Sehr skeptisch war man im Vöhrenbacher Gemeinderat bei den Plänen für den Bau eines Geh- und Radweges entlang der Landstraße im Urachtal: kann man sich die Folgekosten für einen zweiten Radweg leisten, auch wenn der Bau selbst durch das Regierungspräsidium finanziert wird?

Entwarnung durch Regierungspräsidentin

Doch nur zwei Tage später gab es Entwarnung: Bei ihrem Besuch in Vöhrenbach machte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer deutlich, dass dieser Radweg ein Radweg des Landes wäre, für den das Land auch unterhaltspflichtig sei. Dies führte natürlich sofort zu einer Erleichterung bei den Vöhrenbacher Entscheidungsträgern, allen voran Ortsvorsteher Martin Schneider.

Kosten drei Millionen Euro

Schon länger geplant ist ein Radweg entlang der L 180 zwischen Hammereisenbach und der Kalten Herberge durch das Urachtal. Dabei gibt es keine separaten Radwege mehr, der Weg wäre damit auch mit einem Gehweg verbunden. Bei Gesprächen mit dem Regierungspräsidium habe es sich ergeben, dass das Land die gesamten Baukosten einschließlich Grunderwerb übernehmen würde, da dies ein Radweg entlang einer Landesstraße sei. Die Gesamtkosten von etwa drei Millionen Euro für den Radweg würde die Straßenbauverwaltung zum größten Teil übernehmen, der Stadt blieben lediglich etwa 100 000 Euro für die Aufweitung zum Wirtschaftsweg mit dann insgesamt drei Meter Breite.

Stadt soll Bauleitung übernehmen

Allerdings sei aufgrund der personellen Situation das Regierungspräsidium aktuell nicht in der Lage, solche Projekte zu realisieren. Daher könnte die Stadt einen entsprechenden Vertrag mit dem Regierungspräsidium abschließen und damit die Bauleitung übernehmen. Für die Planungskosten erhält die Stadt dann einen Anteil von etwa acht Prozent der Gesamtkosten, die aber wahrscheinlich, so die Einschätzung der Stadt, nicht ganz ausreichen würden.

Klare Mehrheit für Projekt

Der Radweg wurde im Gemeinderat durchweg befürwortet. Aber es gab die erwähnten Bedenken wegen der Unterhaltungskosten. Verschiedene Gemeinderäte äußerten Zweifel, ob man sich diese zusätzliche Last für einen zweiten großen Radweg neben dem Bregtalweg aufbürden solle. Bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde dann beschlossen, das Ziel zumindest vorerst weiter zu verfolgen. Vor allem seien im Vorfeld Gespräche mit den Grundstückseigentümern zu führen und die ausgehandelten Preise mit dem Regierungspräsidium abzustimmen.

Regierungspräsidentin sorgt für Klarheit

Beim Besuch der Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer in Vöhrenbach zwei Tage später wies auch Bürgermeister Strumberger noch einmal auf dieses Thema hin. Schäfer stellte dabei klar: Dieser Radweg entlang der Landstraße sei ein Radweg des Landes Baden-Württemberg, das auch künftig für den Unterhalt dieses Radweges zuständig sei. Man dürfe dies nicht mit anderen Radwege-Projekten verwechseln, bei denen das Land zwar einen Zuschuss gibt, der Radweg aber eine Investition der Kommune ist und damit in deren Besitz bleibt. Schäfer ermunterte die Stadt, den Kooperationsvertrag abzuschließen und damit den Radweg im Urachtal zu realisieren.

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