Nach zwei Jahren ohne Spitze hat die Pfarrkirche St. Johann wieder ihr gewohntes Aussehen. Die vier Meter hohe Spitze mit Wetterhahn, Kreuz und Turmkugel mussten einer Reparatur unterzogen werden. Mit einem Hubkran, der sogar 44 Meter geschafft hätte, wurde das Kreuz jetzt auf den über 25 Meter hohen Kirchturm gehievt.

Geschick gepaart mit Erfahrung

Mitarbeiter der Rohrbacher Firma Kammerer sowie der Vöhrenbacher Schlosserei Rolf Kleiser erledigten die nicht ganz leichte Aufgabe mit Geschick und Erfahrung. Dabei war es fast noch schwieriger, den Kran hinter die Kirche zu bringen und beim Kirchturmaufgang zu platzieren. Manuel Willmann, Kranfahrer von Kammerer, hatte beim Rangieren links und rechts lediglich wenige Zentimeter Luft, um den Kran richtig zu platzieren.

Turmkugel als Zeitkapsel

Danach lief alles wie am Schnürchen. Eine Schatulle, gefüllt mit einer Turm-urkunde, einer Tageszeitung, einer Liste mit Grundnahrungsmittelpreisen, Euromünzen und Geldscheinen in Höhe von 50 Euro waren zuvor in die Turmkugel eingelassen worden.

Die sanierte Kirchturmspitze wird langsam auf das Turmdach herabgelassen.
Die sanierte Kirchturmspitze wird langsam auf das Turmdach herabgelassen. | Bild: Hartmut Ketterer

Danach hob der Kran das Kreuz in die Höhe. Dieses nicht alltägliche Ereignis nutzten auch die Hammereisenbacher Kindergartenkinder, um vom Dobelweg aus die Arbeiten mit großen Augen und fast aufgeregt zu verfolgen. Damit sind jetzt die Sanierungsarbeiten am Kirchturm abgeschlossen.

Heimische Betriebe beteiligt

Ingenieur Michael Wieseler vom erzbischöflichen Bauamt in Freiburg koordinierte den Ablauf der Arbeiten. Das fing an mit der Gerüstaufstellung durch die Firma Dorer in Furtwangen. Die Schlosserei Rolf Kleiser aus Vöhrenbach restaurierte das Turmkreuz wie auch die dazugehörige, nach Maß gefertigte Stahlhalterung, die auf die Kirchturmspitze aufgesetzt wurde.

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Das an etlichen Stellen nicht mehr intakte Kupferdach des Kirchturmes erneuerte die Firma Kammerer aus Rohrbach. Dabei hat das alte Dach über 100 Jahre, genau seit 1901/02 gehalten. Der Vöhrenbacher Flaschner Hertkorn hatte die erste Eindeckung mit Kupferblech am Kirchturm vorgenommen.

Weiter an der jetzigen Sanierung beteiligt war der Betrieb Walter aus Rheinau, der sich um den Blitzschutz kümmerte. Malerarbeiten erledigte die Firma Gruber aus Furtwangen und Steinmetzarbeiten führte Schonhard aus. Gebraucht wurde zudem der Industriekletterer Tim Vollhardt, der wie Schonhard aus Simonswald kommt.

Vergoldeter Turmschmuck

Die Blattvergoldungen am Kirchturmkreuz, die besonders beim Wetterhahn und der Turmkugel zur Geltung kommen, waren Aufgabe des Restaurators Bernhard Wink aus Offenburg.

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Zu guter Letzt war noch die einheimische Zimmerei Demattio am Werk, die schadhafte Stellen am Gebälk und der Schalung des Kirchturmes ausbesserte. Die Befestigung der Eisenturmspitze am Dachstuhl sowie die Anfertigung einer Ausstiegsluke am Turmdach war ebenfalls Aufgabe von Demattio.

Gerüst soll bald entfernt sein

Abschließend wird noch die Blitzschutzanlage vervollständigt und es werden noch ein paar Ausbesserungsarbeiten an der Fassade vorgenommen. Für Ende des Monats ist der Abbau des Gerüstes geplant. Letzter Akt der Kirchturmsanierung ist, dass Timo Kammerer seine Drohne fliegen lässt und ein Video dreht.

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