durch neue Edelstahlrohre ersetzt. Der Auftrag ging an den günstigsten Bieter, die Stetter GmbH in Nagold für 26 030 Euro. Dazu kommen noch elektrische Installationen für 4100 Euro, vergeben an die Firma Schmid in Hüfingen. Die Vergabesumme liegt insgesamt etwa 20 Prozent über der Kostenberechnung von 25  000 Euro.

Grenzwerte geändert

Ein weiteres Problem stellte Vivian Litterscheid vor. Das Amt für Umwelt, Wasser und Bodenschutz im Landratsamt hat mehrere Grenzwerte für die Kläranlagen geändert, um die Wasserqualität zu verbessern. Kein Problem bereitet in der Kläranlage Hammereisenbach, so Vivian Litterscheid, die Einhaltung der neuen Grenzwerte bei CSB (Chemischer Sauerstoffbedarf) und beim Phosphor.

Ammonium macht Probleme

Schwieriger wird es allerdings die Grenzwerte bei Ammonium einzuhalten. Hier wurde der Grenzwert von 1,5 auf 0,5 Milligramm pro Liter deutlich gesenkt. Um diesen Wert zu erreichen, sind auf jeden Fall Maßnahmen notwendig. Das Ammonium ist eine Stickstoff-Verbindung, die immer im Abwasser vorhanden ist. Eine konkrete Ursache wie Landwirtschaft oder ähnliches lässt sich hier nicht bestimmen, so Vivian Litterscheid. Sie stellte nun Möglichkeiten vor, wie man dieses Problem angehen kann.

Teure Optimallösung

Am effektivsten und sichersten ist eine direkte Messung von Ammonium, um dann genau nach Bedarf die Belüftung zu steuern. Allerdings kostet eine solche Anlage zwischen 15  000 und 25  000 Euro.

Unterschiedliche Meinungen

Vorsitzender Bürgermeister Strumberger plädierte daher eher für eine andere, deutlich günstigere Lösung, wenn diese eine ausreichende Reinigung bieten würde. Aber sowohl Vivian Litterscheid wie auch Konrad Pils vom Wasserwirtschaftsamt sprachen sich eher für die direkte Ammoniummessung aus, die tatsächlich eine gute Wasserqualität garantiert. Dazu, so eine Anmerkung aus der Versammlung, würde die günstigere Lösung mit der Nitrat-Messung mit der Zeit durch die höheren Stromkosten insgesamt ähnliche Summen verschlingen.

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Zur Diskussion kam es dann noch um die Anlagen verschiedener Hersteller. Zwei deutlich günstigere Anbieter seien unbekannt, die Qualität ihrer Anlage nicht einschätzbar, so Vivian Litterscheid. Sie schlug vor, wie auch mit dem Wasserwirtschaftsamt vereinbart, versuchsweise in diesem Winter eine solche Messanlage des teureren Herstellers Hach zu testen und dann neu zu entscheiden.

Der Vorteil dieses Herstellers sei nicht zuletzt, dass dieser Hersteller bereits an verschiedenen Stellen mit seinem System-Bausteinen in der Kläranlage vertreten ist. Dieser Vorschlag wurde dann von der Versammlung auch akzeptiert.

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